Hier wird bald besonders scharf geschossen
In vielen Bundesländern gibt es vom 3. bis 9.8. verstärkte Polizeikontrollen. Doch nicht alle machen mit. Wo wird besonders scharf kontrolliert?
Mitten in der Hauptreisezeit müssen Autofahrer in Deutschland wieder mit deutlich mehr Geschwindigkeitskontrollen rechnen. Vom 3. bis 9. August findet die zweite sogenannte Speedweek des Jahres statt. Im Rahmen der europaweit abgestimmten Aktion wollen die Polizeibehörden verstärkt gegen Geschwindigkeitsverstöße vorgehen und damit die Verkehrssicherheit erhöhen. Im Gegensatz zur Frühjahrsaktion gibt es diesmal allerdings keinen zentralen 24-Stunden-Blitzermarathon. Stattdessen verteilen sich die Kontrollen über die gesamte Woche.
Zweite Speedweek des Jahres
Kontrolliert wird auf Autobahnen und Bundesstraßen ebenso wie auf Landstraßen und innerörtlichen Strecken. Besonderes Augenmerk legen die Behörden auf Bereiche mit erhöhtem Gefährdungspotenzial. Dazu gehören unter anderem Bereiche um Schulen und Kindergärten, Baustellen, Krankenhäuser, Seniorenheime sowie bekannte Unfallschwerpunkte.
Die erste Speedweek des Jahres fand bereits im April statt. Damals beteiligten sich mit Ausnahme des Saarlands nahezu alle Bundesländer an der Aktion. Höhepunkt war ein bundesweiter Kontrolltag am 15. April. Die Sommeraktion fällt dagegen traditionell kleiner aus. Einen gesonderten Blitzer-Tag gibt es im August nicht. Stattdessen werden die Geschwindigkeitskontrollen mit weitgehend gleichbleibender Intensität über den gesamten Zeitraum vom 3. bis 9. August durchgeführt.
Auch 2026 ist damit zu rechnen, dass sich nicht alle Bundesländer offiziell beteiligen. Nach bisherigem Stand gelten Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein als wahrscheinliche Teilnehmer. In mehreren weiteren Ländern ist die Entscheidung noch offen. Bayern hatte bereits im vergangenen Jahr auf eine offizielle Teilnahme verzichtet. Erfahrungsgemäß geben viele Innenministerien ihre endgültigen Planungen erst kurz vor Beginn der Aktionswoche bekannt.
Wer während der Speedweek unterwegs ist, sollte sich nicht ausschließlich auf veröffentlichte Standorte verlassen. Einige Bundesländer und Kommunen informieren zwar vorab über ausgewählte Messstellen und Kontrollzeiten. Gleichzeitig weisen die Behörden jedoch regelmäßig darauf hin, dass zusätzlich unangekündigte Kontrollen stattfinden können. Die Mehrzahl der Länder veröffentlicht ihre Messorte ohnehin nicht im Voraus. Autofahrern wird deshalb empfohlen, sich kurz vor Reiseantritt über regionale Medien oder die Internetseiten der zuständigen Behörden über mögliche Ankündigungen zu informieren.
Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet, muss mit den regulären Sanktionen des Bußgeldkatalogs rechnen. Bereits innerorts ab 21 km/h und außerorts ab 26 km/h zu viel drohen neben einem Bußgeld auch Punkte im Fahreignungsregister. Bei höheren Überschreitungen können zusätzlich Fahrverbote verhängt werden. An den Sanktionen selbst ändert die Speedweek nichts – es gelten dieselben Regeln wie an jedem anderen Tag des Jahres.
Tempo-Limiter kann helfen
Für Urlauber bedeutet die Speedweek vor allem eines: noch genauer auf die gefahrene Geschwindigkeit achten. Gerade in Autobahn-Baustellen, auf gefährlichen Landstraßen-Abschnitten sowie in Ortschaften dürfte die Polizei Anfang August deutlich häufiger als üblich Geschwindigkeitsmessungen durchführen. Falls Ihr Auto über eine Tempolimit-Funktion verfügt, die häufig Bestandteil der Geschwindigkeitsregelanlage ("Tempomat") ist, lohnt sich die Benutzung in entsprechenden Abschnitten besonders.
