Kleine G-Klasse soll später kommen
Der kompakte Geländewagen soll erst im Frühjahr 2028 zu den Kunden kommen. Zum Marktstart ist ein Elektro- und später ein Hybridantrieb geplant.
Mercedes verschiebt offenbar den Marktstart der neuen kleinen G-Klasse. Demnach soll der kompakte Geländewagen erst im Frühjahr 2028 ausgeliefert werden. Das berichtet das auf Mercedes-Benz spezialisierte Portal JESMB. Damit würde zwischen der ersten Ankündigung des Modells und den geplanten Kundenauslieferungen rund viereinhalb Jahre liegen. Konzernchef Ola Källenius hatte das neue Familienmitglied der G-Klasse im September 2023 auf der IAA in München vorgestellt; ursprünglich war das Debüt für 2027 angekündigt.
Der auch als "Little G" bezeichnete Geländewagen soll die klassische G-Klasse um ein deutlich kompakteres Modell ergänzen. Die Außenlänge soll rund 4,5 Meter betragen. Damit bewegt sich das Fahrzeug in einer ähnlichen Größenordnung wie der kommende Mercedes GLA. Optisch wird der kleine G die kantige Formensprache des großen Bruders übernehmen. Unsere Erlkönigaufnahmen zeigen eine aufrechte Karosserie, kurze Überhänge, ausgestellte Radkästen und ein an der Heckklappe außenliegendes Bauteil, das ein Reserverad oder eine Cargobox darstellen könnte.
Elektroantrieb mit zwei Motoren
Zum Marktstart ist eine rein elektrische Variante vorgesehen. Nach den Informationen von JESMB wird Mercedes dafür eine eigenständige Antriebstechnik einsetzen. An der Hinterachse arbeitet demnach eine Elektromaschine der Baureihe eATS 2.0 mit einem Zweiganggetriebe. An der Vorderachse ist eine zweite permanenterregte Synchronmaschine vorgesehen, die unter der Bezeichnung eATS 1.6 geführt wird. Eine Trenneinheit soll es ermöglichen, den vorderen Antrieb bei Bedarf abzukoppeln.
Die Ladeleistung soll dabei mehr als 320 kW erreichen. Das lässt auf eine relativ große Batterie und eine 800-Volt-Plattform schließen, genaue Angaben zur Batteriekapazität und zur endgültigen Reichweite liegen allerdings noch nicht vor.
Später auch mit Hybridantrieb
Mercedes will den kleinen G nicht auf den Elektroantrieb beschränken. Bereits im Mai 2026 hatte der Hersteller gegenüber auto motor und sport bestätigt, dass der Geländewagen auch mit Verbrennungsmotor angeboten werden soll.
Als Grundlage für die Hybridversion kommt der 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner aus dem neuen CLA infrage. Der Motor leistet dort 190 PS und entwickelt 300 Nm Drehmoment. Er wird mit einem ins Getriebe integrierten Elektromodul kombiniert, das kurze elektrische Fahrphasen ermöglicht. Ob Mercedes den Antrieb unverändert übernimmt oder für den Geländewagen anpasst, ist bislang nicht bekannt. Auch zu den Leistungsstufen und zum Zeitpunkt der Einführung der Hybridvarianten gibt es noch keine abschließenden Angaben.
Produktion in Ungarn geplant
Die Fertigung des kleinen G soll im Mercedes-Werk im ungarischen Kecskemét erfolgen. Das Werk wurde zuletzt für eine höhere Produktionskapazität ausgebaut. Nach Angaben von JESMB soll der Einstiegspreis ungefähr bei der Hälfte des großen G-Modells liegen.
