Die größten Auto-Skandale
Von Elchtest bis Feuertod: Nicht nur der VW-Dieselskandal gehört zu den düsteren Stunden der Automobilgeschichte. Auch in anderen Fällen bleiben die Machenschaften und Fehler der Hersteller unvergesslich.
Die größten Auto-Skandale
Von Elchtest bis Feuertod: Nicht nur der VW-Dieselskandal gehört zu den düsteren Stunden der Automobilgeschichte. Auch in anderen Fällen bleiben die Machenschaften und Fehler der Hersteller unvergesslich.
Mercedes und der missglückte Elchtest
Die A-Klasse von Mercedes sollte eigentlich ein großer Wurf sein – und geriet dann zum PR-Desaster. Bei einem Autotest für eine schwedische Zeitschrift kippte der innovative und recht hohe Kompaktwagen 1997 beim sogenannten Elchtest um – einem schnellen Ausweichmanöver, das beispielsweise bei einem Elch auf der Straße nötig wird.
Mercedes musste die Auslieferung stoppen, das Fahrwerk anpassen und die Fahrzeuge serienmäßig mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) nachrüsten. Mit dieser millionenschweren Verbesserung und Selbstironie (Mercedes verteilte Plüsch-Elche) wurde die A-Klasse schließlich doch noch ein Erfolg für den Hersteller und führte außerdem dazu, dass sich ESP generell auf dem Automobilmarkt auch jenseits der Premiumklasse etablierte.
Ford und der Feuertod
Der recht günstige Mittelklassewagen Ford Pinto wurde ab 1970 eingeführt. Einige seiner Fahrer kam das jedoch teuer zu stehen – sie bezahlten mit ihrem Leben und es kam zu einem der größten Sicherheitsskandale der Automobilgeschichte. Wer mit dem Pinto einen Auffahrunfall im Heck erlebte, musste Angst haben, dass der dort verbaute und schlecht geschützte Kraftstofftank beschädigt wurde und es zu einem Brand kam.
Der eigentliche Skandal war aber, dass Ford trotz dieses Problems keine Neukonstruktion anordnete. Man hatte errechnet, dass es günstiger war, den Familien der Opfer Entschädigungen zu zahlen. Mindestens 60 Menschen sollen in den Flammen eines Pinto den Tod gefunden haben. Der Rückruf der betroffenen Modelljahre kam erst nach einer Klage zustande. 1980 wurde die Produktion des Pinto schließlich eingestellt.
VW und die Diesel-Affäre
Der Abgasskandal des großen deutschen Automobilherstellers begann 2015. Die US-Behörden wiesen nach, dass Millionen von VW-Diesel-Fahrzeugen mit einer Manipulationssoftware ausgestattet waren. Ziel des Konzerns war es, die eigenen Abgaswerte aufzuhübschen.
VW kostete dieser Skandal Milliarden an Entschädigungen und Nachrüstungen, einen Absturz an der Börse sowie Millionenbeträge für Strafen. Da zudem von den VW-Bossen immer nur das Nötigste zugegeben wurde, war der Imageschaden für den Konzern immens.
DeLorean und die Kokain-Affäre
Beim Film "Zurück in die Zukunft" war der DeLorean mit den Flügeltüren legendär. Im wahren Leben war der Sportwagenbauer John DeLorean in einen handfesten Drogenskandal verwickelt. Der DeLorean DMC-12 konnte sich nämlich abseits der Leinwand nicht auf dem Markt etablieren.
Als der Konkurs drohte, ließ DeLorean sich 1982 auf der Suche nach Investoren auf einen fingierten Kokaindeal von DEA und FBI ein und wurde verhaftet. Obwohl er später freigesprochen wurde, weil er nachweisen konnte, aus Angst um das Leben seiner Familie auf den Deal eingegangen zu sein, platzte damit sein Traum, die DeLorean Motor Company zum Erfolg zu führen, endgültig.
General Motors und die defekten Zündschlösser
Zündschlösser können nicht nur das Image beschädigen, sondern auch Leben kosten. Während der Fahrt konnten die defekten Zündschlösser bei General Motors einfach in die Aus-Position wechseln, z.B. durch einen schweren Schlüsselanhänger.
Die Folge: Motor, aber auch Lenk- und Bremsunterstützung und Airbags fielen ab Beginn des 21. Jahrhunderts aus – mindestens 124 Menschen starben dadurch bei Unfällen. Die größte Skandalnachricht war aber, dass 2014 herauskam, dass der Autokonzern das Problem, von dem 2,6 Millionen Fahrzeuge betroffen waren, jahrelang verheimlicht hatte.
VW, Opel und die López-Affäre
Der Einkaufsmanager José Ignacio López (links im Bild mit dem damaligen VW-Chef Ferdinand Piech) wechselte 1993 von Opel zu Volkswagen. Schlagzeilen machte das nicht nur, weil er beschuldigt wurde, geheime Unterlagen von Opel mitgenommen zu haben.
López flog bei VW raus und VW musste für die Industriespionage allein 100 Millionen US-Dollar Entschädigung zahlen. López und die beiden konkurrierenden Autohersteller gerieten zudem in Verruf, weil unter seiner Regie dermaßen drastisch Kosten gesenkt wurden, dass die Qualität der Autos extrem litt.