Brandgefahr - VW setzt strenges Ladelimit
Volkswagen prüft bei mehreren Elektroauto-Modellen mögliche Probleme mit der Hochvoltbatterie. Betroffen sind Fahrzeuge der ID.-Baureihe sowie der Cupra Born.
Volkswagen bereitet in Deutschland einen Rückruf für mehrere Elektro-Baureihen vor. Nach Angaben des Konzerns können Produktionsfehler bei einzelnen Batteriezellen eines externen Zulieferers dazu führen, dass sich die Hochvoltbatterie überhitzt. Im ungünstigsten Fall besteht bei Vollladung Brandgefahr.
Betroffen sind Fahrzeuge aus der VW-ID.-Baureihe sowie Elektroautos der Marke Cupra. Für Skoda-Modelle besteht nach Angaben von Volkswagen kein Handlungsbedarf. Die deutsche Rückrufaktion soll über das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) abgewickelt werden.
Eine vollständige offizielle Modell- und Baujahrliste für wohl etwa 11.000 Fahrzeuge in Deutschland liegt bislang nicht vor. Nach den bisher bekannten Informationen betrifft der Rückruf die ID.-Baureihe von Volkswagen. Dazu zählen voraussichtlich der ID.3 und der ID.4 . Bei Cupra ist der Born betroffen. Mehrere Branchenmeldungen nennen diese drei Baureihen, die endgültige Zuordnung muss VW beziehungsweise das KBA jedoch noch bestätigen. Dazu ist eine Zuordnung der betroffenen Zellen zu den Batteriemodulen, in denen sie Verwendung fanden, notwendig, sowie die Nachverfolgung, in welchen Fahrzeugen die Batterien eingebaut wurden. Das KBA kann dann mit den Fahrgestellnummern die aktuellen Halter zuordnen, die im Anschluss von VW benachrichtigt werden.
Mehr als 22.000 ID.4 in den USA betroffen
In den USA hat VW bereits einen Rückruf für 22.524 ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026 angekündigt. Auch dort geht es um ein mögliches Problem mit der Hochvoltbatterie und eine dadurch erhöhte Brandgefahr. Bis eine endgültige technische Lösung vorliegt, sollen die betroffenen Fahrzeuge dort nur bis maximal 80 Prozent geladen werden.
Ob die US-Fahrzeuge technisch und hinsichtlich der Produktionszeiträume vollständig mit den in Deutschland betroffenen Autos übereinstimmen, ist derzeit nicht geklärt. Die US-Aktion folgt auf einen früheren Rückruf, bei dem VW weltweit knapp 100.000 Elektroautos wegen möglicher Batterieprobleme zurückgerufen hatte.
Was können Halter jetzt tun?
Der Hersteller wird die Halter der betroffenen Fahrzeuge schriftlich informieren. Wer nicht auf das Anschreiben warten möchte, kann bereits jetzt bei einem Volkswagen- oder Cupra-Händler nachfragen. Über die Fahrgestellnummer lässt sich prüfen, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist. Bei einigen betroffenen Autos wird die Hochvoltbatterie zunächst in der Werkstatt überprüft. Bei einem positiven Check-Ergebnis sind keine weiteren Maßnahmen nötig. Dauerhafte Abhilfemaßnahmen für Autos mit negativem Check bzw. defekten Zellen erarbeitet VW gerade. Auch darüber unterrichtet der Hersteller Kunden schriftlich.
Per Software wird bei allen betroffenen Autos der Battery Care Mode dauerhaft aktiviert, der die Lademöglichkeit auf 80 Prozent beschränkt. Das ist die Standardeinstellung, die Kunden per Einstellung am Display normalerweise übersteuern können, das vorübergehende Update deaktiviert diese Möglichkeit bis zur endgültigen Abhilfe. Teils ist das Over the Air ohne Werkstattbesuch möglich. Zusätzlich erhalten betroffene Kunden mit dem Benachrichtigungsschreiben einen Aufkleber für den Innenraum, wie man ihn früher von Winterreifen kennt (z.B. max. 160 km/h im roten Tempolimit-Kreis), der auf die maximale Ladung von 80 Prozent hinweist.
