So jagt Spanien auch deutsche Verkehrssünder
Pünktlich zur großen Rückreisewelle aus dem Urlaub am Wochenende geht Spanien mit Hightech auf die Jagd nach Verkehrssündern.
Neben mobilen Radargeräten setzt die spanische Verkehrsbehörde DGT auch Pegasus-Hubschrauber, Drohnen, Kameras sowie getarnte Transporter und Motorräder ein. Die "Operación Retorno" (Rückreiseaktion) beginnt am Freitag, 28.8., um 15:00 Uhr und läuft bis Montag um 24:00 Uhr. Die DGT erwartet während ihrer Aktion rund 6,88 Millionen Fernfahrten. Zusätzlich sind zahlreiche ausländische Fahrzeuge auf dem Weg durch Spanien und über die Grenzübergänge Richtung restliches Europa.
Drohnen beobachten Verstöße aus der Luft
Drohnen gehören inzwischen fest zur Verkehrsüberwachung der DGT. Während der Rückreiseaktion setzt die Behörde sie zusammen mit weiteren technischen Mitteln zur Kontrolle des Verkehrs ein. Die Drohnen können dabei das Verhalten von Autofahrern aus der Luft beobachten und Verstöße dokumentieren.
Ein wichtiger Unterschied zu einem klassischen Blitzer bleibt jedoch bestehen. Die derzeit eingesetzten Drohnen sind nicht für reguläre Geschwindigkeitsmessungen vorgesehen. Sie dienen der Überwachung anderer Verstöße und riskanter Fahrweisen.
Pegasus-Hubschrauber überwachen ganze Strecken
Noch größer ist der Aktionsradius der Pegasus-Hubschrauber. Sie können längere Straßenabschnitte aus der Luft überwachen und dabei Fahrzeuge über eine größere Entfernung verfolgen. Im Gegensatz zu den Drohnen kann Pegasus auch zur Geschwindigkeitsüberwachung eingesetzt werden.
Darüber hinaus lassen sich aus der Luft weitere Regelverstöße erkennen und dokumentieren. Für die Rückreiseaktion führt die DGT ihre Pegasus-Hubschrauber ausdrücklich als Teil der technischen Überwachung auf.
Tarn-Transporter kontrollieren Handy und Sicherheitsgurt
Wesentlich unauffälliger sind die getarnten Transporter der DGT. Sie sehen zunächst wie gewöhnliche Fahrzeuge aus und ermöglichen den Beamten durch ihre erhöhte Sitzposition einen besseren Blick in vorbeifahrende Autos. Bei der aktuellen Rückreiseaktion sollen sie insbesondere Verstöße bei der Handynutzung und beim Sicherheitsgurt erkennen.
Die DGT nutzt solche Fahrzeuge nicht nur punktuell. Bereits für ihre Verkehrsaktion Mitte August hatte die Behörde angekündigt, getarnte Transporter zur Kontrolle von Handy- und Gurtverstößen einzusetzen. Sie ergänzen damit die stationären Kameras, die ebenfalls solche Verstöße erfassen können.
Getarnte Motorräder fahren im Verkehr mit
Auch Motorräder ohne die übliche Polizei-Kennzeichnung sind Teil der Überwachung. Anders als ein stationärer Kontrollpunkt bewegen sich diese Fahrzeuge direkt im laufenden Verkehr.
Dadurch können die Beamten das Fahrverhalten anderer Verkehrsteilnehmer über einen längeren Zeitraum beobachten.
Stationäre und mobile Blitzer im Einsatz
Für klassische Geschwindigkeitsverstöße bleiben stationäre und mobile Radargeräte das wichtigste Kontrollmittel. Beide Systeme sind während der Rückreiseaktion verstärkt im Einsatz. Gerade bei den mobilen Geräten müssen Autofahrer damit rechnen, dass Kontrollen an wechselnden Stellen stattfinden.
Wie umfangreich solche Aktionen ausfallen können, zeigt eine DGT-Kontrollwoche im August. Dabei überprüften die Beamten an 3.466 Kontrollstellen die Geschwindigkeit von mehr als einer Million Fahrzeugen. Mehr als 69.000 Fahrer wurden wegen Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit angezeigt.
Kameras kontrollieren aus erhöhter Position
Zusätzlich nutzt die DGT fest installierte Kameras. Ihr Schwerpunkt liegt nicht zwingend auf dem Tempo. Die Behörde setzt Kameratechnik unter anderem ein, um die Nutzung des Mobiltelefons am Steuer und das Anlegen des Sicherheitsgurts zu kontrollieren.
Damit unterscheidet sich die Überwachung deutlich vom klassischen Blitzer. Ein Fahrer kann regelkonform unterwegs sein, was die Geschwindigkeit betrifft, und trotzdem wegen eines mit der Kamera festgestellten Handy- oder Gurtverstoßes belangt werden.
Rund um die MotoGP wird zusätzlich kontrolliert
Am Wochenende läuft noch eine zweite große Kontrollaktion. Wegen des Motorrad-Grand-Prix von Aragón verstärkt die DGT vom 28.8. bis 30.8.2026 die Überwachung rund um das MotorLand Aragón bei Alcañiz. Im Fokus stehen vor allem Geschwindigkeit, riskantes Fahrverhalten sowie Alkohol und Drogen.
Neben stationären Blitzern werden dort Fahrzeuge mit Radartechnik aufgestellt. Getarnte Fahrzeuge sollen Verstöße während der Fahrt erkennen. Dazu kommen Pegasus-Hubschrauber und Drohnen. Die Guardia Civil richtet außerdem Alkohol- und Drogenkontrollen ein.
