Viel Platz und durchdachte Details
Der erste Campingeinsatz des neuen Dauertesters Hobby Ontour Van 600 auf dem Wohnmobilstellplatz beim Natur & City Camping in Ellwangen.
Er ist noch keine Woche in der Redaktion, da nimmt unser neuer Dauertester schon das erste Ziel ins Visier: Die Landesgartenschau in Ellwangen. Klappt dabei auf Anhieb alles?
Ein Abend, eine Nacht und ein Tag sollten für einen ersten Eindruck des Hobby Ontour Van 600 reichen. Also nach Feierabend das Nötigste ins Fahrzeug gepackt und wir rollen los. Knapp 200 Kilometer sind es aus dem Großraum Stuttgart in die Stadt Ellwangen im Osten Baden-Württembergs. Hier findet noch bis zum 4. Oktober die Landesgartenschau statt. Über die A8 geht’s zügig Richtung Osten, ab Crailsheim wird die Strecke durch den Ostalbkreis kurvig, stellenweise schmal.
Mit dem 6 Meter lange Citroën Jumper mit 140 PS und Achtgang-Automatik kommen wir auf der Autobahn zügig und dank adaptivem Tempomat komfortabel voran. Auf der Landstraße lässt sich der Citroën geschmeidig durch die Kurven zirkeln, nicht zuletzt dank der 16-Zoll-Leichtmetallräder. Ein kleiner Wermutstropfen ist die Fahrerhausverdunkelung auf der Beifahrerseite, die den Weitwinkelspiegel ein Stück verdeckt. Während der Fahrt ist vom Möbelbau keinerlei Geräusche zu hören, im Gegensatz zum Panorama-Dachfenster über der Sitzgruppe, das ab etwa 110 km/h mit unüberhörbaren Windgeräuschen auf sich aufmerksam macht.
Gemütliches Sitzen in der Dinette
Bei unserer Ankunft gegen 21 Uhr ist der Stellplatz vor der Schranke am Natur & City Camping Ellwangen bereits gut gefüllt. Glücklicherweise haben wir online gebucht. Zwar wirkt unser Standplatz auf den ersten Blick eben, der Hobby hängt dann aber doch leicht in Richtung Fahrerseite. Also Keile raus und dank Automatik geschmeidig in die Waagerechte nivelliert. Obwohl es abends schon frisch wird, genießen wir das Ankunftsbier und eine schnelle Brotzeit vor dem Campingbus. Dabei fällt uns der beidseitig zu öffnende Kühlschrank positiv auf, der auch von außen gut erreichbar ist.
Später ziehen wir in die Halbdinette um. Trotz mechanischer Handbremse zwischen Tür und Fahrerplatz lässt sich der Cockpitsitz problemlos in Position bringen. Der Tisch punktet mit einer ausdrehbaren Zusatzplatte und viel Abstellfläche. Die Sitzbank ist auffallend dick gepolstert. Das ist einerseits komfortabel, beschränkt aber andererseits den Raum zwischen Oberschenkeln und Tischkante. Und wer sich abends gerne mit einem Kissen an die Wand lehnt, kollidiert mit den dick auftragenden Fensterrollos. Das gemütliche Lümmeln, wie man es aus manchen Campingbussen kennt, funktioniert hier nur eingeschränkt.
Viel Stauraum im kurzen Campingbus
Für ein 6-Meter-Kastenwagen empfinden wir den Stauraum als erstaunlich üppig. Sogar ein schmaler Kleiderschrank am Ende der Küche, direkt vor dem Bett ist vorhanden. Auch an Haken für Jacken sowie für Küchenhandtuch und Abtrockentuch wurde gedacht. Da wir keinen Müllbehälter haben, wandert die Mülltüte vorübergehend an einen der Haken.
Besonders praktisch: das große Bodenfach unter dem Tisch. Die schweren Wasserflaschen und den Kram, den wir beim Losfahren noch schnell unterbringen mussten, haben wir dort sicher verstaut. Das kleine Fach daneben schluckt ebenfalls erstaunlich viel Kleinteiliges.
Bett und Küche überzeugen
Im Heckquerbett fällt uns die Breite von über 1,60 Metern im Schulterbereich positiv auf. Ebenso gefallen die durchgehenden offenen Staufächer unter den Hängeschränken. In der Küche sind sie praktisch für unsere obligatorische Küchenrolle sowie im Schlafbereich für Buch, Brille und Mobiltelefon. Lesespots und Ambientebeleuchtung sorgen für Helligkeit im Schlafbereich. Auch im restlichen Fahrzeug gibt es ausreichend Licht, dessen Steuerung uns aber zunächst ins Grübeln bringt. Doch per Trial-and-Error gelingt es uns, die Beleuchtung am Display und über diverse Schalter zu steuern.
Erfreulich ist die Positionierung der Steckdosen in der Sitzgruppe: Auf Augenhöhe gibt es je eine 230- und 12-Volt-Buchse, letztere auch mit USB-A und USB-C-Anschluss. Weiter oben warten weitere Steckdosen und der Anschluss für ein TV-Gerät.
Auch die Küche macht eine gute Figur: Die Kaffeemaschine bekommt einen festen Platz direkt an der gut erreichbaren 230-Volt-Steckdose. Schubladen und Hängeschränke bieten viel Platz für Lebensmittel und Küchenutensilien.
Schwenkbad mit kleinen Abstrichen
Einschränken müssen wir uns dafür im Schwenkwand-Bad. Der Stauraum ist begrenzt, einen Klopapierrollenhalter suchen wir vergeblich. Die Toilettenhöhe passt für uns, allerdings stoßen die Knie beim Sitzen an die geschlossene Schiebetür.
Praktisch sind die zwei Haken, die beim Umbau zur Dusche in den trockenen Bereich geschwenkt werden. Für die Lüftung würden wir uns statt – oder besser – zusätzlich zum Seitenfenster noch eine Dachluke wünschen, damit die Feuchtigkeit nach dem Duschen nach oben abziehen kann.
Einzigartige Verbindung von Landesgartenschau und Camping
Den nächsten Tag gehen wir entspannt an. Trotz der recht straff gepolsterten Liegefläche haben wir gut geschlafen. Wir entscheiden uns für ein Frühstück vor dem Hobby Van mit frischen Croissants und Brezeln, die wir am Abend zuvor online beim Campingplatz bestellt haben. Nach der Stärkung geht es direkt vom Campingplatz aus aufs Gartenschaugelände. Die Tickets haben wir zuvor online gekauft und auf dem Mobiltelefon gespeichert. Beim Einlass bekommen wir dann ganz oldschool einen Stempel auf den Unterarm, mit dem wir an diesem Tag beliebig oft zwischen Campingplatz und Gartenschaugelände wechseln können.
Diese Freiheit ist es, die Camping und Gartenschau in Ellwangen so perfekt zusammenführt: morgens direkt ohne Fahrzeit und Anstehen aufs Gelände, Mittagspause unter der Markise vor dem Wohnmobil und danach wieder ins Blütenmeer abtauchen. Die Gartenschau ist aus unserer Sicht sehr gelungen und vielseitig – und ganz nebenbei nehmen wir eine Menge Inspiration für den heimischen Garten mit.
Auch Lust auf Gartenschau-Camping bekommen? Hier gibt es alle Infos zu den diesjährigen Veranstaltungen und passende Stellplätze:
