Die japanische Gelände-Legende kehrt zurück
Einige Design-Besonderheiten hat Mitsubishi ebenfalls integriert. So soll die auffällig gestaltete C-Säule ein Hinweis auf den Überrollbügel der ersten offenen Pajero-Generation sein.
Nach fünf Jahren Pause kehrt der Pajero als neues Mitsubishi-Flaggschiff zurück. Der Geländewagen setzt auf klassische Offroad-Technik mit Leiterrahmen und kräftigem Diesel.
Mitsubishi bringt den Pajero zurück. Am 2. September 2026 hat der japanische Hersteller die fünfte Generation des Geländewagens vorgestellt. Der neue Pajero ist als dreireihiger Siebensitzer ausgelegt und übernimmt künftig die Rolle des Flaggschiff-SUV der Marke. Produziert wird das Modell in Thailand, wo auch der Pick-up Mitsubishi L200/Triton vom Band läuft.
Klassische Proportionen
Beim neuen Pajero orientiert sich Mitsubishi sichtbar an der Geschichte der Baureihe. Die Karosserie ist kantig-aufrecht designt und lässt den Wagen wuchtig erscheinen. Einige Design-Besonderheiten hat Mitsubishi ebenfalls integriert. So soll die auffällig gestaltete C-Säule ein Hinweis auf den Überrollbügel der ersten offenen Pajero-Generation sein, die sechseckige Ausformung der Heckklappe soll das früher am Heck angebrachte Reserverad symbolisieren. Ein Reserverad an der Heckklappe gibt es beim neuen Modell dagegen nicht mehr.
Im Innenraum setzt Mitsubishi auf ein breites, horizontal gegliedertes Armaturenbrett. In höheren Ausstattungen besteht das zentrale "Monolith Display" aus zwei 14,3 Zoll großen Bildschirmen. In einfacheren Varianten kommen 12,3-Zoll-Anzeigen zum Einsatz. Das digitale Kombiinstrument greift die frühere Dreifach-Instrumentierung auf und ergänzt sie um Informationen wie Höhe, Kompassrichtung, Außentemperatur sowie Steigungs- und Seitenneigungswinkel.
Der Pajero bietet drei Sitzreihen und sieben Plätze. Die zweite Sitzreihe lässt sich über 150 Millimeter verschieben und erleichtert damit sowohl den Zugang zur dritten Reihe als auch die Anpassung des Innenraums. Für die dritte Reihe wurden zusätzliche Kopf- und Fußräume vorgesehen.
Zurück zum Leiterrahmen
Technisch vollzieht Mitsubishi einen deutlichen Schritt gegenüber dem zuletzt angebotenen Pajero. Die neue Generation basiert auf einem hochfesten Leiterrahmen. Der Einsatz von speziellen Stählen und ein besonders großer Querschnitt der Rahmenelemente sollen die Torsions- und Biegesteifigkeit erhöhen. Die Radaufhängung besteht vorn aus einer Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern. An der Hinterachse arbeitet eine Starrachse mit Fünflenker-Anbindung und Schraubenfedern. Das soll große Federwege und eine besonders gute Verschränkung im schweren Gelände ermöglichen.
Angetrieben wird der Pajero von einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor mit variabler Turbinengeometrie. Das Aggregat entwickelt bis zu 480 Nm Drehmoment. Leistungsdaten hat Mitsubishi noch nicht genannt, im Pick-up L200 kommt der Diesel auf 204 PS. Die Kraftübertragung übernimmt ein neu entwickeltes Achtgang-Automatikgetriebe mit Sportprogramm.
Aufwendiger Allradantrieb
Für die Geländetechnik setzt Mitsubishi auf eine Weiterentwicklung des bekannten Super Select 4WD-II. Vier Antriebsstellungen stehen zur Verfügung: 2H für Hinterradantrieb, 4H für permanenten Allradantrieb, 4HLc mit gesperrtem Mittendifferenzial sowie 4LLc mit gesperrtem Mittendifferenzial und Untersetzung.
Ergänzt wird das System durch Super All Wheel Control, kurz S-AWC. Darin arbeiten Active Yaw Control, Traktions- und Stabilitätsregelung sowie ABS zusammen. Active Yaw Control beeinflusst über gezielte Bremseingriffe die Kraftverteilung zwischen dem linken und rechten Rad der Vorderachse. Für unterschiedliche Untergründe stehen sieben Fahrprogramme zur Verfügung: Normal, Eco, Gravel, Snow, Mud, Sand und Rock. Die Programme verändern die Regelstrategien der Antriebs- und Stabilitätssysteme entsprechend dem jeweiligen Untergrund.
Rundum-Kamera
Eine weitere Besonderheit ist der 3D Multi Around Monitor. Vier Kameras erzeugen zusammen mit einem dreidimensionalen Fahrzeugmodell eine Rundumsicht. Zusätzlich gibt es eine Front-Unterbodenansicht. Sie wird bei der Wahl von 4HLc oder 4LLc automatisch eingeblendet und zeigt den Bereich unterhalb und vor dem vorderen Stoßfänger, der vom Fahrersitz aus nicht einsehbar ist.
Marktstart und Preis
Der neue Pajero wird zunächst in Thailand produziert und dort im Geschäftsjahr 2026 eingeführt. Anschließend folgen Japan und Australien. Ab dem Geschäftsjahr 2027 ist die schrittweise Einführung in rund 100 Ländern vorgesehen. Dazu zählen Märkte in Asien, Australien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Eine Markteinführung in Europa ist bislang nicht angekündigt. In Märkten, in denen der Pajero traditionell unter einem anderen Namen verkauft wurde, kehrt zudem die Bezeichnung Montero zurück. Preise hat Mitsubishi noch nicht genannt.
