Nun doch deutlich mehr Skoda-Modelle betroffen
Der massive Lenkungs-Rückruf im VW-Konzern fällt bei Skoda größer aus als zunächst angenommen. Statt der bislang geschätzten 1,2 bis 1,5 Millionen Fahrzeuge müssen weltweit mehr als 1,7 Millionen Octavia, Superb, Karoq und Kodiaq in die Werkstatt. In Deutschland sind rund 371.000 Autos betroffen.
Der Lenkungs-Rückruf im VW-Konzern wird für Skoda größer als zunächst erwartet. Die tschechische VW-Tochter bestätigt inzwischen, dass weltweit mehr als 1,7 Millionen Fahrzeuge der Baureihen Octavia, Superb, Karoq und Kodiaq betroffen sind. Damit liegt die Zahl deutlich über der bisherigen Schätzung von 1,2 bis 1,5 Millionen Fahrzeugen. In Deutschland bleibt es dagegen bei der bereits genannten Größenordnung: 370.879 Fahrzeuge müssen in die Werkstatt.
Betroffen sind bestimmte Fahrzeuge aus einem ungewöhnlich langen Produktionszeitraum von KW 11/2015 bis KW 08/2026. Ursache ist laut Skoda eine "Normabweichung bei der Lenkungsverschraubung". Unter bestimmten Umgebungsbedingungen und nach langjährigem Betrieb in streusalzbelasteten Regionen kann eine Befestigungsschraube im Lenksystem korrodieren. Schreitet die Korrosion fort, kann die Befestigung beeinträchtigt werden – mit möglichen Folgen für die Lenkfunktion.
Skoda bestätigt uns den Rückruf
Damit bestätigt Skoda im Wesentlichen den bereits bekannten technischen Zusammenhang: Bricht der Schraubenkopf infolge der Korrosion ab, kann sich das Lenkgetriebe zunächst nur noch an einem weiteren Befestigungspunkt am Vorderachsträger abstützen. Unter hoher Belastung kann das zu weiteren Schäden führen und im schlimmsten Fall den Verlust der Lenkfunktion zur Folge haben.
Bislang gibt es laut Skoda allerdings keine Berichte über Personenschäden oder bedeutende Sachschäden im Zusammenhang mit dem Problem. Abhilfe schafft der Austausch der betroffenen Befestigungsschraube gegen eine korrosionsresistentere Ausführung. Die Halter werden über das Kraftfahrt-Bundesamt angeschrieben und können anschließend einen Werkstatttermin vereinbaren.
Größte Rückrufaktion seit langem
Insgesamt weitet sich der Rückruf damit zu einer der größten Rückrufaktionen in der jüngeren Geschichte des Volkswagen-Konzerns aus. Nach bisherigen Angaben sind weltweit mehr als vier Millionen Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi, Škoda und Seat betroffen. In Deutschland geht es um rund 900.000 Fahrzeuge. Ursache ist bei allen Marken wohl die gleiche korrodierende Befestigungsschraube am Lenkgetriebe, die unter bestimmten Bedingungen brechen kann. Dadurch kann die Lenkung im schlimmsten Fall ihre Funktion verlieren.
Bei Volkswagen sind unter anderem Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy betroffen, bei Audi bestimmte Fahrzeuge aus dem Q3-Programm, bei Seat Ateca und Tarraco. Škoda nennt Octavia, Superb, Karoq und Kodiaq. Die konkrete Betroffenheit hängt jeweils vom Fahrzeug und Produktionszeitraum ab. Als Abhilfe wird die vorhandene Befestigungsschraube durch eine korrosionsbeständigere Ausführung ersetzt. Halter betroffener Fahrzeuge werden vom KBA angeschrieben; bislang liegen laut den Herstellern keine Berichte über Personenschäden im Zusammenhang mit dem Fehler vor.
