Diese Neuheiten kommen nach Paris
Der Pariser Autosalon 2026 meldet sich mit über 100 Marken zurück. Neue E-Kleinwagen, große SUV, spektakuläre Konzepte. Eine wichtige deutsche Marke wird aber fehlen.
Nach einigen eher ruhigen Jahren soll der Pariser Autosalon 2026 wieder deutlich größer ausfallen. Vom 12. bis 18. Oktober öffnet der Mondial de l’Auto auf dem Gelände der Paris Expo Porte de Versailles seine Tore. Mehr als 100 Marken werden nach Angaben der Veranstalter erwartet. Neben europäischen Herstellern spielt vor allem die wachsende Zahl chinesischer Marken eine wichtige Rolle. Entsprechend breit ist das angekündigte Programm: Es reicht von günstigen Elektroautos über neue SUV-Modelle bis zu Sportwagen und zahlreichen Konzeptfahrzeugen.
80 Automodelle zum Test-Fahren
Für das Publikum beginnt die Messe am 13. Oktober, der erste Messetag am 12. Oktober ist der Presse vorbehalten. Eine Besonderheit ist das Test Center in Halle 7.1, in dem mehr als 80 Fahrzeuge unter realen Bedingungen gefahren werden können. Ebenfalls in Halle 7.1 entsteht mit der 700 Quadratmeter großen "(Un)Limited Area" eine Sonderfläche für außergewöhnliche Fahrzeuge und Weltpremieren. Dazu kommen Konferenzen zu Themen wie künstlicher Intelligenz, Software-Defined Vehicles und den Veränderungen im globalen Automobilmarkt.
Ganz ohne Absagen kommt der Salon allerdings nicht aus. BMW und Mini haben ihre ursprünglich angekündigte Teilnahme im Juli kurzfristig gestrichen. BMW begründete den Schritt mit einer Änderung der Prioritäten und dem verstärkten Fokus auf andere Veranstaltungen. Gleichzeitig betonte der Konzern, künftig weiterhin selektiv an Automessen teilnehmen zu wollen.
Deutsche Hersteller mit einigen Premieren
Bei Audi steht der neue A2 E-Tron im Mittelpunkt. Der elektrische Kompaktwagen soll bis zu 322 PS leisten, maximal 645 Kilometer Reichweite bieten und ab 38.350 Euro kosten. Am anderen Ende der Modellpalette steht der Q9, der in Paris seinen ersten Auftritt auf einer europäischen Automesse absolvieren soll. Damit zeigt Audi in Paris sowohl einen neuen Einstieg in die Elektro-Welt als auch sein großes SUV-Flaggschiff.
Bei Volkswagen stehen die neuen Elektro-Kleinwagen ID.Polo und ID.Cross im Mittelpunkt. Beide basieren auf der Frontantriebsvariante der MEB-Plattform und sollen die elektrische Entsprechung zu Polo und T-Cross bilden. Als mögliche zusätzliche Überraschung gilt die Serienversion des ID.Every1, der als besonders günstiger Elektro-Volkswagen mit einem Zielpreis um 20.000 Euro gehandelt wird. Škoda bringt die beiden Elektro-SUV Epiq und Peaq mit, Cupra zeigt den neuen Raval.
Mercedes-Benz bringt unterdessen neue C-Klasse und GLA nach Paris. Dazu kommen unter anderem der elektrische Großraumvan VLE, der neue S-Klasse-Jahrgang und der GLC. Für Aufmerksamkeit dürfte außerdem das 1.153 PS starke Mercedes-AMG GT Coupé sorgen. Auf die kleinere G-Klasse müssen Besucher dagegen weiterhin warten: Sowohl der sogenannte Baby G als auch eine mögliche G-Klasse Cabriolet-Version sind für Paris bislang nicht bestätigt.
Eine der interessantesten Neuheiten kommt von Smart. Der Smart #2 feiert in Paris seine Weltpremiere und bringt das klassische Fortwo-Konzept als Elektroauto zurück. Der Zweisitzer soll rund 2,70 Meter lang werden. Smart hat die Premiere bereits offiziell bestätigt und testet derzeit Vorserienfahrzeuge rund um den Globus.
Heimvorteil für Renault und Co.
Für die französischen Hersteller ist Paris traditionell ein Heimspiel – und 2026 fällt das Programm besonders umfangreich aus. Citroën dürfte mit einer modernen Interpretation des 2CV für einen der größten Publikumsmagnete sorgen. Der elektrische Kleinwagen wird zunächst als Konzept gezeigt und soll auf der Smart-Car-Plattform entstehen. Ebenfalls auf dem Citroën-Stand steht das kleine Van-Konzept Elo. Überhaupt fällt der Auftritt von Stellantis besonders umfangreich aus. Der Konzern kündigt neun Konzeptfahrzeuge von acht Marken und mehr als 60 Fahrzeuge an. Der mehr als 5.000 Quadratmeter große Stand in Halle 4 wird damit zum größten Ausstellerbereich des Salons. Zu den internationalen Premieren gehören der DS N°7, die neue Lancia Gamma und der Opel Corsa GSE. Peugeot wiederum zeigt unter anderem das Polygon-Konzept und den elektrischen E-208 GTi mit rund 276 PS.
Fiat zeigt mit Grizzly und Grizzly Fastback zwei neue Kompakt-SUVs. Beide basieren voraussichtlich auf der Smart-Car-Plattform, die bereits bei Grande Panda, Opel Frontera und Citroën C3 Aircross zum Einsatz kommt. Bei den Antrieben ist erneut eine Mischung aus Verbrenner, Mildhybrid und Elektroantrieb vorgesehen. Lancia bringt die neue Gamma nach Paris. Der Mittelklasse-SUV entsteht im italienischen Melfi auf der STLA-Medium-Plattform und soll ebenfalls mit unterschiedlichen Antriebskonzepten angeboten werden. In der stärksten Variante sind rund 345 PS vorgesehen.
Auch Renault setzt in Paris weniger auf eine einzelne große Weltpremiere als auf einen Ausblick auf die nächste Designrichtung. Nach R5 und Twingo soll eine Reihe von Studien zeigen, wohin sich die Formensprache der Marke künftig entwickeln könnte. Alpine bringt den elektrischen A110 als Konzept mit, der bereits beim Goodwood Festival of Speed gezeigt wurde. Dazu kommen A290 und A390.
Bezahlbare Mobilität in Paris
Selbstverständlich ist auch Renault-Tochter Dacia in Paris präsent. Der bereits digital vorgestellte Striker wird in Paris erstmals vor Publikum gezeigt. Der höhergelegte Kombi soll mit LPG, Mildhybrid und Vollhybrid erhältlich sein. Beim Elektro-Kleinwagen belebt Dacia den Namen Spring neu. Die zweite Generation basiert auf dem neuen Renault Twingo und wird damit technisch deutlich stärker mit der Renault-Kleinwagenfamilie verbunden als der bisherige Spring.
Chinesische Hersteller präsenter
Daneben wird Paris zu einer wichtigen Bühne für chinesische Hersteller. Der Stellantis-Konzern ist größter Eigentümer von Leapmotor – daher werden mindestens der elektrische Leapmotor B03 und der große Leapmotor D19 auf dem Autosalon stehen. Konkurrent BYD zeigt zwar keine Weltpremiere, bringt aber zahlreiche aktuelle Modelle mit, darunter den Dolphin G DM-i sowie weitere Modelle der Atto-Familie. Denza, die höher positionierte Marke des Konzerns, zeigt unter anderem das rund 1.000 PS starke Z-Coupé und den Plug-in-Hybrid-Geländewagen BAO 5 mit rund 537 PS.
Geely schickt den E2 nach Paris. Der kompakte Elektro-Crossover ist in Europa bereits ab 20.990 Euro erhältlich und tritt damit gegen Modelle wie ID.Polo und Renault 5 an. Aus dem gleichen Konzern kommt Zeekr mit dem 9X. Das große SUV soll die Ambitionen der chinesischen Premiummarke im europäischen Luxussegment unterstreichen. Für Li Auto ist Paris besonders wichtig, weil die chinesische Marke dort ihren offiziellen Europa-Einstand geben könnte. Im Mittelpunkt steht der 4,93 Meter lange Elektro-SUV i6 mit 87,3-kWh-Akku. Leapmotor erweitert sein Angebot dagegen um den kompakten Elektro-SUV B03X beziehungsweise B03, der gemeinsam mit dem größeren D19 gezeigt wird. Beide gehören zu den internationalen Premieren des Stellantis-Auftritts.
