Eignet sich der Ahorn für Urlaub mit Kleinkind?
Unsere Crew: Bereit für das nächste Abenteuer – das Kind fragt am ersten Tag zurück daheim: "Wo mein Wohnmobil?"
"Laut!" – Mein Kind, zwei Jahre alt, hat eine klare Meinung zum Ahorn-Alkoven. Die hab ich auch, aber eine etwas differenzierte.
Wir rollen los, Richtung Niederlande, Sommerurlaub. Die ersten Kilometer: pure Vorfreude. Dann kommt das Urteil von der Rückbank: "Laut!" Mein Kind hat schon mit zwei Jahren eine Expertise für Autobahnlärm entwickelt – und der Renault Master ist offenbar nicht leise genug.
Ich finde den Geräuschpegel des Ahorn Camp A690 okay. Andere Wohnmobile klappern mehr, dröhnen lauter. Aber klar: Ein großer Alkoven ist kein Flüstertraum. Und jetzt, nach fünf Minuten Fahrt, geht das Gemecker los. Ob das die nächsten zehn Tage so bleibt?
Der Kindsvater und ich sind alte Camping-Hasen. Aber das hier ist neu: unser erster Campingurlaub mit Kind. Wir haben zwei Fragen im Gepäck:
- Ist der Ahorn Alkoven A690 das richtige Fahrzeug für uns?
- Überleben wir Camping mit wildem Kleinkind?
Schlafen wie die Könige (inklusive Kind)
Vor der Reise haben wir lange über die Schlafsituation gegrübelt. Wer schläft wo? Doch nach dem ersten langen Reisetag war die Lösung offensichtlich: Wir bauten die Einzelbetten hinten zusammen, das Kind pennte sofort ein. Wir Eltern waren so kaputt, dass wir nur das Rausfall-Netz hochklappten und uns rechts und links danebenlegten. Kein Problem auf der 2x2 Metern Liegefläche, die so groß ist wie ein King-Size-Doppelbett und sogar noch für ein Kleinkind reicht, das sich quer legt.
Wir schliefen. Besser als daheim. Besser als je zuvor im Wohnmobil. Am letzten Tag wachten wir sogar erst um 9:30 Uhr auf. Mit Kleinkind! War’s die Nordseeluft? Die Matratzen? Oder einfach das Gefühl, endlich mal nicht vom Wecker geweckt zu werden? Egal. Es war perfekt.
Wickeln, hüpfen, Chaos
Das Heckbett hat außerdem genau die richtige Höhe zum Wickeln: Ich stehe am Fußende, lege mein Kind auf die Matratze – und zack, Windelwechsel erledigt. Vorausgesetzt, das Bett wird nicht zur Hüpfburg deklariert und der kleine Frosch bleibt liegen.
Unsere Devise: "Never change a running system" – also blieb das Alkovenbett vorn die ganze Zeit über ungenutzt. Stattdessen klappten wir die Liegefläche über dem Fahrerhaus hoch und genossen die Stehhöhe. Und die freien Flächen. Die wurden sofort zur Ablage umfunktioniert.
Irgendwann sah es aus wie nach einer Explosion: Klamotten, Snacks, Spielzeug. Der Stauraum? Eigentlich riesig. Dachschränke, Kleiderschränke, Küchenfächer, Heckgarage. Platz war genug. Aber das System? Fehlte. Und die Haken. Vor allem für nasse Jacken, Handtücher und Klamotten. Die fanden einfach kein Zuhause.
Küche und Bad: Der Abwasch wird ausgelagert
Die Dusche haben wir nicht genutzt – wir standen sowieso immer auf Plätzen mit Sanitärräumen. Aber das WC und das Waschbecken an Bord waren Gold wert. Vor allem, als wir an Tag drei das Spülbecken in der Küche außer Betrieb nehmen mussten.
Nach jedem Abwasch fanden wir Feuchtigkeit in der Besteckschublade. Der Siphon unter dem Becken war undicht, ließ sich nicht mehr festziehen – weder mit Gefühl noch mit Kraft oder guten Gedanken. Ab dann galt: Abwasch nur noch draußen. Nudelwasser aus dem Waschbecken im Bad. Oder Pommes essen gehen statt kochen. Niederlande: einfach "lekker"!
Fahrkomfort: Vorn gut, hinten Hoppla
Die Fahrerin (also ich) war happy: Soundsystem, Klimaanlage, Connectivity – alles da. Das Kind auch: Snacks, Teddybär, Bücher. Nur der Kindsvater hatte Pech. Er wollte chillen. Doch der Reboarder-Kindersitz mit Isofix nahm ihm Platz weg. Außerdem fühlte sich die Sitzbank durchgesessen an. Tauschen mit Kindsmutter? Nach 20 Minuten war klar: zum platten Popo kommt Reiseübelkeit dazu. Sorry. Es kann nur eine Pilotin geben.
Der Verbrauch? Okay. Auf 1.358 Kilometern 11,78 Liter Diesel pro 100 km und 13,5 Liter AdBlue insgesamt. Aber ab 120 km/h wurde es laut. Sehr laut.
Der Schreckmoment
Auf der Rückfahrt fiel es dem Kindsvater auf der Rückbank plötzlich auf – er starrte auf die Aufbautür. "Die wackelt... und fliegt gleich weg!" Ab 100 km/h vibrierte sie, ab 120 km/h flatterte sie im Rahmen. Plötzlich musste ich an den Flugpassagier aus Thessaloniki denken – der, der halb aus dem Fenster gesaugt wurde. Bei uns blieben zum Glück alle auf ihren Plätzen.
Eigentlich klar: Bei einem günstigen Wohnmobil wie dem Ahorn A690 wird gespart. Beim A690 wohl an den Fixierpunkten der Tür. Und am Spülbecken. Und an der Kühlschrank-Steuerung (die im 12-Volt-Betrieb einfach nicht kühlte). Und an der Rücksitz-Polsterung.
Ahorn Camp A690 (2026): Daten und Preis
- Basisfahrzeug: Renault Master, 170 PS
- Länge/Breite/Höhe: 6,99 × 2,32 × 3,14 m
- Zulässiges Gesamtgewicht: 3.500 kg
- Sitz-/Schlafplätze: 4 (optional 5)
- Preis: Grundpreis 62.500 Euro / Testwagenpreis: 79.300 Euro
