Benziner-Kleinwagen um 80 Prozent teurer
Der Kleinwagen als günstiger Einstieg in die automobile Welt scheint Geschichte zu sein. Eine aktuelle Auswertung des ADAC belegt einen Preisanstieg bei Benzinern von fast 80 Prozent in nur zehn Jahren.
Der Weg zum ersten eigenen Auto entwickelt sich für viele, insbesondere junge Menschen, zu einem kostspieligen Hürdenlauf. Nachdem die Kosten für den Führerschein deutlich gestiegen sind, rückt nun das Fahrzeug selbst in den Fokus. Eine aktuelle Auswertung des ADAC zeigt, dass traditionelle Einstiegsmodelle längst keine preiswerte Anschaffung mehr sind. Vor allem Kleinwagen mit Verbrennungsmotor haben sich demnach drastisch verteuert, während das Angebot in diesem Segment gleichzeitig schrumpft.
Wer heute einen neuen Kleinwagen mit Benzinmotor kauft, zahlt im Durchschnitt 24.117 Euro. Das sind knapp 80 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren (2016 13.557 Euro). Gleichzeitig dünnen die Hersteller das Angebot aus. Nur noch 46 Modelle mit Verbrennungsmotor listet der ADAC in diesem Jahr – ein neuer Tiefstand. Varianten mit Dieselmotor oder andere Verbrenner-Alternativen suchen Käufer in dieser Klasse vergeblich.
Elektro-Kleinwagen: Günstiger, aber nicht günstig genug
Eine gegenläufige Entwicklung beobachten die Tester im Elektrosegment. Hier sank der Durchschnittspreis für einen Kleinwagen im Vergleich zum Vorjahr um über neun Prozent auf unter 30.000 Euro. Zugleich wächst die Auswahl. Fast 40 Modelle zählt der ADAC inzwischen in diesem Segment. Doch auch diese Fahrzeuge bewertet der Mobilitätsclub als zu teuer. Der Vergleich mit der Vergangenheit stützt diese Einschätzung: Vor zehn Jahren kostete ein neuer Elektro-Kleinwagen knapp 5.000 Euro weniger als heute, obwohl das Angebot mit acht Fahrzeugen überschaubar war.
Mehr Auswahl für deutlich mehr Geld
Die gestiegene Auswahl von über 80 Modellen auf dem Gesamtmarkt ist dabei nur ein schwacher Trost. Diesem Angebots-Plus – dem höchsten Wert seit 2017 – steht ein Preissprung von mehr als 10.000 Euro im selben Zeitraum gegenüber. Die Konsequenz: Für viele Käufer rückt der Kleinwagen finanziell außer Reichweite.
Als einen Hauptgrund für die Kostenexplosion macht der ADAC die üppige Serienausstattung aus. Anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, statten Hersteller selbst ihre kleinsten Modelle mit teuren Komfort- und Infotainmentsystemen aus, die viele Käufer nicht benötigen. Der Club appelliert daher an die Industrie, sich wieder auf die ursprüngliche Funktion des Kleinwagens zu besinnen: Mobilität für eine breite Käuferschicht bezahlbar zu machen.
