Darum läuft er oft ewig
Viele 2,5-Liter-R5-TDI schaffen Laufleistungen, die sonst eher Taxen vorbehalten sind. Entscheidend ist die Technik dahinter: Zehnventiler, VP37 und ein robustes Grundlayout.
Der klassische R5 TDI ist ein Reihenfünfzylinder, also fünf Zylinder in einer Reihe. Sein Ruf beruht auf einer Konstruktion, die eher auf Reserven als auf Leichtbau zielt.
Wichtigster Baustein ist der Graugussblock, also ein schwerer, verschleißfester Motorblock aus Gusseisen. Dazu kommt eine einfache Ventilsteuerung, die mit wenig bewegten Teilen auskommt.
Auch die Belastung bleibt moderat. Je nach Variante liegen 88, 102, 140 oder 150 PS an, das ist für 2,5 Liter Hubraum eher zurückhaltend und schont die Substanz.
Zehnventiler und VP37
Der R5 TDI arbeitet als Zehnventiler, er hat also insgesamt zehn Ventile und nur eine obenliegende Nockenwelle. Die Ventile werden über Tassenstößel betätigt, das spart komplexe Hebelmechanik.
Beim Einspritzsystem setzt der Motor auf die Bosch VP37 als Verteilereinspritzpumpe. Dabei erzeugt eine zentrale Pumpe den Druck und verteilt den Diesel nacheinander auf alle fünf Zylinder.
Das ist technisch überschaubar und über Jahre erprobt. Spätere Diesel erreichen zwar höhere Einspritzdrücke, brauchen dafür aber deutlich mehr Komplexität, die im Alter zusätzliche Fehlerquellen bringt.
Turbo und Wartung entscheiden
Innerhalb der R5-Familie gibt es unterschiedliche Ausbaustufen, die man an Motorcodes erkennt. Zu den bekannten Codes zählen AAT und AEL im Audi sowie ACV, AHY und AXG im VW T4.
Bei den stärkeren T4-Varianten AHY und AXG arbeitet ein VTG-Turbolader, also ein Lader mit verstellbaren Leitschaufeln für mehr Druck über ein breites Drehzahlband. Das bringt mehr Schub, erhöht aber auch die Zahl der Bauteile, die im Alter Ärger machen können.
Wartung bleibt der Schlüssel, auch beim Dauerläufer. Ein gerissener Zahnriemen oder Überhitzung kann den Motor zerstören, und fehlende Schmierung ruiniert selbst die beste Basis.
