Ringen um niedrigen Einstiegspreis
Skoda-Chef Klaus Zellmer stellt einen elektrischen Fabia als künftigen Einstieg in die Marke in Aussicht. Zeitpunkt, Preis und Format bleiben offen – der heutige Fabia fährt als Verbrenner noch bis in die 2030er weiter.
Skoda sieht im Fabia den Schlüssel für den Einstieg in die Marke – und Skoda-Chef Klaus Zellmer will dieses Tor natürlich auch im Elektrozeitalter offenhalten. Im Interview mit Autocar formuliert er seine Forderung: Skoda braucht einen batterieelektrischen Fabia als Nachfolger, nur die Details stehen noch nicht fest.
Zellmer rechnet mit einem langen Leben für die heutigen Verbrenner-Baureihen Fabia, Scala und Kamiq. Skoda will sie bis Anfang der 2030er-Jahre anbieten, im besten Fall sogar bis 2034. Damit verschafft sich die Marke Zeit, während die Elektrifizierung auf dem Markt langsamer voranschreitet als von vielen Herstellern kürzlich noch erwartet.
Die Preisschwelle entscheidet
Zellmer nennt die Einstiegsrolle des Fabia als zentrale Aufgabe: Skoda darf den Einstiegspreis nicht zu stark anheben, sonst finden Neukunden nicht zur Marke. Der Einstiegspreis bleibt somit eine der entscheidenden Baustellen. Im Raum stehen Werte um die 20.000 Euro.
Skoda prüfte laut Zellmer einen kleinen Elektro-Hatch auf der abgespeckten Architektur, die auch der künftige VW ID Every1 nutzen soll, der wohl als VW ID. Up auf den Markt kommen wird. Der Konzern ordnet dieses Marktsegment aktuell jedoch VW zu. Skoda konzentriert sich parallel auf die Verbrenner-Einstiegsmodelle und schiebt das eigene Mini-EV-Projekt zurück.
Welche Technik für den E-Fabia in Frage kommt
Ein künftiger Elektro-Fabia dürfte sehr wahrscheinlich auf einer Variante der Konzernplattform MEB stehen – oder später auf der SSP (vollelektrische "Scalable Systems Platform"). Skoda hat mit dem Epiq ab Herbst 2026 ein urbanes Elektro-Modell auf dem Markt, das als E-Gegenstück zum Kamiq gilt und zur "electric urban car family" im Konzern gehört (neben Cupra Raval und den VW-Ablegern ID. Polo und ID. Cross). Für einen E-Fabia mit heutigem Zuschnitt wirkt diese Familie als naheliegender Baukasten.
Zellmer lässt auch eine zweite Richtung anklingen: Skoda könnte den Nachfolger am Ende kleiner zuschneiden, falls eine ID. Up-nahe Architektur doch wieder auf den Tisch kommt. Dann würde Skoda den Fabia stärker als City-Car interpretieren, statt als klassischen Kleinwagen wie bisher. Fest steht: Skoda bindet die Entscheidung an das Tempo der Elektrifizierung.
