Super-Elektro-SUV mit mehr als 1.000 PS
Mercedes-AMG bringt den GT SUV im Frühjahr 2027 auf den Markt. Seine Premiere feiert der erste eigenständig entwickelte SUV aus Affalterbach bereits am 17.10.2026 in Stuttgart.
Der elektrische GT SUV hat auf seinen jüngsten Erprobungsfahrten einen großen Teil seiner Tarnung abgelegt. Damit sind erstmals die Proportionen und wesentliche Karosseriedetails des intern X591 genannten Modells zu erkennen.
Technisch basiert der X591 auf der neuen Elektroplattform AMG.EA. Er folgt auf den elektrischen AMG GT Viertürer und wird das zweite Serienmodell auf dieser Architektur. Gegenüber auto motor und sport bestätigte der damalige AMG-Chef Michael Schiebe außerdem ein zusätzliches SUV-Coupé als dritte Baureihe.
Flaches Dach und stark ausgestellte Radhäuser
Der GT SUV fällt niedriger und gestreckter aus als der Mercedes-AMG GLE 63. Trotz der ähnlichen Positionierung handelt es sich nicht um eine elektrische GLE-Variante, sondern um eine eigenständige AMG-Baureihe. Die lange Motorhaube, die flach stehende Frontscheibe und die abfallende Dachlinie rücken das Modell optisch näher an den GT Viertürer.
An den Seiten fallen die stark ausgestellten Radhäuser und die senkrechten Luftauslässe hinter den Vorderrädern auf. Die Heckscheibe steht steiler als beim Viertürer, ohne dass der GT SUV die ausgeprägte Coupéform des zusätzlich geplanten dritten Modells erhält. Am Heck sitzen ein Dachspoiler und ein weiterer Spoiler unterhalb der Heckscheibe. Die Rückleuchten werden voraussichtlich durch ein schmales Leuchtenband verbunden.
Die Erlkönige fahren mit unterschiedlich gestalteten Frontpartien. Zu erkennen sind große Luftöffnungen im unteren Stoßfänger und aktive aerodynamische Elemente. Sie sollen den Luftstrom abhängig von Kühlbedarf und Fahrsituation steuern. Breite Schweller und große Räder unterstreichen die niedrig wirkende Karosserie.
Mehr Platz in der zweiten Sitzreihe
Der höhere Aufbau schafft vor allem im Fond mehr Kopf- und Bewegungsfreiheit als im elektrischen GT Viertürer. Gleichzeitig bleibt die Sitzposition flacher als in einem klassischen Geländewagen. Die steilere Heckpartie dürfte auch den Gepäckraum besser nutzbar machen.
Unter der Fronthaube ist trotz des zusätzlichen Elektromotors an der Vorderachse ein Frunk vorgesehen. Beim Viertürer fasst das vordere Gepäckfach 41 Liter. Im GT SUV könnte der Stauraum etwas größer ausfallen.
Das Cockpit übernimmt wesentliche Komponenten des Viertürers. Erwartet werden ein 10,2 Zoll großes digitales Kombiinstrument, ein 14 Zoll großer Zentralbildschirm und ein eigenes Display für den Beifahrer. Die Anzeigen sind zum Fahrer ausgerichtet und werden optisch zu einer breiten Einheit zusammengefasst.
Als Betriebssystem kommt MB.OS zum Einsatz. Es bündelt die Fahrzeugsteuerung, Navigation, Ladeplanung und Onlinedienste. Dazu gehören auch Anwendungen auf Basis von ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini.
Akku arbeitet mit 800 Volt
Die ausschließlich für Elektroautos entwickelte AMG.EA trägt Batterie, Antrieb und Fahrwerk. Anders als bei elektrischen Mercedes-Modellen auf einer regulären Konzernplattform wurde die Architektur von Beginn an für hohe und wiederholt abrufbare Leistungen ausgelegt. Einen späteren Einbau von Verbrennungsmotoren schloss Michael Schiebe im Gespräch mit auto motor und sport aus.
Das Batteriesystem arbeitet mit 800 Volt. Als Kapazität werden rund 106 Kilowattstunden genannt. Der Speicher soll aus 18 Modulen mit insgesamt 2.660 Rundzellen bestehen. Eine elektrisch nicht leitende Flüssigkeit umströmt die einzelnen Zellen direkt und führt die entstehende Wärme ab.
Für die AMG.EA sind Ladeleistungen von bis zu 600 Kilowatt vorgesehen. Auch eine Reichweite von rund 600 Kilometern wird für den SUV erwartet. Mercedes-AMG hat diese Werte für den X591 noch nicht abschließend bestätigt. Sie stammen teilweise aus den technischen Angaben zum elektrischen GT Viertürer.
Bis zu drei Axialflussmotoren
Den Antrieb übernehmen Axialflussmotoren der britischen Mercedes-Tochter Yasa. Bei ihnen verläuft der magnetische Fluss parallel zur Drehachse. Dadurch erreichen sie bei kleinerer Bauform und geringerem Gewicht eine hohe Leistungsdichte. Jede Maschine wiegt etwa 24 Kilogramm.
In der Variante mit zwei Motoren sitzt jeweils eine E-Maschine an Vorder- und Hinterachse. Für diese Ausführung bestätigte Schiebe eine Leistung von knapp 1.000 PS und bis zu 1.600 Newtonmetern. Der GT SUV erhält damit einen variablen elektrischen Allradantrieb.
Das Topmodell nutzt drei Elektromotoren. Zwei Maschinen bilden zusammen mit zwei Siliziumkarbid-Wechselrichtern und einem Planetengetriebe die Antriebseinheit an der Hinterachse. An der Vorderachse arbeitet ein dritter Motor mit Stirnradgetriebe. Eine Kupplung kann ihn bei geringer Last vom Antrieb trennen und dadurch Schleppverluste reduzieren. Für diese Konfiguration ist die AMG.EA auf bis zu 1.360 PS ausgelegt.
Luftfederung und aktive Wankstabilisierung
Der elektrische Allradantrieb kann die Leistung variabel zwischen beiden Achsen verteilen. Hinzu kommen voraussichtlich eine Luftfederung, eine Allradlenkung und eine aktive Wankstabilisierung. Diese soll die Seitenneigung der hohen Karosserie in Kurven reduzieren.
An der Hinterachse werden Reifen mit einer Breite von bis zu 325 Millimetern erwartet. Die integrierte Batterie erhöht die Steifigkeit des Fahrzeugbodens, bringt aber zusätzliches Gewicht mit.
Produktion beginnt in Sindelfingen
Mercedes-AMG entwickelt den GT SUV in Affalterbach. Die Serienproduktion übernimmt das Mercedes-Werk Sindelfingen, in dem auch der elektrische GT Viertürer gebaut wird. Die ersten Fahrzeuge sollen im Frühjahr 2027 ausgeliefert werden.
