Je teurer, desto eher wollen die Kunden Verbrenner
Audi ordnet seine Antriebsstrategie neu und verabschiedet sich vom früheren Ziel, bis 2032 komplett elektrisch zu werden. CEO Gernot Döllner erklärt den Kurswechsel mit einem deutlichen Gefälle in der Kundennachfrage.
Stattdessen sollen Modelle mit Verbrennungsmotor "für eine unbestimmte Zeit" im Programm bleiben. Konzernchef Gernot Döllner begründet den Kurswechsel mit einem klaren Unterschied in der Kundennachfrage – je nach Fahrzeugklasse.
Im Gespräch mit Bloomberg beschreibt Döllner die Lage so:
Wir stellen fest: Je höher das Segment, desto mehr liebt der Enthusiast noch den Verbrennungsmotor. Je niedriger das Segment, desto stärker werden batterieelektrische Antriebe akzeptiert.
Damit liefert der Audi-Chef die zentrale Erklärung dafür, warum die Marke ihre Antriebsstrategie nicht mehr mit einem harten Enddatum verknüpft, sondern stärker nach Segmenten ausrichtet.
Mehr Akzeptanz in den kleineren Baureihen
In den unteren Klassen will Audi die Elektro-Offensive ausbauen. Nach Informationen von Motor1 plant der Hersteller, den A2 als rein elektrisches Kompaktmodell zurückzubringen. Er würde damit indirekt die Rolle übernehmen, die zuletzt A1 und Q2 ausfüllten – beide Baureihen sind inzwischen aus dem Programm genommen worden.
In den sportlichen Baureihen setzt Audi laut Motor1 weiterhin auf Verbrennungsmotoren – allerdings zunehmend als Plug-in-Hybride, um Emissionsvorgaben einzuhalten. So soll der V6 im RS5 erhalten bleiben. Auch die kommende RS6-Generation soll demnach mindestens mit einem V6 ausgerüstet werden, kombiniert mit Plug-in-Technik.
Auch Bugatti setzt auf den Verbrenner
Mit dieser Einschätzung steht Audi nicht allein da. Die Kurskorrektur spiegelt einen Trend in der Luxussparte wider, den auch Mate Rimac, Chef von Bugatti-Rimac und ausgewiesener Elektro-Pionier, bestätigt. Er vergleicht die Entwicklung mit dem Markt für Luxusuhren: Während Smartwatches den Alltag dominieren, erzielen traditionelle mechanische Uhren als Liebhaberobjekte die höchsten Gewinne. Es gehe nicht mehr um reine Leistungsdaten, die durch E-Autos immer leichter verfügbar werden, sondern um Handwerkskunst und Einzigartigkeit.
