Galloper tritt mit neuen Offroadern in Spanien an
Die Fahrzeuge werden zunächst in China gefertigt und für den europäischen Markt angepasst.
Galloper startet in Spanien neu. Gredos und Anayet nutzen chinesische Nissan-Technik, einen Mitsubishi-Motor und klassische 4x4-Antriebe.
Galloper ist zurück. Ab Oktober 2026 will die Marke in Spanien wieder Geländewagen und Pick-ups verkaufen. Mit der früheren Galloper-Struktur, die bis 2005 auf dem Markt war, hat das neue Unternehmen allerdings nur den Namen gemeinsam. Hinter dem Projekt steht ein spanisches Unternehmen, das mit dem chinesischen Hersteller Anhui Coronet zusammenarbeitet. Die Fahrzeuge werden zunächst in China gefertigt und für den europäischen Markt angepasst. Eine Produktion in Spanien ist derzeit nicht vorgesehen.
Fast vergessener Name
Der Name Galloper hat in Spanien dennoch einen konkreten historischen Bezug. Hyundai hatte ab 1991 unter der Bezeichnung Galloper einen auf dem Mitsubishi Pajero der ersten Generation basierenden Geländewagen in Südkorea produziert. In Spanien wurde das Modell ab 1998 als Galloper angeboten und bis 2005 verkauft. Technisch handelte es sich um einen klassischen Geländewagen mit Leiterrahmen und zuschaltbarem Allradantrieb. Auch in Deutschland war der Hyundai Galloper damals im Angebot und wurde vom offiziellen Mitsubishi-Vertrieb vermarktet.
Dass dieser Name nun wieder auftaucht, ist Teil der Strategie des neuen Unternehmens. Galloper nutzt die Bekanntheit der früheren Marke und deren Verbindung zum klassischen 4x4-Segment. Einen direkten gesellschaftsrechtlichen Zusammenhang mit dem früheren Hyundai Galloper gibt es dagegen nicht. Die heutige Galloper ist ein neues spanisches Unternehmen.
Zum Start stehen zwei Modelle bereit. Der Gredos ist ein fünftüriger Geländewagen mit 4,88 Metern Länge, während der Anayet als 5,29 Meter langer Pick-up antritt. Beide basieren auf Leiterrahmen-4x4 aus der chinesischen Nissan-Dongfeng-Kooperation. Der Gredos geht technisch auf den Nissan Terra beziehungsweise dessen chinesisches Pendant Dongfeng Paladin zurück. Der Anayet steht in Verbindung mit dem Nissan Navara und dem chinesischen Dongfeng Rich 7.
Benzin statt Diesel
Ungewöhnlich in dieser Klasse: Unter der Haube steckt bei beiden ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit Benzindirekteinspritzung und Turbolader. Der 4K31 hat seine Laufbahn als Mitsubishi-Maschine begonnen und wurde von Mitsubishi beziehungsweise dem chinesischen Joint Venture SAME als neue Motorengeneration eingeführt. Der Motor besitzt unter anderem variable Steuerzeiten für Ein- und Auslassventile, eine variable Ölpumpe und einen Doppel-Scroll-Turbolader. Für den Gredos nennt Galloper 218 PS und 360 Nm, beim Anayet werden 220 PS angegeben.
Die Kraftübertragung übernimmt eine Achtgang-Automatik von ZF. Beide Fahrzeuge verfügen über Allradantrieb mit Geländeuntersetzung und eine Sperre für das Hinterachsdifferenzial. Das spricht neben der Leiterrahmen-Konstruktion für robuste Durchsetzungskraft im Gelände.
Der Geländewagen Gredos ist 4.882 Millimeter lang, 1.850 Millimeter breit und 1.875 Millimeter hoch. Sein Radstand beträgt 2.850 Millimeter, das Leergewicht 1.950 Kilogramm. Das Kofferraumvolumen wird mit 748 Litern angegeben. Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt bei 8,5 Litern je 100 Kilometer. Die Böschungswinkel betragen 32 Grad vorn und 27 Grad hinten.
Der Pick-up Anayet ist mit 5.287 Millimetern deutlich länger und passt damit genau ins Midsize-Pick-up-Segment. Er hat einen Radstand von 3.150 Millimetern und wiegt leer 1.925 Kilogramm. Die Ladefläche misst 1.510 × 1.562 Millimeter. Alles übliche Werte für das Segment, bis auf die Nutzlast: Sie beträgt lediglich 490 Kilogramm, nicht viel für einen Pick-up. Die Bodenfreiheit liegt bei 219 Millimetern. Galloper gibt einen WLTP-Verbrauch von 10,5 Litern je 100 Kilometer an. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 170 km/h.
Günstige Preise angekündigt
Preislich startet der Galloper Gredos in Spanien bei 39.000 Euro, wobei dieser Einstiegspreis an eine Finanzierung des Fahrzeugs gekoppelt ist. Für den Anayet prüft die Marke außerdem eine Zulassung als Nutzfahrzeug der Klasse N1. In dieser Ausführung könnte der Pick-up dann zu einem Nettopreis von 26.000 Euro angeboten werden. Galloper plant außerdem, die Modellpalette später um weitere Antriebsvarianten zu ergänzen. Im Gespräch sind eine Autogas-Version sowie ein Mildhybridsystem mit 48-Volt-Technik.
Galloper tritt dabei ausdrücklich als spanische Marke auf, obwohl die Fahrzeuge zunächst in China gefertigt werden. Das Unternehmen baut parallel eine Vertriebsstruktur in Spanien auf. Zum Start sind 40 Verkaufsstandorte bestätigt, bis Ende 2026 soll das Netz auf rund 60 Standorte wachsen. Eine spätere Fertigung in Spanien ist derzeit nicht vorgesehen. Stattdessen will Galloper einen möglichst großen Teil des Zubehörs aus spanischer Produktion beziehen.
Auch die Namen der beiden Modelle folgen einer spanischen Linie. Der Gredos ist nach der Sierra de Gredos im zentralspanischen Bergland benannt, der Anayet nach einem ehemaligen Vulkansystem in den aragonischen Pyrenäen. Galloper will dieses Prinzip auch bei weiteren Modellen verwenden und die Namen aus der spanischen Geografie ableiten.
