PHEV sind quasi chancenlos
Die Analyse der jüngsten BAFA-Zahlen zeigt, warum Elektroautos im aktuellen Förderprogramm absolut dominieren und Plug-in-Hybride kaum profitieren.
Seit dem Start der neuen BAFA-Förderung im Mai 2026 sind bis Anfang September gut 52.000 Anträge bewilligt worden. Auffällig ist die Verteilung: Reine Elektroautos dominieren, Plug-in-Hybride kommen nur selten zum Zug.
Die Zahlen zeigen klare Tendenz
Zum Stichtag 1. September 2026 waren 52.473 Anträge im Programm bewilligt, und seit dem Start wurden 230 Millionen Euro ausgezahlt. Bis 2029 stehen im Fördertopf insgesamt drei Milliarden Euro bereit, für 2026 sind 550 Millionen Euro eingeplant.
Von den bewilligten Fällen entfielen 47.986 auf ein Elektroauto, das sind gut 91 Prozent. Plug-in-Hybride kamen auf 4.487 Bewilligungen und bleiben damit eine Randerscheinung.
Auch die soziale Ausrichtung ist sichtbar: Gut die Hälfte der Auszahlungen ging an Haushalte mit einem Einkommen bis 45.000 Euro. Rund zwei Drittel der Geförderten hatten keine förderrelevanten Kinder im Haushalt.
Förderbedingungen bremsen PHEV
Bei den Förderbedingungen sind Plug-in-Hybrid und Elektroauto nicht gleichgestellt. Als Basisförderung gibt es 3.000 Euro für ein Elektroauto (oder Brennstoffzellenauto), aber nur 1.500 Euro für einen Plug-in-Hybrid beziehungsweise Range Extender.
Dazu kommen technische Hürden, die viele Plug-in-Hybrid-Modelle ausschließen können: Förderfähig sind sie nur, wenn sie höchstens 60 g CO₂ pro Kilometer ausstoßen oder eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern erreichen. Diese Vorgaben wirken wie ein enges Nadelöhr – wer sie verfehlt, fällt komplett aus der Förderung.
Ein weiterer Punkt ist die Befristung: Für Plug-in-Hybrid und Range Extender gilt die Förderung zunächst nur für Erstzulassungen bis zum 30. Juni 2027. Bei reinen Elektroautos ist diese zeitliche Klammer in den Regeln nicht vorgesehen.
So stark unterscheiden sich die Prämien
Die Prämie ist nach Einkommen und Haushaltsgröße gestaffelt, das begünstigt vor allem Haushalte mit geringerem zu versteuernden Einkommen. Für die Förderung gilt grundsätzlich eine Einkommensgrenze von 80.000 Euro; mit bis zu zwei Kindern erhöht sie sich um 5.000 Euro je Kind.
In der Spitze liegt die Maximalförderung bei 6.000 Euro für ein Elektroauto, aber bei 4.500 Euro für Plug-in-Hybrid oder Range Extender – jeweils in der niedrigsten Einkommensgruppe und mit zwei Kindern. Der Abstand entsteht nicht nur durch die niedrigere Basisförderung, sondern zieht sich über die gesamte Staffel.
Praktisch relevant ist außerdem: Den Antrag können nur Privatpersonen stellen, und er läuft digital über das BAFA. Wer die Förderung nutzt, muss das Fahrzeug mindestens drei Jahre halten – das macht das Programm stärker zur Kaufentscheidung als zum kurzfristigen Mitnahmeeffekt.
