A8-Comeback - das plant Audi wirklich
Audi plant ein Comeback seiner Oberklasse-Limousine. Der Nachfolger des A8 könnte ab 2030 im Porsche-Werk Leipzig entstehen – gemeinsam mit der nächsten Generation des Panamera. Für das bisherige Stammwerk Neckarsulm wäre das ein schwerer Rückschlag.
Der Audi A8 bekommt voraussichtlich einen Nachfolger – aber möglicherweise nicht mehr aus Neckarsulm. Stattdessen rückt das Porsche-Werk Leipzig als Produktionsstandort in den Mittelpunkt. Dort könnte ab 2030 die nächste Generation der Oberklasse-Limousine vom Band laufen, möglicherweise auf einer gemeinsamen technischen Basis mit dem künftigen Porsche Panamera. Eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen.
Pragmatismus statt Tradition
Porsche hat inzwischen bestätigt, mit Audi über mögliche Produktionsszenarien für den nächsten A8 zu sprechen. Zu konkreten Plänen äußerte sich das Unternehmen bislang nicht. Zuvor hatten unter anderem die Heilbronner Stimme und die Leipziger Volkszeitung über eine mögliche Verlagerung berichtet. Auch der Leipziger Porsche-Werksleiter Gerd Rupp soll dem MDR zufolge entsprechende Überlegungen bestätigt haben.
Dass Leipzig als Standort infrage kommt, liegt nahe: Im dortigen Werk produziert Porsche bereits den Panamera und den Macan. Die Fertigung ist auf unterschiedliche Antriebskonzepte ausgelegt. Eine gemeinsame Plattform für A8 und Panamera könnte zudem Entwicklungs- und Produktionskosten senken. Gerade bei großen, technisch aufwendigen Limousinen ist das ein wichtiger Faktor, weil die Stückzahlen im Vergleich zu SUV und volumenstarken Modellen begrenzt sind.
Bisher ohne Nachfolger eingestellt
Für Audi wäre die Zusammenarbeit eine Möglichkeit, die Entwicklungskosten für das neue Flaggschiff auf mehrere Modelle zu verteilen. Wie die technische Verwandtschaft konkret aussehen könnte und welche Antriebe vorgesehen sind, ist bislang nicht bekannt. Auch eine Festlegung auf einen rein elektrischen A8 lässt sich aus den bisherigen Informationen nicht ableiten. Die flexible Fertigung in Leipzig würde grundsätzlich Spielraum für unterschiedliche Antriebskonzepte bieten.
Der bisherige Audi A8 ist Anfang 2026 ohne direkten Nachfolger aus der Produktion gegangen. Audi hatte allerdings angekündigt, bis 2030 ein neues Modell an den Start zu bringen. Mit der nun diskutierten Produktionslösung nimmt diese Perspektive Konturen an. Offen bleibt, wann die Entwicklung abgeschlossen sein wird und ob der neue A8 tatsächlich in Leipzig gebaut wird.
Schlechte Nachrichten für Neckarsulm
Für das Audi-Werk Neckarsulm wäre ein Umzug des A8 besonders bitter. Die Oberklasse-Limousine gehört seit Jahrzehnten zur Identität des Standorts in Baden-Württemberg. Zugleich steht das Werk mit seinen mehr als 15.000 Beschäftigten unter erheblichem Kostendruck. Nach der aktuellen Planung des Volkswagen-Konzerns ist für Neckarsulm nach 2034 noch keine Anschlussbelegung vorgesehen. Bis Juni 2027 soll Audi deshalb einen belastbaren Plan vorlegen, wie sich die Fertigungskosten deutlich senken und die Wettbewerbsfähigkeit des Werks verbessern lassen. Erst danach will der Konzern über eine künftige Belegung oder eine andere Nutzung entscheiden. Der Verlust des A8 würde die Suche nach einer langfristigen Perspektive zusätzlich erschweren.
Audi richtet die Werksplanung zunehmend an gemeinsamen Plattformen und wirtschaftlichen Kriterien aus, statt Modelle ausschließlich nach Marken zuzuordnen. Damit könnten grundsätzlich auch Fahrzeuge anderer Konzernmarken in Audi-Werken entstehen. Für Neckarsulm wäre eine solche Anschlussbelegung eine denkbare Perspektive – bislang gibt es dafür jedoch keine konkrete Zusage. Die mögliche Verlagerung des A8 passt zugleich in die Neuaufstellung des Volkswagen-Konzerns. VW-Chef Oliver Blume will die Produktionskapazitäten stärker am erwarteten Absatz ausrichten und die Kosten weiter reduzieren. Porsche wiederum hebt die Kostenvorteile des Leipziger Werks gegenüber dem Stammwerk in Zuffenhausen hervor. Eine gemeinsame Fertigung von Panamera und A8 könnte daher beiden Marken helfen, ihre Oberklasse-Modelle wirtschaftlicher zu produzieren.
