Frischluft ohne offene Fenster
Lüfter, elektrische Dachluke und Montagematerialien sind im aktuell 219 Euro teuren Set enthalten. Werkzeug, Kleber und Kabel muss man besorgen.
Was jahrzehntelang bei Porsche Boxern funktioniert hat, wirkt auch im Caravan gegen Hitze: der gute alte Lüfter. Wir haben den Berger Plus Fan für schlanke 219 Euro anstelle einer Dachluke eingebaut und zeigen, wie das geht.
Das brauchen Sie:
- Akkuschrauber mit passenden Bits
- Schaber zum Entfernen von alter Dichtmasse
- Kartuschenpresse
- Dauerelastische Dichtmasse (z. B. Dekaseal 8936)
- Reinigungsmittel und fusselfreien Lappen
- Bohrmaschine mit Stufenbohrer
- Staubsauger
- Werkzeug zum Abisolieren und Verbinden von Kabeln (Crimpzange, Lüsterklemmen, Schraubendreher)
- 1,5-mm2-Kabel (plus/minus) als Verlängerung zur Stromquelle
Ausbau der alten Dachhaube und Vorbereitung
Schritt 1: Alte Dachhaube und Klebe-/Dichtmasse entfernen. Innenrahmen der alten Dachhaube abbauen. Anschließend die Haube mit Druck (zum Beispiel mit Montagestütze/Sprieß) aus dem Dachausschnitt heben. Langsam Druck rundum erhöhen, von außen nachhelfen. Mit einem Schaber (oder durch Aufwickeln der alten Dichtmasse mit Bohrmaschine und Bohrer) Dichtungs-/Klebereste vollständig entfernen. Die Fläche um den Dachausschnitt mit einem geeigneten Reinigungsmittel und einem fusselfreien Tuch gründlich säubern. Die Oberfläche muss fett- und staubfrei sein.
Einbau des Dachventilators
Schritt 2: Auf die Unterseite des neuen Außenrahmens eine großzügige und durchgehende Raupe Dichtmasse auftragen. Hierbei nicht sparen, um eine wasserdichte Verbindung zu gewährleisten. Übergequollene dauerelastische Klebemasse kann später abgetupft werden – oder auch bleiben.
Schritt 3: Außenrahmen montieren. Der vorbereitete Außenrahmen wird auf den Dachausschnitt gesetzt. Anschließend wird er mit den beiliegenden Schrauben gleichmäßig und am besten über Kreuz mit dem Fahrzeugdach verschraubt.
Schritt 4: Die Haupteinheit des Dachventilators von oben in den montierten Außenrahmen einsetzen und festschrauben. Wichtig! Schraublöcher mit etwas dauerelastischer Dicht-/Klebemasse füllen, damit Regenwasser auch bei Sturm und während der Fahrt keine Lücken und Ritzen findet.
Innenmontage und elektrischer Anschluss
Schritt 5: Kabelweg vorbereiten. Vom Lukenausschnitt mit dem Stufenbohrer einen keilförmigen Kanal bohren, um das Stromkabel unter dem Rahmen des Dachventilators hinaus zur 12-V-Stromquelle zu führen. In unserem Caravan werden dazu die Querleisten an der Decke verwendet.
Schritt 6: Stromkabel verlängern. Das originale Kabel aus dem Lüftermotor muss je nach Entfernung zur Stromquelle verlängert werden. Je nach Kabelweg mit abgecrimpten Steckern – oder durch Verlöten und Isolieren.
Schritt 7: Kabeldurchführung bohren. In unserem Fendt läuft das Kabel unter der originalen Abdeckleiste. Alternative: mit Draht einen Kabelkanal durch die Dachisolierung zur Stromquelle ziehen. Dann ist Schritt 5 nicht nötig. Oder dünnen Kabelkanal an der Decke montieren.
Schritt 8: Innenrahmen befestigen. Der Innenrahmen wird an die Decke gehalten, die Kabel des Ventilators werden mit dem Rahmen verbunden, und dieser wird anschließend festgeschraubt. Dies erfordert eine zweite Person, um den Rahmen zu halten.
Schritt 9: Anschluss an die Stromquelle. Wir entscheiden uns für einen nahegelegenen Lesespot. Mit einer Lüsterklemme den Dauerstrom abzweigen. Wichtig: Auf Plus und Minus achten wegen der Laufrichtung des Ventilators.
Schritt 10: Funktionstest. Nachdem die Stromversorgung wieder hergestellt ist, wird ein umfassender Funktionstest durchgeführt. Mit der Fernbedienung werden alle Funktionen des Dachventilators überprüft: Ventilator an/aus, Drehzahlregelung, Luftrichtung (rein/raus) und die integrierte LED-Beleuchtung.
Der Berger Plus Fan in der Praxis
Der Ventilator sorgt für Frischluft, ohne dass man die Fenster öffnen muss. Das gibt nachts ein sicheres Gefühl. Prima: Die Automatikfunktion schließt die Luke von selbst, sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist. Die Einstellung auf 20 % Lüfterleistung reicht in einem 500er-Wohnwagen. Störend ist die rote Funktions-LED, die nicht abschaltbar ist. Fazit: Die Luke ist eine gute Belüftungslösung, ersetzt aber keine Klimaanlage.
