15 Projekte zwischen 2 und 15 Millionen
Porsche baut in der Sonderwunsch-Abteilung Einzelstücke, schärft seine Sportwagen mit Manthey-Kits, frischt den Carrera GT im Werk wieder auf – das bringt Geld in die Kasse und rettet die Rendite. Aktuell arbeitet die Sonderwunsch-Abteilung an 15 Projekten, die zwischen zwei und 15 Millionen Dollar kosten.
Laut einem Bericht des Branchentitels Automotive News arbeitet Porsche Sonderwunsch derzeit an 15 Einzelstück-Projekten, deren Preise laut Alexander Fabig, Leiter Individualisierung und Classic bei Porsche, von knapp 2 Millionen US-Dollar bis rund 15 Millionen US-Dollar reichen. Das sind umgerechnet 1,8 bis 13,5 Millionen Euro.
Porsche-Ziel: mehr Profit pro Auto
Die exklusiven Projekte sind Teil der Strategie, an jedem einzelnen Auto mehr Geld zu verdienen. Zölle auf dem für Porsche traditionell existenziell wichtigen US-Markt, sinkende Verkäufe in China und hohe Investitionen in neue Modelle belasten das Ergebnis des Unternehmens. Der neue Porsche-Chef Michael Leiters will unter anderem mit Autos an der Spitze des Portfolios, wie dem Mission S, gegensteuern.
Neben neuen Modellen sollen auch bestehende Baureihen zum Profit beitragen: Kundenwünsche, die nicht in der Preisliste stehen, erfüllt Porsche seit Jahrzehnten. Während ein Teil der Individualisierung wie etwa die "Farbe nach Wahl" Teil der regulären Preisliste ist, bietet das Sonderwunsch-Programm mehr Möglichkeiten: Hier realisiert Porsche spezielle Farb- und Ausstattungskombinationen bis hin zum 911 Flachbau. Das könnte bis hin zu Few-off-Modellen gehen, also Kleinstserien zwischen limitierten Einzelstücken und Sondermodellen. Hersteller wie Aston Martin, Bentley oder Ferrari haben ähnliche Programme.
Aufbereitung für Carrera GT: 450.000 bis 700.000 Euro
Ein zweiter Bereich, den Fabig verantwortet, ist die Werksrestaurierung und Aufbereitung bestehender Porsche-Modelle. Kunden, die einen klassischen Porsche besitzen, können diesen in der Classic-Werkstatt reparieren und restaurieren lassen. Eines der jüngeren Fahrzeuge, die Porsche aufbereitet, ist der Carrara GT.
Den 1.270-mal gebauten Supersportwagen mit V10-Mittelmotor bereiten die Experten in Zuffenhausen technisch und optisch neu auf, stellen alles nach Werksvorgaben ein und individualisieren das Auto auf Wunsch sogar nachträglich. So ist zum Beispiel bereits ein Carrera GT im legendären Salzburg-Design entstanden. Etwa 500.000 bis 800.000 US-Dollar (450.000 bis 720.000 Euro) kostet diese Aufbereitung, Sonderwünsche gehen extra. Elf Carrera GT hat Porsche bereits aufbereitet, 16 sind aktuell in Arbeit und 21 angemeldet.
Home of Sports Cars: höherer Manthey-Anteil
Ein weiterer Baustein der Strategie "Sportwagenschmiede 35" hat den Titel "Home of Sports Cars": Porsche hat dafür einen Anteil an der Manthey Racing GmbH von 51 auf 67 Prozent erhöht und plant damit drei Dinge: zusätzliche Performance-Kits, besonders sportliche Sondermodelle im "Few-off-Segment" und exklusive Rennstrecken-Erlebnisse. In der Bilanz des 1966 von Rennfahrer Olaf Manthey gegründete Unternehmens mit Sitz in Meuspath in der Nähe des Nürburgrings stehen unter anderem sieben Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und sechs Klassensiege in Le Mans.
