Start noch in diesem Jahrzehnt
VW will in den USA endlich mit einem echten Pick-up angreifen und peilt den Marktstart noch vor 2030 an. Der Konzern prüft dafür wohl auch eine Produktion in Chattanooga – und eine mögliche Kooperation, bei der Ford zur Schlüsselfrage wird.
VW stellt seine US-Strategie neu auf und sucht Rendite dort, wo Amerika am meisten zahlt: bei Pick-ups und großen SUVs. Naturgemäß sieht auch VW-Markenchef Thomas Schäfer dort die größten Wachstumschancen. Gerade bei den Pick-ups steht VW aktuell blank da. Ein Insider verrät jetzt: VW bringt seinen ersten modernen Pick-up für den US-Markt noch in diesem Jahrzehnt.
Chattanooga als mögliches Werk
VW will den Truck in den USA bauen – schließlich möchte man die Chicken Tax umgehen, die heimische und ausländische Hersteller auf importierte Trucks gleichermaßen entrichten müssen. Chattanooga gilt als naheliegender Standort, weil VW dort bereits den großen SUV Atlas und dessen Ableitungen fertigt und Mitte April dieses Jahres die ID.4-Produktion vorzeitig gestoppt hat. Der Pick-up würde VW außerdem helfen, sein US-Angebot noch stärker auf lokale Bedürfnisse auszurichten. Damit setzen die Wolfsburger eine Politik fort, die sie mit dem seit Mai 2017 ausgelieferten Atlas begonnen haben – seitdem gilt das Erkennen von lokalen Marktbedürfnissen als überlebenswichtig.
Amarok in den USA zu teuer
Der VW Amarok hätte als Import in den USA wirtschaftlich wegen der oben genannten Chicken Tax kaum eine Chance gehabt. Zudem basierte die erste Generation des Amarok auf teurer Technik, erst die zweite Generation basiert auf der gleichen Technik wie der Ford Ranger. Für den US-Markt wäre aber ein massentaugliches günstiges Arbeitstier auf Leiterrahmen-Basis nötig.
Scout erfüllt nicht diese Rolle
VW-Tochter Scout möchte zwar ab Mitte 2028 seinen Pick-up Terra auf den US-Markt bringen, doch setzt der US-amerikanische Hersteller auf Elektroantrieb und im besten Fall auf Hybridisierung.
Alle schauen auf Ford
VW prüft laut Handelsblatt zwei Wege: Eigenentwicklung mit Zulieferern oder eine Zusammenarbeit mit einem anderen Hersteller. Ford bietet sich an, weil beide Marken seit Jahren Technik teilen und weil der aktuelle Amarok bereits auf Ranger-Basis fährt. Die spannende Frage beginnt aber erst dort, wo das US-Geschäft wirklich stattfindet: Würde Ford VW Technik geben, die am Ende gegen den F-150 antreten kann?
Ford und der F-150 – das wird heikel
Ford schützt den F-150 als Profitmaschine und Markenikone, deshalb wirkt "F-150-Technik für VW" wie ein Widerspruch. Ford könnte VW höchstens mit einer Plattform unterhalb oder neben dem F-150 helfen – etwa mit Ranger-nahem Know-how, Fertigungsunterstützung oder Komponenten, die keinen direkten F-150-Klon ermöglichen. Das Ford sein mit Abstand wichtigstes Modell mit VW teilt, wäre eine Überraschung.
Neues Management, neue Produktliste
VW baut parallel das US-Topmanagement um: Audi-Vertriebschef Marco Schubert soll in die USA wechseln und Kjell Gruner ablösen, wie das Handelsblatt berichtet. VW will außerdem die US-Modellpalette prüfen; heute importiert der Konzern wichtige Modelle wie Tiguan, Taos und Jetta aus Mexiko. Zölle und Währung machen diese Strategie angreifbar – lokale Produktion hat in den USA massiv an Gewicht gewonnen.
Die VW-Bilder in diesem Artikel sind KI generiert.
