Chancen für Europa – Track-Optik am Nürburgring
Am Nürburgring ist ein extrem umgebauter Denza-Prototyp aufgetaucht, intern ist von 2.000 PS die Rede. Entscheidend ist aber, ob so ein Denza Z P2000+ überhaupt als EU-Modell realistisch ist – und zu welchem Preis.
Der am Nürburgring gesichtete Prototyp zeigt ein deutlich schärferes Aerodynamik-Paket als der bekannte Denza Z9 GT. Vorn fallen größere Lufteinlässe, zusätzliche Öffnungen für die Bremsenkühlung und ein weit nach vorn gezogener Splitter auf.
Hinten sitzt ein fast über die ganze Breite reichender Flügel auf Schwanenhals-Halterungen, darunter ein großer Diffusor mit vertikalen Kanälen. Dazu kommen andere Räder mit Performance-Reifen sowie eine größere Bremsanlage.
Auch innen deutet vieles auf Track-Fokus: Schalensitze und ein umfangreicher Überrollkäfig sind zu erkennen. Denza hat einen Rekordversuch auf der Nordschleife bislang nicht bestätigt, als Benchmark steht aber eine Zeit wie beim Porsche Taycan Turbo GT im Raum.
Antrieb und Laden als Hürde
Technisch dreht sich beim Projekt alles um drei Elektromotoren mit Allradantrieb, ein Motor vorn und zwei an der Hinterachse. Die beiden hinteren Maschinen lassen sich unabhängig regeln, das ermöglicht Torque Vectoring – also eine gezielte Momentenverteilung wie eine fein dosierte Kraftvergabe pro Hinterrad.
Für die "Special Edition" mit mehr als 2.000 PS kursiert die Bezeichnung Denza Z Di-Aero P2000+. In dem Zusammenhang ist auch von konsequentem Leichtbau mit Carbon-Karosserie die Rede.
Mindestens so wichtig wie die Leistung ist für einen Europa-Marktstart das Ladeversprechen. Denza nennt für den Denza Z eine Batteriekapazität von 76 kWh und "Flash Charging" mit bis zu 1.500 kW, inklusive 10 bis 70 Prozent in fünf Minuten und 10 bis 97 Prozent in neun Minuten – vorausgesetzt, es gibt passende Infrastruktur.
Europa-Start bleibt eine Preisfrage
Für Europa ist genau diese Infrastruktur der Knackpunkt: Ein BYD-Flashladenetz existiert hier bislang nicht, erste Ladepunkte sind erst in Planung. Ohne ein verlässliches Netz würden die genannten Ladezeiten im Alltag kaum reproduzierbar, selbst wenn das Auto sie prinzipiell kann.
Denza positioniert das Modell als BYD-Premium und kündigt den Denza Z grundsätzlich auch für Europa an. Gleichzeitig bleibt offen, welche Märkte zuerst beliefert werden und wann eine solche Extremversion tatsächlich kommt.
Beim Preis gibt es ebenfalls noch keine belastbaren Angaben. Damit ist die Lage für Interessenten in Deutschland klar: Der Denza Z P2000+ klingt spektakulär, aber Homologation, Ladenetz und finale Konditionen entscheiden, ob daraus mehr wird als ein Nürburgring-Projekt.
