Comeback nach 50 Jahren zu diesen Preisen
Mit der Präsentation des Gamma verdoppelt Lancia auf einen Schlag sein Modellangebot. Der neue Gamma ist ein SUV für die Mittelklasse und in Italien bereits bestellbar.
Bislang bestand die Marke Lancia ausschließlich aus dem Kleinwagen Ypsilon, der seit seiner Premiere auch nur auf dem italienischen Markt angeboten wird. Mit dem neuen Gamma verdoppelt sich das Modellangebot. Der SUV für die Mittelklasse wurde jetzt auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Der erste Lancia Gamma kam übriges 1976 zur Welt, also vor genau 50 Jahren.
Fünftürer im Crossover-Zuschnitt
Wie üblich im Stellantis-Konzern ist der Gamma kein komplett neu entwickeltes Modell, sondern bedient sich kräftig aus dem Konzernbaukasten. Die Basis bildet die STLA-Medium-Plattform mit 400-Volt-Architektur, der engste Konzernverwandte dürfte der Peugeot 3008 sein, mit dem sich der Gamma den crossover-artigen Karosseriezuschnitt teilt. Der Gamma ist 4,67 Meter lang, 1,89 Meter breit und 1,66 Meter hoch. Die Fastback-Karosserie soll mit einem Luftwiderstandsbeiwerts von 0,25 einen Klassenbestwert aufweisen. Zu den charakteristischen Designmerkmalen zählen die T-förmigen LED-Rückleuchten und die schmalen LED-Streifen mit vertikalen Elementen an der Front. Hinzu kommen ein geteilter Heckspoiler, Aero-Felgen und einen aktiver Frontgrill. Unter der Heckklappe des Fünfsitzer finden bis zu 560 Liter Gepäck Platz.
Ein Hybrid und drei E-Versionen
Die Antriebstechnik das Gamma stammt aus dem Konzernbaukasten und ist von seinen Schwestermodellen bereits bekannt. Das Basismodell Hybrid 145 kombiniert einen 1,2 Liter großen Dreizylinder-Benziner mit einem Elektromotor im Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Leistung wird mit 145 PS und das Drehmoment mit 230 Nm angegeben.
Ergänzt wird das Antriebsprogramm durch drei Elektro-Varianten mit NMC-Akkus. Das Basismodell hier setzt auf einen Frontmotor mit 169 kW (230 PS) und 343 Nm (im Boost mit bis zu 260 PS) in Kombination mit einem 73,7 kWh großen Akku. Die Reichweite nach WLTP-Norm liegt bei 543 Kilometern. Darüber rangiert die 180 kW (245 PS) (Boost: 206 kW) und ebenfalls 343 Nm starke Version mit Frontantrieb. Eine 97,2 kWh große Batterie sorgt hier für bis zu 741 Kilometer Reichweite. Das elektrische Topmodell, das mit dem Zusatz HF Integrale geadelt wird, setzt auf zwei Motoren und Allradantrieb. Die Systemleistung wird mit 257 kW (350 PS) (Boost: 276 kW (375 PS)) und 509 Newtonmeter angegeben. Auch hier sorgt eine 97,2 kWh große Batterie für Energie, die Reichweite liegt bei bis zu 676 Kilometern.
Nachgeladen werden kann per On-Board-Lader mit 7,4 kW, 11 kW oder 22 kW sowie am Schnelllader mit bis zu 160 kW. Von 10 auf 80 Prozent geht es dabei im Bestfall in 32 Minuten. Während der 1,6 Tonnen schwere Hybrid maximal 201 km/h schafft, werden die 2,1 bis 2,3 Tonnen schweren E-Modelle bei 190 km/h abgeregelt. Im Spurt hängen die Stromer den Verbrenner aber mit Zeiten zwischen 5,1 und 7,8 Sekunden zu 10,4 Sekunden klar ab. Auch bei der Anhängelast liegen die E-Modelle mit 760 Kilogramm vor dem Hybrid mit maximal 650 Kilogramm.
Bildschirmlandschaft im Cockpit
Bei der Cockpitgestaltung lehnt sich der Gamma bei den jüngsten DS-Modellen an. Zur Ausstattung gehören ein 10,25 Zoll großes Kombiinstrument und ein 16 Zoll großer Touchscreen, ergänzt durch ein 21-Zoll-Head-up-Display. Microfaser-Oberflächen sorgen für ein luxuriöses Ambiente. Eine Mittelkonsole in Form einen kleines Tischchens dient als Ablage für Smartphones. Das Infotainmentsystem integriert Sprachsteuerung, ChatGPT-Anbindung und ein High-End-Audiosystem von Focal.
An Fahrerassistenzsystemen stehen Funktionen zum autonomen Fahren auf Level 2 zur Verfügung, darunter ein teilautomatisierter Spurwechselassistent, ein prädiktiver adaptiver Tempomat und eine vorausschauende Geschwindigkeitsanpassung.
Marktstart und Preis
Gefertigt wird der Lancia Gamma im italienischen Werk in Melfi. Auf den Markt kommt er in den drei Ausstattungslinien LS, LX und HF. Als erster und vorerst wohl einziger Markt bedient wird Italien. Dort ist der neue Gamma bereits bestellbar. Der Grundpreis für die Hybridversion in der LS-Variante liegt dort bei 39.900 Euro. Die luxuriösere LX-Ausstattung kostet 2.000 Euro Aufpreis. Der Sprung zur HF Line beträgt 4.000 Euro. Die Preisliste für die Elektroversion mit 230 PS startet ab 45.900 Euro, die 245-PS-Long Range-Variante ist ab 51.900 Euro zu haben. Für das Allrad-Top-Modell mit 350 PS berechnet Lancia wenigstens 59.900 Euro. Zur Orientierung: Das Stellantis-Schwestermodell Peugeot 5008 startet mit dem 145-PS-Hybrid in Italien ab 41.600 Euro. Die 230 PS starke E-Version des Franzosen ist in Italien ab 52.380 Euro zu haben.
In Deutschland warten Kunden dagegen immer noch auf den Markenneustart. Nicht mal der Ypsilon ist hierzulande zu haben.
