Neues Werk, neues Dach – für den Marco Polo
Der Marco Polo wurde jahrelang bei Westfalia ausgebaut, nun macht das Mercedes selbst.
Der Marco Polo wurde jahrelang bei Westfalia ausgebaut, nun macht das Mercedes selbst. Das Dach ist nun ein (fast) ganz neues.
Zwei Dinge sind wichtig beim neuen Marco Polo Dach. Erstens: Die hinteren Scheren stellen nun 10 Zentimeter höher auf. Und zweitens: Das Dach wird aus Aluminium gefertigt und nicht mehr wie bisher aus GFK. Offizieller Grund: Es sei leichter und steifer. Nun, es kann auch sein, dass hier eher der Wechsel weg von Westfalia eine neue Dachfertigung erfordert hat.
Was ist neu und was bleibt gleich beim Aufstelldach?
Denn mangelnde Steifigkeit kann man dem bisherigen Marco Polo und seinem Dach ja nicht vorwerfen. In der Regel sorgen für die Steifigkeit Hilfsrahmen, weniger die Dächer selbst. Wie auch immer: Jetzt hat der Marco Polo, wie auch dessen stärkster Konkurrent, der VW California, ein Aluminium-Dach. Und das schaut auch besser aus als die bisherige GFK-Schale. Glatter, eleganter.
Das Dach stellt wie bisher auch beim normalen Marco Polo elektrisch auf. Steuern lässt es sich über das Display im Cockpit oder über eine App. Der Aufstellmechanismus besteht aus einer Spindel, die mit einem Elektromotor angetrieben wird, welche dann die Aufstellmechanik betätigt und das Dach ruhig hoch- und runterfährt.
Am Aufstellmechanismus hat sich nichts geändert, genauso wenig daran, dass es das Dach für den möbelfreien Marco Polo Horizon in Serie als manuelle Ausführung gibt, das elektrische als Option. Die neue Schale ist doppelwandig. Es ist eine klassische Sandwichform mit zwei Schalen, eine innere und eine äußere. Innen eine nicht näher benannte Isolationsschicht. Auf der äußeren sitzen Schienen für Dachträger.
Die Dachlast mit geschlossenem Aufstelldach beträgt 50 kg (elektrisch/manuell), mit offenem elektrischen Aufstelldach 50 kg, 15 kg mit manuellem Aufstelldach. Auch der Zeltbalg ist nahezu gleich wie bisher. Außer dass er hinten zehn Zentimeter höher ist.
Kritik am Zeltbalg gibt es seit Jahren, denn es ist eine Art geschlossenes Moskitonetz, das zudem relativ blickdicht ist. Während Dachhersteller wie SCA, Reimo oder VW ihre Zeltbälge seit Jahren schon als Panorama-Ausführungen komplett öffnen können, verweigert sich Mercedes bisher diesem Trend. Das ist auch deren Zeltbalgkonstruktion geschuldet. Vernähte Stege helfen beim Schließen, damit sich der Stoff korrekt ziehharmonikamäßig aufeinander faltet.
Mittlerweile haben die Stuttgarter Autobauer angekündigt, dass sich das ändern soll. In Zukunft wird es eine Option geben, das Zelt vorn ganz zu öffnen. Campingbusse bleibt an dem Thema dran. Preise standen zu Redaktionsschluss noch nicht fest.
