400.000 Kilometer Laufleistung wahrscheinlich
Eine Untersuchung von iSeeCars zeigt große Unterschiede bei der Wahrscheinlichkeit extrem hoher Laufleistungen. Deutsche Marken schneiden mäßig ab.
Wer sein Auto möglichst lange fahren möchte, findet in einer aktuellen Untersuchung des US-Unternehmens iSeeCars deutliche Unterschiede zwischen den Automarken als Anhaltspunkt. iSeeCars ist ein US-amerikanischer Anbieter von Fahrzeugdaten und Marktforschung. Das Unternehmen wertet große Mengen an Fahrzeug- und Gebrauchtwagendaten aus und erstellt daraus unter anderem Untersuchungen zur Haltbarkeit von Autos. Für die aktuelle Studie wurden Daten von mehr als 395 Millionen Fahrzeugen untersucht.
Besonders häufig erreichen Modelle von Toyota, Lexus und Honda eine Laufleistung von mindestens 250.000 Meilen, das entspricht rund 402.000 Kilometern. Die vier vorderen Plätze der Untersuchung gehen allesamt an japanische Marken. Die Auswertung bezieht sich zwar auf den US-Markt, liefert dennoch interessante Rückschlüsse auch für europäische Autobesitzer.
Toyota mit großem Abstand
Toyota steht mit deutlichem Abstand an der Spitze. Für Fahrzeuge der Marke errechnet iSeeCars eine Wahrscheinlichkeit von 19,7 Prozent, mindestens 402.000 Kilometer Laufleistung zu erreichen. Das liegt beim 3,7-Fachen des Durchschnitts aller untersuchten Marken; quer über das gesamte ausgewertete Markenfeld errechnet die Studie eine Wahrscheinlichkeit von 5,4 Prozent für so astronomisch wirkende Fahrleistungen.
Hinter Toyota folgt die Konzernmerke Lexus mit 14,4 Prozent sowie Honda mit 13,3 Prozent. Acura, die zu Honda gehörende Premiummarke, kommt auf 9,5 Prozent. Damit belegen vier japanische Hersteller beziehungsweise Marken die ersten vier Plätze. Erst danach folgt mit der US-Marke GMC ein nicht-japanischer Hersteller. GMC erreicht 5,8 Prozent und liegt damit nur knapp über dem Gesamtdurchschnitt. Bei den übrigen Volumenmarken fällt die Wahrscheinlichkeit weiter ab.
Deutsche Marken weit hinten
Für die deutschen Hersteller fällt das Ergebnis deutlich niedriger aus. Mercedes-Benz kommt auf 2,6 Prozent und liegt damit nur etwa halb so hoch wie der Durchschnitt aller untersuchten Marken. BMW und Audi erreichen jeweils 0,5 Prozent. Damit liegen beide Marken bei weniger als einem Zehntel des Gesamtdurchschnitts.
Bei Tesla liegt der Anteil bei 3,3 Prozent und damit knapp unter dem Durchschnitt der Luxusmarken von 3,4 Prozent. Volvo kommt ebenso wie Mercedes-Benz auf 2,6 Prozent. Die Untersuchung ordnet damit auch mehrere etablierte Premiummarken deutlich hinter Lexus und Acura ein.
Luxusmarken schlechter
Interessant ist außerdem der Unterschied zwischen Volumen- und Luxusmarken. Während nicht als Luxusmarken eingestufte Hersteller im Durchschnitt auf eine Wahrscheinlichkeit von 5,8 Prozent für biblische Fahrleistungen kommen, liegt der Wert bei den Luxusmarken nur bei 3,4 Prozent.
Lexus bildet dabei eine deutliche Ausnahme. Mit 14,4 Prozent liegt die Marke mehr als viermal so hoch wie der Durchschnitt des Luxussegments. Acura erreicht 9,5 Prozent. Dahinter folgen Lincoln und Cadillac mit 4,7 beziehungsweise 3,9 Prozent. Tesla liegt mit 3,3 Prozent nahezu auf dem Segmentdurchschnitt.
iSeeCars weist allerdings darauf hin, dass die durchschnittliche Nutzung eines Fahrzeugs die Ergebnisse beeinflusst. Gerade bei Fahrzeugen von Luxusmarken können geringere jährliche Fahrleistungen dazu führen, dass hohe Kilometerstände seltener erreicht werden. Ein Paradebeispiel hierfür dürfte die letztplatzierte Marke Maserati sein, deren Modelle eher selten von echten Kilometerfressern gefahren werden. Die statistische Auswertung soll deshalb nicht als isolierte Bewertung der technischen Qualität einzelner Marken verstanden werden.
Die Studie
Die untersuchte Laufleistung von 250.000 Meilen, umgerechnet sind das exakt 402.336 Kilometer, ist für Pkw eine ungewöhnlich hohe Schwelle. Die Studie fragt dabei nicht, wie viele Kilometer ein einzelnes Fahrzeug tatsächlich schafft, sondern wie hoch die statistische Wahrscheinlichkeit ist, dass Fahrzeuge einer Marke diese Grenze erreichen.
Dafür ermittelte iSeeCars die durchschnittlichen Kilometerstände von Fahrzeugen in unterschiedlichen Altersstufen. Auf dieser Grundlage wurde ein statistisches Modell entwickelt, das die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen verschiedener Laufleistungsgrenzen berechnet. In die Markenwertung flossen anschließend die Ergebnisse einzelner Modelle und Modellgenerationen ein. Dabei berücksichtigt die Untersuchung auch, wie häufig ein bestimmtes Modell auf den Straßen vertreten ist. Schwerlastfahrzeuge und Modelle mit zu geringer Datenbasis wurden ausgeschlossen.
