V8-Truck in 90 Minuten ausverkauft
Ram öffnete die Bestellbücher für den 1500 Rumble Bee mit 5,7-Liter-Hemi-V8 – und meldete nach 90 Minuten den Ausverkauf der gesamten 2026er-Zuteilung. Innerhalb von 24 Stunden reichten die Kundenbestellungen bereits bis März 2027.
Ram musste für den Rumble Bee kaum Werbung nachlegen. Nach 90 Minuten hatten US-Kunden die gesamte Zuteilung für das Modelljahr 2026 bestellt. Innerhalb eines Tages füllte sich das Bestellbuch bis März 2027.
Der Rumble Bee startet als vergleichsweise günstiger Muscle Truck bei 59.995 Dollar (rund 51.000 Euro). Dafür erhalten Käufer einen 5,7-Liter-Hemi-V8 mit 395 hp (400 PS) und 410 lb-ft (556 Newtonmeter), eine Achtgangautomatik sowie aktiven Allradantrieb.
Der V8 arbeitet ohne Start-Stopp-System und ohne eTorque-Unterstützung. Den Sprint von 0 auf 60 mph (97 km/h) erledigt der Rumble Bee in 6,1 Sekunden, die Viertelmeile in 14,6 Sekunden bei 93 mph (150 km/h).
Die Kundschaft setzt ein Zeichen
Ram-Chef Matt VanDyke führt den schnellen Ausverkauf auf die starke Begeisterung für leistungsstarke Trucks zurück. Der Rumble Bee verbinde Hemi-Power mit der Alltagstauglichkeit des Ram 1500 und spreche damit eine Kundschaft an, die mehr als reine Transportfähigkeiten sucht.
Carscoops berichtet von mehr als 10.000 bestellten Trucks innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl bezieht sich offenbar auf die gesamte Rumble-Bee-Offensive und nicht ausschließlich auf die erste 5,7-Liter-Version.
Ram veröffentlicht bislang keine Produktionszahlen. Deshalb bleibt offen, wie viele Rumble Bees tatsächlich vom Band laufen und wie stark die Marke dafür andere Ram-1500-Versionen zurückstellt. Eine limitierte Zuteilung kann ein Modell auch bei überschaubarer Stückzahl schnell ausverkaufen.
Der Hemi kehrt durch die Hintertür zurück
Der Erfolg wirkt für Ram besonders bemerkenswert, weil die Marke noch bis vor 1,5 Jahren aus dem Hemi-V8 aussteigen wollte. Stellantis setzte damals stärker auf kleinere Motoren, Mildhybride und elektrifizierte Antriebe. Nun füllt ausgerechnet ein emotionaler V8-Truck die Bestellbücher.
Ram hatte die Nachfrage nach solchen Trucks offenbar unterschätzt. Der Rumble Bee bedient dabei nicht nur V8-Fans, sondern verbindet die Motorleistung mit einer kurzen Kabine, einer kurzen Ladefläche und einem Preis unterhalb der späteren Spitzenmodelle.
Drei V8-Stufen für den Rumble Bee
Ram baut den Rumble Bee als eigene Muscle-Truck-Reihe auf. Auf den 5,7-Liter-V8 folgen der Rumble Bee 392 mit 6,4-Liter-Hemi und der Rumble Bee SRT mit 6,2-Liter-Kompressor-V8.
Der 392 soll 477 PS und 617 Newtonmeter liefern. Der SRT legt mit 788 PS und 922 Newtonmetern nach und peilt 274 km/h an. Für den Sprint auf 97 km/h veranschlagt Ram 3,4 Sekunden, die Viertelmeile soll der stärkste Rumble Bee in 11,6 Sekunden bei 187 km/h schaffen.
Ram gibt den Kunden mehr als nur Motorleistung
Alle Versionen fahren mit Allradantrieb. Ein RWD-Knopf trennt die Vorderachse auf Wunsch ab und schickt die Kraft ausschließlich an die Hinterräder. Damit kann der Fahrer den Truck auf Asphalt kontrollierter quer bewegen oder die Hinterreifen beim Start stärker belasten.
Der 392 mit Track Pack und der SRT erhalten Luftfederung, Track-Modus, Launch-Control und größere Bremsen. An der Vorderachse arbeiten 410-Millimeter-Scheiben mit Sechskolben-Sätteln von Brembo.
Ford und Chevrolet überlassen Ram das Feld
Der schnelle Ausverkauf setzt auch Ford und Chevrolet unter Druck. Beide Hersteller bieten in den USA weiterhin leistungsstarke Pick-ups an, verzichten bei ihren aktuellen Straßen-Trucks aber auf ein vergleichbares Muscle-Truck-Konzept mit V8, kurzer Ladefläche und ausgeprägter Asphalt-Ausrichtung.
Ram nutzt diese Lücke mit einer Modellfamilie, die vom erschwinglicheren 5,7-Liter-Einstieg bis zum 788-PS-SRT reicht. Die Bestellungen liefern dabei ein starkes Argument für weitere V8-Projekte – auch wenn Ram erst noch zeigen muss, wie viele Rumble Bees tatsächlich gebaut werden.
