Einmal ZR2, aber in cool
Das geänderte Fahrwerk besitzt lange Federwege und zusätzliche hydraulische Anschlagdämpfer.
Mit dem M1301 hat die US Army einen Chevrolet Colorado in ihren Reihen, der mit verändertem Fahrwerk und stärkerem Diesel im Militär-Dienst steht.
Eine der Besonderheiten, der Chevy ist abwurffähig, wobei die neunköpfige Besatzung dabei natürlich nicht an Bord ist.
GM Defense verwendet dafür die Plattform des Colorado ZR2 aus dem Modelljahr 2020. Nach Herstellerangaben stammen 90 Prozent der Bauteile aus bestehenden Serien- und Zubehörprogrammen, darunter Komponenten von Chevrolet Performance für den Geländesport. Anstelle der Pick-up-Karosserie trägt das Fahrgestell einen offenen Stahlaufbau mit Stahl- und Aluminiumverkleidungen.
Vierzylinder-Diesel leistet rund 279 PS
Unter der Motorhaube arbeitet der 2,8-Liter-Duramax aus dem Colorado, dessen Leistung für den militärischen Einsatz angehoben wurde. 279 PS sowie ein maximales Drehmoment von rund 569 Nm stehen bei ihm zu Buche. Der Turbodiesel ist außerdem für die militärischen Kraftstoffe JP-8 und F-24 ausgelegt.
Eine Sechsgangautomatik überträgt die Kraft an ein zweistufiges Verteilergetriebe. Neben dem zuschaltbaren Allradantrieb steht eine Geländeuntersetzung für langsame Fahrten mit erhöhter Zugkraft zur Verfügung. Vorder- und Hinterachse besitzen elektrisch betätigte Differenzialsperren. Sie verhindern bei Bedarf den Drehzahlausgleich zwischen den Rädern einer Achse, wenn etwa ein Rad auf losem Untergrund durchdreht.
Fahrwerk mit langen Federwegen
Die Multimatic-DSSV-Dämpfer stammen aus dem Chevrolet-Performance-Programm und sind für lange Federwege ausgelegt. Zusätzliche hydraulische Anschlagdämpfer bremsen harte Einfederbewegungen ab, bevor die Federung vollständig durchschlägt. Kurze Karosserieüberhänge ermöglichen die An- und Abfahrt an steilen Böschungen.
Die BFGoodrich-KM3-Geländereifen sitzen auf zweiteiligen Stahlrädern. Notlaufeinsätze sollen nach einem Druckverlust eine begrenzte Weiterfahrt ermöglichen. Gebremst wird mit vier Scheibenbremsen und ABS.
Platz für Soldaten und Ausrüstung
Hinter Fahrer und Beifahrer folgen drei weitere Sitzplätze. Die übrigen vier Sitze sind paarweise im Heck angeordnet. Die Nutzlast umfasst neben den Insassen auch Waffen, Rucksäcke und Vorräte. Der M1301 soll der Infanterie längere Fußmärsche mit schwerem Gepäck ersparen.
Der Mannschaftsraum besitzt weder Türen noch eine Panzerung. Der Überrollschutz schützt bei einem Überschlag, bildet aber keine geschlossene Kabine gegen Beschuss oder Splitter. Für ihren Auftrag steigen die Soldaten aus. Damit die gesamte Gruppe das Fahrzeug verlassen kann, verzichtete die Army bei der Entwicklung auf bestimmte fest eingebaute Geräte, die am abgestellten Wagen bewacht werden müssten.
Der M1301 passt in einen Chinook
Für den Transport im CH-47 Chinook lässt sich der Überrollschutz absenken. Die Fahrzeughöhe schrumpft dadurch um rund 26 Zentimeter. Ein UH-60 Black Hawk kann den Geländewagen als Außenlast unter dem Rumpf tragen.
Für den Fallschirmabwurf nennt GM Defense unter anderem die C-130 Hercules und die C-17 Globemaster. Nach der Landung können die Luftlandetruppen mit dem Fahrzeug weiterfahren. Ihr Absetzpunkt muss dadurch nicht unmittelbar am späteren Einsatzort liegen.
Die Unterschiede zwischen den ISV-Versionen
ISV steht für Infantry Squad Vehicle, der M1301 bezeichnet den neunsitzigen Truppentransporter. Beim ISV-U für Utility ersetzt eine Ladefläche einen Teil der hinteren Sitze, angeboten werden Ausführungen mit vier oder fünf Plätzen.
Zusätzliche Ausrüstung ermöglicht beispielsweise Verwundetentransport, Kommunikation oder elektronische Kampfführung. Das größere ISV-Heavy ist ein separates Entwicklungsprojekt für Aufgaben mit höherem Strombedarf.
