E-Power und Allrad und kein billiger Klavierlack
Nissan bringt den neuen Rogue in Nordamerika zunächst als Hybrid mit elektrischem Allradantrieb und 228 PS. Der Benzinmotor erzeugt dabei nur Strom, während Elektromotoren die Räder antreiben. Und Klavierlack hat Nissan eliminiert.
Nissan erneuert den Rogue für das Modelljahr 2027 und startet die neue Generation zunächst als Hybrid. Der kompakte SUV erhält zudem ein neues Design und deutlich mehr Technik. Der Rogue zählt zu Nissans wichtigsten Fahrzeugen in Nordamerika. 2025 entfiel laut Edmunds rund ein Viertel aller US-Verkäufe der Marke auf das SUV.
Benzinmotor erzeugt nur Strom
Nissan setzt beim Rogue Hybrid auf das e-Power-System. Ein aufgeladener 1,5-Liter-Dreizylinder treibt die Räder nicht mechanisch an, sondern arbeitet als Generator. Der Verbrenner treibt einen Generator an, der den Strom an eine 1,67-kWh-Batterie oder direkt an die Elektromotoren weiterleitet. Zwei Elektromotoren treiben die Vorder- und Hinterachse an und liefern zusammen 225 HP, also rund 228 PS.
Allradantrieb gehört zur Serienausstattung. Der Rogue fährt damit grundsätzlich elektrisch angetrieben, während der Benziner den benötigten Strom erzeugt.
Noch keine offiziellen Verbrauchswerte
Nissan kalkuliert intern mit 38 US-Meilen pro Gallone im kombinierten Betrieb. Das entspricht ungefähr 6,2 Litern pro 100 Kilometer. Die US-Umweltbehörde EPA hat den offiziellen Verbrauch noch nicht veröffentlicht.
Die Ausstattungen SV und Platinum folgen voraussichtlich Anfang 2027. Der aktuelle Benziner bleibt noch ein weiteres Jahr im Programm; die neue Generation mit reinem Benzinantrieb folgt laut Edmunds erst zum Modelljahr 2028.
Markanter Auftritt mit japanischen Details
Nissan gestaltet den Rogue deutlich kantiger als bisher. Die Front wirkt breiter, obwohl sich die Außenmaße gegenüber dem Vorgänger nur wenig verändern. Kräftige Kotflügel und scharf gezeichnete Linien verleihen dem SUV einen robusteren Auftritt.
Für die Motive hinter dem Design hat sich Nissan unterhaltsames ausgedacht: Die Tagfahrleuchten folgen laut Hersteller einem Zwei-drei-Muster. Nissan verweist damit auf die japanischen Silben "ni" für Zwei und "san" für Drei. Designer greifen dieses Motiv an weiteren Stellen des Fahrzeugs auf. An der C-Säule steigt die Fensterlinie nach hinten an und bildet ein Dreieck. Die Form soll mit dem Fuji an ein japanisches Nationalsymbol erinnern. Hinter dem Glas sitzt zusätzlich ein kleines Wolkenmotiv.Je nach Ausstattung rollt der Rogue Hybrid auf 18- oder 19-Zoll-Rädern. Die Felgen greifen die geometrischen Formen der Karosserie auf.
Mehr Platz und bessere Materialien
Nissan wertet den Innenraum mit weicheren Oberflächen, zusätzlichen Ziernähten und einer aufwendigeren Gestaltung auf. Die Platinum-Version erhält eine Steppung, die an hochwertige Daunenjacken erinnern soll. Was Nissan wichtig ist: Klavierlack haben die Designer vollständig aus dem Innenraum eliminiert. Das Oberflächenmaterial gilt bei Autofahrern als extrem unbeliebt, weil es Hochwertigkeit vortäuschen soll, aber bereits nach kürzester Zeit zerkratzt ist und somit extrem billig aussieht. Ponz Pandikuthira , Senior Vice President und Chief Planning Officer von Nissan Nordamerika betont gegenüber The Drive, dass der Entfall von Klavierlack ein ausdrücklicher Kundenwunsch war.
Sogenannte Zero-Gravity-Sitze gehören vorne und auf den äußeren Plätzen der zweiten Reihe zum Serienumfang. Nissan verspricht zudem mehr Kopffreiheit vorne als bei jedem anderen Hybrid dieser Klasse. Auch bei der Beinfreiheit vorne soll der Rogue Hybrid in seiner Klasse führend sein. Die hinteren Türen öffnen fast 90 Grad und könnten dadurch das Einsteigen sowie das Anschnallen von Kindern erleichtern.
Große Bildschirme
Nissan installiert serienmäßig zwei 12,3-Zoll-Bildschirme für Instrumente und Infotainment. Der SR mit Technology-Paket sowie die Platinum-Version erhalten zwei 14,3-Zoll-Displays.
Nur die großen Bildschirme sind an eine Ausstattung mit fest integriertem Google-Infotainmentsystem gekoppelt. Das System integriert Google Maps, den Play Store und Sprachfunktionen mit Google Gemini. Apple CarPlay und Android Auto arbeiten dagegen kabellos in allen Varianten. Ein Qi2-Ladefeld lädt kompatible Smartphones mit bis zu 15 Watt und hält sie magnetisch an ihrem Platz. Die Platinum-Version erhält zwei Ladeflächen. Vier USB-C-Anschlüsse verteilen sich auf beide Sitzreihen.
Nissan hält an physischen Bedienelementen fest
Nissan steuert Temperatur, Gebläse, Luftverteilung und Sitzfunktionen über echte Tasten. Auch für die Lautstärke gibt es einen Drehregler unter dem mittleren Bildschirm oder Tasten am Lenkrad.
Klassische Hebel für Blinker und Scheibenwischer ergänzen das Bedienkonzept. Damit platziert Nissan die wichtigsten Funktionen weiterhin in direkter Reichweite und beschränkt die Abhängigkeit vom Touchscreen. Pandikuthira bekräftigt gegenüber The Drive, dass die Funktionalität "stark leidet", wenn die Bedienung vollständig über Touchscreens erfolgt.
Rogue gegen RAV4 und CR-V
Der neue Nissan Rogue tritt in Nordamerika gegen Toyota RAV4, Honda CR-V, Hyundai Tucson und Kia Sportage an. Der e-Power-Antrieb unterscheidet ihn dabei von klassischen Hybriden, deren Verbrennungsmotor die Räder zumindest teilweise mechanisch antreibt.
Der höhere Preis erschwert den Start. Der bisherige Benziner kostet zirka 31.000 Dollar, während der neue Hybrid bei mindestens 37.065 Dollar (umgerechnet zirka 32.368 Euro) beginnt. Zum Verkaufsstart soll zunächst nur der SR mit Technology-Paket für 43.065 Dollar (37.608 Euro) verfügbar sein.
