Der Sieger wird seit 13 Jahren nicht mehr gebaut
Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt ein überraschendes Bild der automobilen Vorlieben junger Fahrer: Nicht Limousinen oder SUVs stehen an der Spitze, sondern ein französischer Klassiker, der seit Jahren nicht mehr gebaut wird.
Es ist ein Ergebnis, das auf den ersten Blick überrascht und so manchen etablierten Bestseller auf die Plätze verweist. Das beliebteste Auto bei Fahrern unter 30 Jahren ist der Peugeot 206. In einer Analyse des Vergleichsportals Verivox, die auf Versicherungsabschlüssen der letzten zwei Jahre basiert, erreicht der französische Kleinwagen einen U30-Fahreranteil von 22,4 Prozent. Damit sichert er sich mit deutlichem Abstand den ersten Platz. Doch der Peugeot ist kein Einzelfall. Ein Blick auf die gesamte Rangliste der 100 meistversicherten Modelle offenbart: Die Fahrzeugwahl junger Menschen ist vor allem eines – pragmatisch. Hinter dem Peugeot 206 teilen sich der VW Lupo und der Seat Ibiza den zweiten Platz mit einem U30-Anteil von jeweils 18,3 Prozent. Bis auf den Ibiza gibt es die Modelle nicht mehr als Neuwagen zu kaufen.
Dass auch Premiummarken wie Mercedes, BMW und Audi in den Top 10 auftauchen, ist nur scheinbar ein Widerspruch. Mit dem Mercedes-Benz CLK (15,5 %, Platz 6), dem Opel Vectra (14,7 %, Platz 7) und dem 3er BMW (14,0 %, Platz 8) handelt es sich auch hier um Modelle, die als Gebrauchtwagen im Budget vieler junger Käufer liegen. Von den genannten wird nur noch die 3er-Reihe heute neu produziert. Aktuelle und teure Modelle der Premiumhersteller sucht man auf den vorderen Rängen vergebens.
Der entscheidende Faktor: Die Kosten für die Versicherung
Die Gründe für diese Entscheidung haben weniger mit Nostalgie, sondern laut Verivox mehr mit dem gewissen Kleingeld zu tun. Insbesondere die Kfz-Versicherung schlägt bei Fahranfängern und jungen Fahrern stark zu Buche. Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH, erklärt: "Junge Fahrer haben ein hohes Unfallrisiko. Ihnen fehlt nicht nur die Fahrerfahrung, sie sind auch deutlich risikoaffiner als ältere Personen. Versicherer lassen sich das teuer bezahlen."
Der entscheidende Vorteil älterer Modelle liegt in ihrer Berechenbarkeit für die Versicherer. "Ältere und kleinere Fahrzeuge sind zwar nicht automatisch günstiger in der Versicherung, aber die Versicherer können sie auf Basis der Schadenquoten der letzten drei Jahre in Typklassen einstufen", so Ziller. Bei neuen Baureihen fehlt diese Datenbasis oft. Die Versicherer schätzen das Risiko dann auf Grundlage ähnlicher Modelle und stufen sie zur Vorsicht oft höher ein. "Das verteuert die Kfz-Versicherung dann zusätzlich", ergänzt Ziller.
SUVs bei jungen Fahrern chancenlos
Während sich Gebrauchtwagen-Klassiker an der Spitze tummeln, spielen moderne SUVs bei jungen Fahrern kaum eine Rolle. Die letzten drei Plätze im Ranking der 100 meistversicherten Modelle belegen ausnahmslos Fahrzeuge dieser Gattung. Den geringsten Anteil an U30-Fahrern verzeichnet der Hyundai Tucson mit nur 2,5 Prozent. Kaum besser schneiden der Mazda CX-5 und der Nissan Qashqai mit jeweils 2,7 Prozent ab. Hohe Anschaffungs- und Unterhaltskosten machen sie für die meisten Berufsanfänger und Studenten unerschwinglich.
