Kompakt-SUV gibt sich die Kante
Der Bestellstart für die Generation 5 soll im ersten Quartal 2027 erfolgen, dann gibt es auch detaillierte Preise.
Die fünfte Generation des Hyundai Tucson bricht optisch radikal mit dem Vorgänger. Mehr Platz, mehr Technik und mehr Leistung stehen außerdem auf dem Programm.
Den Mut zur Kante hat Hyundai mit dem Santa Fe zweifellos auf die Spitze getrieben, der Tucson interpretiert diese Designsprache (Hyundai nennt es "Art of Steel") in der kommenden 5. Generation auf seine Weise. Das so ungewöhnliche wie unverwechselbare Gesicht des Vorgängers mit den zahlreichen Leuchteinheiten im Kühlergrill und der eher rundlichen Karosserieform weicht einer Gestaltung, die scheinbar mit dem Lineal gezogen wurde.
Neue Interpretation
Dabei sind die Tucson-Gene des Vorgängers durchaus noch erkennbar, zum Beispiel an den breiten Schultern im Heckbereich, die sich nach vorne-unten in Richtung der B-Säule ziehen. Ebenso lässt in der Seitenansicht der deutlich von der C- zur D-Säule nach oben laufende Knick mit dem metallischen Abschluss Verwandtschaft erkennen.
An der Front prägt die neue "H-Edge"-Beleuchtung den ersten Eindruck. Die senkrechten LED-Leisten als Tagfahrlicht unterstreichen dabei den neuen messerscharfen Look. Die Hauptscheinwerfer sind, bei Tag nahezu unsichtbar, in die Schürze integriert. Eine indirekte Beleuchtung unterhalb der Haubenkante ergänzt die futuristische Optik, die auch gut zu einem Elektroauto passen würde. Am Heck kommt die dreidimensional ausgeführte "Prism Rear Lamp" zum Einsatz: Auch hier senkrechte Leuchteinheiten, die allerdings in die Karosserielinie eingezogen sind, sowie die querlaufende indirekt leuchtende LED-Spange, die unterhalb des Markenemblems eingezogen ist.
Je nach Ausstattung kann der Tucson außerdem mit "Micro Pixel Lighting" ausgerüstet werden. Das System nutzt 25.600 einzelne LED-Pixel für Lichtmuster sowie Begrüßungs- und Verabschiedungsanimationen. Räder liefert Hyundai in allen Größen von 17 bis 20 Zoll.
Mehr Platz im Innenraum
Für den Innenraum, sagt Hyundai, wurde ein von Wohnräumen inspiriertes Konzept verfolgt. Die Instrumententafel ist dabei zweigeteilt. Zwischen oberer und unterer Verkleidung befindet sich eine offene Ablage, die vom Ambientelicht in Szene gesetzt wird. Das sieht beim ersten Probesitzen ziemlich gemütlich aus. An die etwas wulstige Ausformung des unteren Armaturenabschnitts, die sich in den Tür-Armlehnen und besonders in der Mittelkonsole fortsetzt, muss man sich vielleicht ein bisschen gewöhnen.
Umgewöhnung verlangt auch die Display-Landschaft im Vergleich zum bisherigen Tucson. Vor dem Fahrer sitzt ein 9,9 Zoll großes Kombiinstrument, das zwar breit, farbenfroh und hoch aufgelöst ist, aber nur sehr niedrig. Umso größer der Zentralbildschirm, den man optional in satten 17 Zoll ordern kann; Serie sind immer noch große 12,9 Zoll Diagonale. Ein Lob gibt es für die echten Schalter und Regler für Klima und Sound unterhalb des Bildschirms. Noch eine Etage tiefer sitzen zwei USB-C-Steckdosen mit bis zu 100 Watt Ladeleistung, das reicht auch für einen Laptop. Zwei kabellose Qi-2.0-Ladeflächen können geeignete Smartphones jeweils mit bis zu 15 Watt laden.
Innen viel Platz
Mit den größeren Außenabmessungen wächst auch das Raumangebot. Der Kofferraum fasst nach VDA-Norm bis zu 695 Liter. Vorn stehen 1.038 Millimeter Kopffreiheit und 1.470 Millimeter Schulterfreiheit zur Verfügung, hinten sind es 1.002 Millimeter Beinfreiheit. Die Rückbank lässt sich dreigeteilt umlegen, wobei lediglich die Lehne umklappt, aber eine ebene Ladefläche entsteht. Mit dem separat klappbaren Mittelteil gibt es eine praktische Durchlademöglichkeit, um zum Beispiel bei einer Vierer-Besatzung das Ski-Equipment unterzubringen. Die Rücksitzbank lässt sich außerdem um 15 Zentimeter verschieben (nicht beim HEV), um zwischen Laderaum und Beinfreiheit zu variieren.
Überhaupt die Sitzverhältnisse: Passt! Je nach Ausstattung gibt es vorn einen "Ergo Motion Seat" mit pneumatischer Unterstützung und Massagefunktion sowie einen "Relaxation Comfort Seat", der eine Liegeposition ermöglicht. Hinten sind Bein- und Kopffreiheit großzügig und man sitzt mit gemütlicher Beinauflage ohne angewinkelte Knie. Das fühlt sich beim ersten Studio-Termin auch für Erwachsene langstreckentauglich an.
Neue digitale Plattform
Mit "Pleos Connect" führt Hyundai im Tucson außerdem eine neue digitale Plattform auf Basis von Android Automotive OS ein. Sie verbindet Fahrzeugfunktionen, Infotainment, kompatible Apps und vernetzte Dienste. Ein eigener App-Store für das System soll dabei je nach Bedarf zusätzliche Funktionen und Inhalte bereitstellen.
Drei Antriebskonzepte
Unter der Haube ändert sich einiges. Wichtigste Neuerung: Der Dieselmotor im Tucson ist Geschichte. Basis bleibt der 1,6-Liter-Turbobenziner mit 150 PS, die 180-PS-T-GDI-Version mit Allradantrieb entfällt ebenfalls. Der Hybrid (1.6 T-GDI-HEV) erstarkt um sechs auf 245 PS, verfügbar mit Front- und Allradantrieb. Beim Plug-in-Hybrid-Tucson steigt die Systemleistung um vier auf 292 PS; auch hier sind Front- und Allradantrieb in der Auswahl.
Die Getriebe: Sechsgang-Handschaltung für die 150-PS-Verbrenner-Basis mit Frontantrieb, ein Siebengang-DCT für die mildhybridisierte Allradversion. Alles darüber schaltet per Sechsgang-Automatik. Der Hybrid verfügt über eine 1,49 kWh große Batterie und entwickelt 380 Nm. Beim Plug-in-Hybrid beträgt die Batteriekapazität 17,1 kWh und das maximale Drehmoment 380 Nm.
Für den Plug-in-Hybrid nennt Hyundai eine vorläufige elektrische Reichweite von bis zu 81 Kilometern. Geladen wird mit einem 7,2-kW-Onboard-Ladegerät über Wechselstrom, eine Schnelllade-Option gibt es nicht. Eine neue Funktion ist der "HEV Stay Mode". Damit können Klimatisierung und Audiosystem auch im Stand betrieben werden.
Mehr Anhängelast
Je nach Antriebsvariante darf der Tucson bis zu 1.910 Kilogramm ziehen, auch das ist neu. Bislang lag die maximale Anhängelast zwischen 1.210 kg für den Vollhybrid (jetzt 1.810 kg) und 1.650 kg für den PHEV (jetzt die erwähnten 1,9 Tonnen).
Dazu kommen neue beziehungsweise verbesserte Assistenzsysteme. Das sind unter anderem der autonome Notbremsassistent 2.0, der Autobahnassistent 2.0 und ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent.
Beim Rangieren mit Anhänger unterstützt der "Trailer Reverse Assist" die Lenkung. Der "Memory Reverse Assist" kann bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h einen zuvor gefahrenen Weg speichern und anschließend beim Rückwärtsfahren die Lenkung entlang dieser Strecke übernehmen. Der "Ground View Monitor" erweitert die Sicht auf den Bereich rund um und unter dem Fahrzeug.
Marktstart und Preis
Für den europäischen Markt wird der neue Hyundai Tucson im Werk Hyundai Motor Manufacturing Czech in Tschechien produziert. Der Bestellstart für die Generation 5 soll im ersten Quartal 2027 erfolgen, dann gibt es auch detaillierte Preise. Bislang startet der Tucson bei 36.490 Euro für den Basis-Benziner mit 150 PS und Frontantrieb; die Vollausstattung (1.6 T-GDI PHEV mit Allrad in der N-Line-X-Ausstattung) steht mit 56.880 Euro in der Liste. Zumindest bei der Basis wird es sehr wahrscheinlich bei unter 40.000 Euro bleiben.
