Kommt der Boulder jetzt doch?
Hyundai hatte für das Boulder-Konzept eigentlich keine Serienversion vorgesehen. Ein neuer Designeintrag in Indien wirft nun allerdings Fragen zur weiteren Entwicklung auf.
Als Hyundai das Boulder Concept im April 2026 auf der New York International Auto Show präsentierte, war die Ansage klar. Der kantige Geländewagen sollte vor allem eine neue Leiterrahmen-Plattform und die darauf aufbauende Technik demonstrieren. Eine Serienversion des Offroaders war nach den damaligen Aussagen nicht vorgesehen. Im Mittelpunkt stand vielmehr ein Midsize-Pick-up, der auf derselben Architektur entstehen soll.
Patentantrag zeigt Seriendesign
Jetzt ist beim indischen Patentamt ein Designeintrag aufgetaucht, der diese Einordnung zumindest wieder infrage stellt. Die Registrierung mit der Nummer 502534-001 ist der Hyundai Motor Company zugeordnet und zeigt einen hoch aufragenden, kantigen Geländewagen. Die Abbildung weist zahlreiche Gemeinsamkeiten mit dem Boulder auf, unterscheidet sich aber in mehreren Details vom in New York gezeigte Konzeptauto.
Zu erkennen sind eine aufrechte Frontpartie, stark ausgeprägte Kotflügel, nahezu senkrechte Seitenflächen und eine kurze, hoch bauende Heckpartie. Auch das Reserverad sitzt außen am Heck. Die Grundproportionen erinnern damit deutlich an den Boulder. Gleichzeitig wirkt die Gestaltung der Patentzeichnung weniger eng an das Showcar gebunden, sondern wirkt näher an einem möglichen Serienmodell. Der Kühlergrill ist anders aufgebaut, die Scheinwerfer fallen kleiner aus und werden offenbar von vertikalen Leuchtelementen flankiert. Die Radhausverkleidungen sind kantiger gestaltet. Auch der Bereich um C-Säule und hintere Dachkante weicht vom Konzept ab.
Das Boulder Concept war als betont robuster Geländewagen ausgelegt. Hyundai kombinierte eine klassische Leiterrahmenarchitektur mit kurzen Karosserieüberhängen, großer Bodenfreiheit und 37 Zoll großen Geländereifen. Gegenläufig angeschlagene Türen, Safari-Fenster, ein Dachträger mit integrierter Struktur und eine beidseitig zu öffnende Heckklappe gehören zu den auffälligen Merkmalen der Studie.
Weniger Spielereien als beim Concept
Gestalterisch ordnete Hyundai den Boulder der neuen Formensprache "Art of Steel" zu. Die Konstruktion sollte dabei nicht hinter einer glatten Karosserie verschwinden, sondern durch die Gestaltung sichtbar werden. Die kantigen Flächen, ausgeprägten Radhäuser und kurzen Überhänge sind entsprechend eng mit dem vorgesehenen Einsatzzweck als echter Geländewagen verbunden.
Konkurrenz für den Suzuki Jimny?
Der jetzt aufgetauchte indische Designeintrag beweist dagegen keine Serienfreigabe für einen echten Hyundai Boulder. Eine Designregistrierung schützt zunächst die dargestellte Gestaltung und sagt für sich genommen nichts über Produktionsentscheidung, Antrieb oder Marktstart aus. Zudem hat Hyundai Nordamerika erklärt, der betreffende indische Patenteintrag stehe nicht mit einem nordamerikanischen Konzept oder Serienfahrzeug in Verbindung. Hyundai Indien verweist zugleich auf die geplante Einführung von insgesamt 26 neuen Produkten und Modellüberarbeitungen bis 2030. Gut möglich also, dass Hyundai ein optisch zum Boulder vergleichbares, aber kompakteres Fahrzeug plant, dass in den Wettbewerb mit dem in Indien sehr erfolgreichen Suzuki Jimny einsteigt.
