Fokus auf Cupra, Seat ab 2029 am Ende?
Volkswagen will wohl seine spanische Traditionsmarke Seat aus dem Programm nehmen und sieht laut einem Medienbericht das Ende ab 2029 vor.
Wie die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf einen Vorstandsbeschluss berichtet, soll über das Seat-Aus der Aufsichtsrat am Freitag (4.9.2026) abstimmen. In den Konzernplänen für 2030 werde Seat entsprechend nicht mehr berücksichtigt.
Volkswagen wolle damit Kosten und Investitionen reduzieren und sich stärker auf Cupra konzentrieren. "Eine Fortführung von Seat in der bisherigen Form würde zusätzliche Ressourcen binden, während die strategische Weiterentwicklung innerhalb der Markengruppe Cupra fokussiert werden soll", heißt es in den internen Unterlagen, die dem Wirtschaftsblatt vorliegen. Wichtig: Der Bericht bezieht sich auf die Automarke Seat. Das Unternehmen Seat S.A., zu dem auch Cupra gehört, ist davon zu unterscheiden.
Ein VW-Sprecher wollte gegenüber der "Bild"-Zeitung den Bericht nicht kommentieren: "Interne Unterlagen werden in zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess greifen wir nicht vor."
Bei den Auslieferungen hat Cupra die ältere Schwestermarke überholt. Nach Unternehmensangaben verkaufte Cupra im ersten Halbjahr 2026 weltweit 170.100 Fahrzeuge, Seat kam auf 129.600. Bereits 2025 hatte Cupra mit 328.800 ausgelieferten Autos vor Seat mit 257.400 gelegen.
Volkswagen plant weniger Modelle und mögliche Werksschließungen
Die Seat-Pläne gehören zum größeren Umbau des Volkswagen-Konzerns. Bereits im Juli kündigte der Vorstand an, das weltweite Modellangebot schrittweise um bis zu 50 Prozent zu verkleinern und die Produktionskapazität auf rund neun Millionen Fahrzeuge jährlich zu reduzieren. Der Konzern steht durch Überkapazitäten, Absatzprobleme in China, wachsenden Wettbewerb und US-Zölle unter Druck.
In der Aufsichtsratssitzung stehen zudem Einschnitte in Deutschland zur Debatte. So schlägt der Vorstand auch ein Produktionsende in Emden und Zwickau 2031, in Hannover 2032 und in Neckarsulm 2034 vor. Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen lehnen die Schließungspläne ab und haben nach Angaben aus Unternehmenskreisen eigene Vorschläge erarbeitet.
Seat bekam immer wieder neue Aufgaben
Seit der Übernahme durch Volkswagen 1986 wurde Seat mehrfach neu ausgerichtet. Aus dem früheren Fiat-Lizenzhersteller sollte eine internationale Volumenmarke werden, später der sportliche Ableger des Konzerns. Es folgten neue Technikversprechen, zusätzliche SUV und der Einstieg in Carsharing und Fahrgemeinschaften. Mit Cupra erhielt schließlich ein Teil des bisherigen Geschäfts eine eigene Marke.
Zweifel an Seats Zukunft begleiteten diese Veränderungen. Mitte der 2000er-Jahre wies Volkswagen Verkaufsgerüchte zurück. 2023 stand das Ende als Automarke ebenfalls wieder im Raum. Danach kündigte Seat erneut eine längerfristige Modellplanung an. Die folgende Übersicht unterscheidet zwischen Änderungen des Markenauftritts, neuen Geschäftsfeldern und einer veränderten Aufgabenverteilung im Konzern.
