Ist das der elektrische CX-5?
Beide Modelle basieren auf der "Large Platform" mit längs eingebauten Motoren – der CX-80 für Europa und Japan, der CX-90 für den US-Markt.
Mazda entwickelt derzeit sein erstes batterieelektrisches Serienmodell auf einer eigenen Plattform. Erlkönig-Fotos erlauben wichtige Rückschlüsse auf Konzept, Technik und Aufbau. Der Start des ersten Modells auf dieser Plattform ist inzwischen für 2029 vorgesehen.
Erprobt wird das neue Modell unter einer stark getarnten Karosserie, die auf bestehenden SUV-Baureihen basiert – allerdings nur optisch. Die tatsächliche Technik unter dem Blech ist neu.
Karosserie mit Teilen von CX-70 und CX-90
Der Testträger nutzt Karosserieteile des CX-70 und CX-90. Bei den aktuellen Erlkönig-Aufnahmen fallen ein kürzerer Radstand, ein deutlich kürzerer Hecküberhang und eine schmalere Spur auf. Die Karosserie dient damit vor allem als Tarnung für die Erprobung der neuen Technik.
Die veränderten Abmessungen sprechen für ein deutlich kleineres Serienmodell. Seine Größe könnte in der Nähe des CX-5 oder CX-50 liegen. Eine offizielle Bestätigung des Modellformats oder des Namens gibt es nicht.
Skyactiv EV Architecture mit eigenem Package
Mazda hat bestätigt, dass das neue Modell auf einer eigenentwickelten Architektur basiert. Die sogenannte Skyactiv EV Scalable Architecture erlaubt unterschiedliche Karosserieformate, Batteriegrößen und Antriebskonzepte. Anders als beim MX-30, der auf einer umgebauten Verbrennerplattform basiert, oder beim EZ-60 und dem 6e, die auf der von Kooperationspartner Changan stammenden EPA1-Plattform aufbauen, handelt es sich hier um eine intern entwickelte Basis, die von Grund auf für batterieelektrische Antriebe ausgelegt ist. Damit unterscheidet sich der geplante Stromer auch vom Mazda 6e und CX-6e.
Die geänderte Geometrie spricht für ein flaches Bodenkonzept mit zentralem Batteriepaket. Die Radstellung im Prototyp und die tief eingesetzten Räder deuten auf ein schmaleres Package hin – vermutlich im Segment eines mittelgroßen Crossovers.
Frontpartie geschlossen – typisch für frühe BEV
Die Front des Prototyps ist weitgehend glattflächig gestaltet. Der zentrale Kühlergrill ist vollständig geschlossen, die unteren Lufteinlässe sind verblendet. Auch an den Seiten finden sich keine aktiven Luftführungen. Mazda nutzt hier eine aerodynamisch optimierte Frontmaske, wie sie für BEV mit geringerem Kühlbedarf typisch ist.
Ein Ladeanschluss ist an dem Erlkönig nicht zu erkennen. Dieser könnte noch nicht verbaut oder an einer noch nicht sichtbaren Position platziert sein. Vermutlich testet Mazda mit dem Modell vor allem Fahrverhalten, Technik und Energieflüsse.
Vergleichsfahrten mit Tesla und Hyundai
Neben dem Prototyp waren auch ein Hyundai Ioniq 5 sowie ein Tesla Model Y unterwegs – beides direkte Wettbewerber im Crossover-Segment. Die Fahrzeuge trugen ähnliche Testkennzeichen wie der Mazda-Prototyp. Beobachter berichten von Parallelfahrten, Innenraum-Temperaturmessungen und akustischen Analysen. Mazda dürfte hier gezielt Benchmark-Tests durchführen.
Die Fahrten fanden nahe des Entwicklungszentrums in Irvine, Kalifornien, statt – unweit der US-Zentrale von Mazda. Der Testträger wurde nun auch in Europa gesichtet. Die Tests an den verschiedenen Standorten lassen Rückschlüsse auf ein geplantes Volumenmodell zu, das international einsetzbar sein könnte.
Eigenständige EV-Strategie unter dem Label "E-Mazda"
Mazda treibt die Entwicklung über ein dediziertes Team voran. Unter dem internen Label "E-Mazda" arbeiten Ingenieure an Architektur, Antrieb und Package. Die Entwicklung erfolgt stark digitalisiert, mit KI-gestützten Simulationsprozessen und einer sogenannten Lean Asset Strategy – mit dem Ziel, Entwicklungszeiten zu halbieren.
Technikchef Ryuichi Umeshita hat bestätigt, dass er selbst einen der Prototypen gefahren sei. Das Fahrzeug erfülle den typischen Mazda-Anspruch an Fahrdynamik – das Prinzip "jinba ittai" sei auch in einem Elektroauto umsetzbar.
CX-5 als wahrscheinliche Zielgröße
Welches Modell auf der neuen Plattform als erstes Serienfahrzeug kommt, ist noch nicht bestätigt. Die Abmessungen des Testträgers sprechen jedoch für ein Fahrzeug im Format des CX-5 – dem global erfolgreichsten Modell der Marke.
Mazda hält sich derzeit offen, ob das neue EV ein Volumenmodell oder ein Nischenfahrzeug wird. Dies hängt laut Management von regulatorischen Anforderungen in den Zielmärkten ab.
Marktstart auf 2029 verschoben
Mazda hatte den Start des ersten Modells auf der eigenen Elektroplattform zunächst für 2027 vorgesehen. Das Unternehmen hat den Zeitplan inzwischen auf 2029 verschoben. Die frühere Angabe eines Produktionsstarts 2027 und erster Auslieferungen 2028 ist damit überholt. Mazda plant, das Fahrzeug als globales Modell zu vermarkten – mit besonderem Fokus auf Nordamerika, wo das Segment für mittelgroße Elektro-SUV stark wächst.
Das genaue Serienmodell und sein Name stehen noch nicht fest. Auch wann die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden und welche Märkte zuerst beliefert werden, ist bisher offen.
