Renault Kwid setzt wieder auf Flex-Fuel
In Brasilien macht Renault den Kwid wieder zum einfachen Verbrenner mit Flex-Fuel-Dreizylinder und Handschalter. Was hinter der Entscheidung steckt und warum sie kein Signal für den elektrischen Dacia Spring in Europa ist.
Im Renault Kwid arbeitet ein Einliter-Dreizylinder, also ein kompakter Benzinmotor mit drei Zylindern. Er ist für Benzin und Ethanol ausgelegt, kann also je nach Angebot vor Ort mit beiden Kraftstoffen betrieben werden.
Die Leistung liegt je nach Ausführung zwischen 68 und 71 PS. Das ist etwa auf dem Niveau vieler Basis-Kleinwagen und klar unter dem, was man von größeren Kompaktmodellen kennt.
Beim Drehmoment nennt Renault 94 bis 100 Nm, also die "Anschubkraft" des Motors beim Anfahren. Für den Stadtverkehr passt das zum Konzept eines Budget-Autos, für hohe Reisegeschwindigkeiten ist es keine Ansage.
Handschalter und Vorderradantrieb
Geschaltet wird per manuellem Fünfganggetriebe, also klassischem Handschalter mit fünf Übersetzungen. Anders als beim elektrischen Spring braucht der Kwid dafür einen richtigen Schalthebel.
Die Kraft geht ausschließlich an die Vorderräder, der Kwid bleibt also beim einfachen, günstigen Layout. Vorderradantrieb bedeutet: Motor und Antrieb sitzen vorne, das spart Bauteile und kostet weniger.
Diese Kombination zeigt klar, worauf Renault zielt: robuste, einfache Technik statt elektrischer Komponenten. Das passt zu Märkten, in denen der E-Antrieb beim Kwid zuletzt nicht überzeugen konnte.
Warum das nicht Europa ist
Renault bietet den kleinen Wagen in Europa als Dacia Spring nur elektrisch an, als Renault Kwid dagegen in Südamerika. Für das Modelljahr 2027 verliert der Kwid dort die Elektro-Option und bleibt wieder ausschließlich Verbrenner.
Auch beim Preis zeigt sich der Markt-Fokus: In Brasilien startet der neue Kwid bei umgerechnet rund 11.800 Euro. Ein Dacia Spring kostet in Deutschland mindestens 18.700 Euro.
Damit ist klar, warum der Flex-Fuel-Kwid kein direkter Hinweis auf einen Spring als Verbrenner in Deutschland ist. Der Kwid ist ein regional zugeschnittenes Modell, und die Antriebsauswahl folgt dort anderen Rahmenbedingungen als hierzulande.
