Was der neue BMW 3er besser und anders macht
Der neue BMW 3er ist seit dem 30. September 2026 bestellbar. Die Produktion der Verbrennermodelle beginnt im November in Dingolfing. Der Vorgänger G20 ist seit dem Start des neuen Konfigurators nicht mehr bestellbar.
Der neue BMW 3er wächst moderat, erhält die Karosserieform und das Interieur der Neuen Klasse und verliert die Diesel. Die wichtigsten Unterschiede zum Vorgänger G20.
Mit dem Modellwechsel zur achten Generation verändert BMW den 3er grundlegend. Der neue 3er trägt die Designsprache der Neuen Klasse, übernimmt deren Anzeige- und Bedienkonzept und erhält überarbeitete Benzinmotoren mit 48-Volt-Mild-Hybrid-Technik. Gleichzeitig wachsen die Abmessungen spürbar. Im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell G20 checken wir die Unterschiede.
Der neue BMW 3er startet als Limousine mit den Varianten 318, 320 und M350 xDrive. Hinzu kommen der vollelektrische BMW i3 40 xDrive und i3 50 xDrive. Ein Plug-in-Hybrid soll im Laufe des Jahres 2027 folgen. Der Vorgänger G20 war zuletzt mit Benzinern, Dieselmotoren und als Plug-in-Hybrid erhältlich. Jeweils fünf Benzin- und Dieselvarianten standen zur Auswahl; die Selbstzünder sind in der neuen Generation Geschichte.
Abmessungen und Platzangebot
Die neue Limousine ist 4.765 Millimeter lang, 1.850 Millimeter breit und 1.455 Millimeter hoch. Damit legt der neue 3er in der Länge um 52 Millimeter, in der Breite um 23 Millimeter und in der Höhe um sieben Millimeter zu. Der Radstand wächst von 2.851 auf 2.860 Millimeter.
Der verlängerte Radstand schafft die Grundlage für etwas mehr Raum im Fond als bisher. 30 Liter weniger sind es dagegen unter der Kofferraumklappe, 450 gegen 480 Liter ist hier der Vergleichswert G50 gegen G20.
Neues Bedienkonzept im Innenraum
Im Innenraum übernimmt der neue 3er das Konzept aus der elektrischen Neuen Klasse. Dazu gehört das BMW Panoramic Vision, das Informationen über die gesamte Breite des unteren Windschutzscheibenbereichs darstellt. Ein klassisches Kombiinstrument hinter dem Lenkrad entfällt. Ergänzt wird die Anzeige durch ein 17,9 Zoll großes Zentral-Display und optional durch ein 3D-Head-up-Display. Dass der iDrive-Controller beim Generationswechsel beerdigt wurde, wird nicht jedem gefallen.
Der Vorgänger verfügte über das BMW Live Cockpit Plus mit einem 12,3 Zoll großen Instrumentendisplay und einem 14,9 Zoll großen Control Display. Die Bedienung erfolgte über Touchscreen, BMW Controller, Lenkradtasten und Sprachsteuerung. Wer für klassische Instrumente schwärmt, blieb also bereits beim Vorgängermodell unberücksichtigt. Ob die Umstellung vom Instrumentendisplay mit seiner teils eigenwilligen Grafik auf das Panoramic Vision Fort- oder Rückschritt ist, bleibt dabei Geschmackssache.
Das mit dem Geschmack gilt auch für das Lenkrad, welches im neuen 3er ebenfalls aus der Neuen Klasse übernommen wurde. Das Design mit den senkrechten Speichen hat zumindest Diskussions-Potenzial, Abhilfe schafft bei der neuen Generation das optionale M Lenkrad für 300 Euro extra.
Bei den Sitzen und beim Raumgefühl bleiben die Unterschiede zum Vorgänger maßvoll. Der neue 3er bietet elektrisch verstellbare Vordersitze mit Memory-Funktion serienmäßig. Optional sind Multifunktionssitze, M Sportsitze, Sitzbelüftung und eine Massagefunktion für bestimmte Varianten erhältlich.
Benziner bleiben, Diesel entfallen
Zum Marktstart bietet BMW den neuen 318 mit 156 PS und den 320 mit 211 PS an. Beide Modelle setzen auf einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 48-Volt-Mild-Hybrid-System und Achtgang-Steptronic-Getriebe. Der 318 beschleunigt in 9,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 215 km/h. Der 320 benötigt 7,4 Sekunden und fährt bis zu 240 km/h. Beide Modelle werden mit Hinterradantrieb angeboten.
Der Vorgänger 318i leistete ebenfalls 156 PS und kostete zuletzt ab 47.000 Euro. Der neue 318 ist mit 49.900 Euro 2.900 Euro teurer. Der 320i des G20 brachte es auf 184 PS und kostete ab 52.800 Euro. Im neuen 320 steigt die Leistung auf 211 PS, der Grundpreis liegt bei 54.900 Euro. Der Vorgänger war außerdem als 320i xDrive erhältlich, während ein entsprechendes Allradmodell beim neuen 320 aktuell nicht eingeplant ist.
An die Stelle des bisherigen M340i xDrive tritt der M350 xDrive. Sein 3,0-Liter-Reihensechszylinder wird von einem 48-Volt-Mild-Hybrid-System unterstützt und mobilisiert insgesamt 443 PS sowie 580 Newtonmeter. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h dauert 4,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h abgeregelt. Der bisherige M340i xDrive leistete 392 PS und kostete zuletzt 77.500 Euro. Der neue M350 xDrive kostet ab 80.900 Euro.
Aus für die Diesel
Eine wesentliche Änderung betrifft die Dieselmotoren. Der G20 war zuletzt als 318d, 320d, 320d xDrive, 330d xDrive und M340d xDrive erhältlich. Die Leistungsspanne reichte von 150 bis 340 PS. In der neuen Limousine sind keine Diesel mehr vorgesehen. Eine allerletzte Chance haben Selbstzünder-Fans aber noch, den 3er mit Diesel zu kombinieren: Der G21 Touring ist bis zur Premiere des Nachfolgers (voraussichtlich 2. Halbjahr 2027) weiterhin konfigurierbar, auch mit Dieselmotoren.
Während Diesel-Fans künftig also leer ausgehen, lassen die PHEV-Modelle als Alternative noch etwas auf sich warten. Im aktuellen Verbrenner-Angebot scheint der neue 320 mit spürbar verbesserten Motor- und Fahrleistungen bei 2.100 Euro Preiserhöhung im Vergleich zum Vorgänger das besonders attraktive Modell zu sein. Dass der neue M350 xDrive den Leistungsdaten des bisherigen M3 ziemlich nahekommt, diesen aber um 15.600 Euro unterbietet, ist ein weiteres Highlight des Modellwechsels.
Fahrwerk und Assistenzsysteme
BMW überarbeitet beim neuen 3er die Vorder- und Hinterachse, die Lenkung und das integrierte Bremssystem. Die Spurweiten wachsen gegenüber dem G20, außerdem kommen größere Räder zum Einsatz. Für die Verbrenner sind Räder mit 18 bis 20 Zoll vorgesehen. Ein adaptives Fahrwerk und ein Adaptives M Fahrwerk sind je nach Modell optional erhältlich. Beim M350 xDrive gehört das Adaptive M Fahrwerk zur Serienausstattung.
Vier zentrale Rechner übernehmen Aufgaben für Fahrdynamik, automatisiertes Fahren und Parken, Infotainment sowie Komfortfunktionen. Die Assistenzsysteme arbeiten auf SAE-Level 2. Dazu zählen je nach Ausstattung der Autobahnassistent, der Driving Assistant Plus und erweiterte Parkfunktionen. Der Autobahnassistent ermöglicht in ausgewählten Ländern freihändiges Fahren bis 130 km/h.
Marktstart und Preise
Der neue BMW 3er ist seit dem 30. September 2026 bestellbar. Die Produktion der Verbrennermodelle beginnt im November in Dingolfing, die Markteinführung soll gestaffelt im ersten Quartal 2027 erfolgen. Der Vorgänger G20 ist seit dem Start des neuen Konfigurators nicht mehr bestellbar. Dort finden sich aber noch der bisherige G20-M3 sowie der G21-Touring, auch als Diesel – bis auch diese im Laufe des kommenden Jahres durch die neue Generation ersetzt werden.
