Mercedes plant wohl elektrischen Neustart
Mercedes hält die A-Klasse offenbar doch im Programm – und plant eine neue Generation als Elektroauto. Die Technik soll von der MMA-Plattform kommen, die bereits CLA, GLA und GLB trägt.
Mercedes wollte die A-Klasse als Einstiegsmodell wohl eigentlich auslaufen lassen und die Marke stärker auf margenstarke Baureihen ausrichten. Nun kursieren Berichte, nach denen die Kompaktklasse doch eine fünfte Generation bekommt – mit Elektroantrieb als zentralem Baustein. L’Automobile nennt dafür bereits konkrete Eckdaten.
Die A-Klasse spielt für Mercedes zwei Rollen: Sie liefert Stückzahlen und sie holt neue Kunden in die Marke. Ein CLA als kleinster Einstieg wirkt für viele Käufer und Händler anscheinend zu groß, zu teuer und zu weit weg vom klassischen Kompaktformat. Dazu kommt: BMW 1er und Audi A3 bleiben im Markt präsent – Mercedes würde dieses Feld kampflos räumen.
MMA statt Neuentwicklung
Die neue A-Klasse soll auf der Mercedes Modular Architecture (MMA) stehen. Damit rückt sie technisch nah an den CLA und die entsprechenden SUV-Ableitungen heran. Dass Mercedes für die A-Klasse extra ein neues Grundlayout entwickelt, gilt als unwahrscheinlich – die Ingenieure können die vorhandenen Module, die Software und die Antriebseinheiten mit leichten Anpassungen übernehmen.
L’Automobile rechnet mit einem Radstand von rund 2,79 Meter und einer Länge um 4,50 Meter. Damit entfernt sich die A-Klasse vom bisherigen Maßstab der Klasse und wird die direkten Rivalen BMW 1er (4,36 Meter) und Audi A3 (4,35 Meter) überragen – die Audi A3 Limousine ist allerdings ebenfalls 4,5 Meter lang. Funfact: Die erste A-Klasse der Baureihe W 168 war zu ihrem Marktstart im Herbst 1997 3,58 Meter lang – macht 92 Zentimeter Längenzuwachs innerhalb von zirka 30 Jahren.
Elektro-Variante mit 800 Volt und hoher Ladeleistung
Für die Elektroversion vermutet L’Automobile drei Akkugrößen: 58, 71 und 85 kWh. Dazu passen die gestaffelten DC-Ladeleistungen: bis 200 kW (58 kWh), bis 250 kW (71 kWh) und über 300 kW (85 kWh). Die 800-Volt-Architektur der MMA-Plattform soll diese Werte ermöglichen. Als Antriebskonzept nennt die Quelle bei der E-Version Heckantrieb.
Zusätzlich zum Elektroantrieb soll Mercedes auch Mildhybride bringen. L’Automobile beschreibt einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit elektrischem Zusatzschub (30 PS) und Varianten mit einer oder zwei angetriebenen Achsen. Mercedes könnte so Märkte bedienen, in denen E-Anteile langsamer wachsen.
Wann zeigen sich die ersten Erlkönige?
MB Passion spekuliert auf demnächst sichtbare Erlkönige, weil Mercedes die A-Klasse eng an die MMA-Geschwister koppeln soll. Wenn die Stuttgarter den Zeitplan "Marktstart ab 2028" halten und das aktuelle Modell bis 2027 weiterläuft, dürften die Erprobung-Fahrzeuge tatsächlich bald sichtbar sein. Auch eine leicht modernisierte Technik innerhalb der MMA-Familie scheint denkbar, weil Mercedes die Modellpflege der Baureihe zeitlich staffeln wird.
Mercedes muss die neue A-Klasse natürlich unterhalb von CLA und GLA platzieren, sonst verliert das Auto seine Einstiegsfunktion. Ein Basisakku mit 58 kWh und eine nicht allzu üppig gefasste Ausstattungslinie dürften dafür die zentralen Rollen spielen. Am Ende entscheidet Mercedes mit Preislisten und Leasingraten, ob die A-Klasse wieder als "erster Mercedes" funktioniert.
AMG-Ausblick: möglich, aber noch weit weg
L’Automobile bringt auch eine elektrische AMG-Variante ins Spiel und nennt ein Setup mit drei E-Motoren bis 500 kW (680 PS). Aber das wäre weit weg von der Kernfrage "Einstieg oder nicht". Sollte die Einstiegs-A-Klasse tatsächlich kommen, wird AMG später das Image sicher nachschärfen wollen.
