Fast ein Viertel will zum Verbrenner zurück
Elektroautos brummen. Eine McKinsey-Umfrage zeigt allerdings, dass viele E-Auto-Fahrer beim nächsten Autokauf wieder zum Verbrenner wechseln wollen. Ausschlaggebend sind Kosten, Reichweite und Ladeinfrastruktur.
Aus der aktuellen "McKinsey Mobility Consumer Pulse"-Befragung, für die 30.000 Menschen in 15 Ländern befragt wurden, geht hervor, dass in Deutschland 24 Prozent der Befragten und damit fast jeder vierte Besitzer elektrifizierter Modelle erwägt, beim nächsten Autokauf wieder zu einem Verbrenner zu wechseln.
Im internationalen Vergleich ist das kein Extremwert: Für Australien nennt die Auswertung 49 Prozent, für die USA 46 Prozent und für China 28 Prozent. Die Zahl ist also weniger ein deutsches Sonderproblem als ein Hinweis darauf, wie stark Alltagserfahrungen mit dem E-Auto die nächste Kaufentscheidung für das nächste Fahrzeug prägen.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Es geht selbst bei 24 Prozent um eine Minderheit, nicht um eine generelle Abkehr vom Elektroauto. Gleichzeitig zeigt der Wert, dass die E‑Auto-Wende nicht automatisch linear verläuft, sondern auch Rückschritte kennt.
Kosten und Laden als Hauptgründe
Unter denjenigen, die "sehr wahrscheinlich" zurück zum Verbrenner wollen, wird am häufigsten das als zu hoch empfundene Gesamtpaketpreis der Betriebskosten genannt: 47 Prozent. Danach folgen eine als unzureichend bewertete Ladeinfrastruktur (27 Prozent) und Reisegewohnheiten auf langen Strecken (26 Prozent) – sprich eine eingeschränkte Reichweite.
Felix Rupalla, einer der Leiter der Befragung bei McKinsey, verweist besonders auf das Laden unterwegs: Unzufriedenheit entstehe vor allem durch die als nicht ausreichend wahrgenommenen Schnellladepunkte auf Mittel- und Langstrecken. Ladeinfrastruktur wirkt hier wie ein fehlender "Puffer", wenn zu Hause oder am Arbeitsplatz nicht zuverlässig geladen werden kann.
Passend dazu fällt ein weiteres Stimmungsbild aus der Befragung deutlich aus: Nur 7 Prozent der Teilnehmenden bewerten das Ladenetz in Deutschland als ausreichend. Das ist ein Wert, der erklärt, warum selbst Besitzer eines Elektroautos bei der nächsten Entscheidung wieder zweifeln.
Reichweite und Kaufinteresse in Deutschland
Auch beim Thema Reichweite zeigt die Umfrage hohe Erwartungen: In Deutschland liegt der gewünschte Durchschnitt bei 500 Kilometern. Weltweit nennt McKinsey im Schnitt 469 Kilometer – Deutschland liegt damit deutlich darüber.
Bei Menschen ohne eigenem Elektroauto ist das Interesse laut Befragung in den vergangenen zwei Jahren gesunken. 29 Prozent ziehen als nächstes Auto ein batterieelektrisches Modell oder einen Plug-in-Hybrid in Erwägung; im Dezember 2022 waren es in Deutschland noch 34 Prozent.
Parallel ist der Anteil derjenigen, die gar kein Elektroauto kaufen wollen, leicht gestiegen: auf 27 Prozent nach 25 Prozent vor zwei Jahren. Fast die Hälfte dieser Gruppe nennt als Hauptgrund die hohen Kosten – das verbindet sich direkt mit den Betriebskosten-Sorgen der Rückkehrer.
