Jetzt wird der Kleine grimmig
Besonders, wenn man vor dem neuen Einstiegs-SUV der Koreaner steht. Gemeinsam mit der näher am neuen Tucson orientierten Designlinie wirkt der Bayon, als hätte ihn Hyundai zum Bodybuilding geschickt.
Hyundai bringt einen komplett überarbeiteten Bayon mit mehr Leistung und cooler Optik. Der Kompakt-SUV wächst kräftig. Ein Hybrid folgt auch noch. Wir saßen schon drin.
Schluss mit niedlich, jetzt lässt Hyundai auch beim kleinen Bayon die Muskeln spielen und die neue harte Kante einführen, die schon Santa Fe und den neuen Tucson auszeichnen. Der vor fünf Jahren in Deutschland gestartete Bayon auf Basis des i20 bekommt jetzt eine eigenständigere, robustere Optik und viel neue Technik. Dabei ist das Wachstum durchaus beachtlich: Sechseinhalb Zentimeter länger, dreieinhalb breiter und vor allem bis zu sieben Zentimeter höher – das ist schon eine Hausnummer.
Besonders, wenn man vor dem neuen Einstiegs-SUV der Koreaner steht. Gemeinsam mit der näher am neuen Tucson orientierten Designlinie wirkt der Bayon, als hätte ihn Hyundai zum Bodybuilding geschickt. Mit den 4,25 Metern Länge lugt er schon in die Kompaktklasse, speziell die neue Höhe lässt ihn stattlicher wirken, sie liegt auf dem Level eines VW T-Roc.
Jetzt auch als N-Line
Die Frontansicht prägen die Tagfahrlicht-Einheiten mit horizontalen und vertikalen Elementen und die seitlich stark herausmodellierte Motorhaube. Die Hauptscheinwerfer sind in der Schürze integriert, der Bayon für unser erstes Studio-Date trat in der N-Line-Ausstattung an, die erstmals für die Baureihe verfügbar ist. Entsprechend trägt das Modell eigenständige 18-Zoll-Räder und glanzschwarze Akzente. Auffällig in der Seitenansicht sind die üppig herausgeformten Bereiche der Radhäuser und die stark ansteigende Gürtellinie im hinteren Bereich.
Die Design-Idee mit den kompakten, rechteckigen LED-Elementen findet sich auch am Heck wieder, ein interessantes Styling-Detail ist der unterhalb des Markenlogos über die gesamte Breite eingezogene Falz. Bestandteil des N-Line-Pakets ist der markante Heckdiffusor mit der Doppelrohr-Auspuffanlage. Gerade von hinten werden die breiten Schultern deutlich, der Bayon steht richtig bullig da.
Kommt das Wachstum auch innen an? Ein Vorher/Nachher-Vergleich war beim ersten Fotoshooting natürlich nicht möglich, aber es gibt ja noch die gefühlte Wahrheit. Zunächst die Zahlen: Hyundai nennt 1.059 Millimeter Beinfreiheit für die vorderen und 935 Millimeter für die hinteren Plätze. Die Schulterbreite beträgt vorn 1.400 und hinten 1.390 Millimeter. Bei der Kopffreiheit stehen 1.032 Millimeter vorn und 980 Millimeter hinten zur Verfügung. Das ist etwas oberhalb der üblichen B-Segment SUV, bei der vorderen Kopf- und Beinfreiheit sogar fast schon eine Klasse höher.
Innen ordentlich Platz
Und gefühlt? Tatsächlich durchaus geräumig. Der Bayon ist zwar kein Tanzsaal, wirkt aber speziell auf den Vordersitzen großzügig. Generell hinterließen die Sitze beim Erstkontakt einen guten Eindruck, gut konturiert, straff gepolstert und mit ordentlichem Seitenhalt. Hinten: Ausreichende Kniefreiheit und vor allem, im Elektroauto-Zeitalter nicht mehr selbstverständlich, eine gute Beinauflage. Nicht so schön ist es hinten um den Ausblick bestellt, seitlich sieht man wegen der breiten C-Säule wenig bis nichts von der Außenwelt.
Was den Laderaum angeht, hängt es von den Motoren ab (zu denen kommen wir am Ende), was eingepackt werden kann. Für die Verbrenner wird es etwas geräumiger (440 statt früher 411 Liter), beim angekündigten Hybrid entfällt das untere Staufach und es stehen 397 Liter zur Verfügung.
Das Cockpit ist, prinzipiell lobenswert, betont Schalter-orientiert gestaltet, was aber etwas unaufgeräumt aussieht und Eingewöhnung verlangt. Auf dem und rund um das Lenkrad sind zahlreiche Schaltereinheiten, unterhalb des Infotainments befinden sich physische Schalter und Regler für die Media-Steuerung, noch eine Etage tiefer sind Touchfelder für die Klimasteuerung untergebracht. Rund um den robust gestalteten Schalthebel befinden sich weitere Schaltereinheiten. Zur Ausstattung gehören außerdem kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, kabelloses Smartphone-Laden sowie USB-Anschlüsse vorn und hinten. Ein Bose Premium Soundsystem ist ebenfalls verfügbar.
Viel Komfort-Optionen
Beim Komfort erweitert Hyundai die Optionen unter anderem um beheiz- und belüftbare Vordersitze, eine pneumatische Lordosenstütze für den Fahrer und eine Höhenverstellung für Fahrer- und Beifahrersitz. Je nach Ausstattung kommen noch beheizbare Rücksitze und separate Luftauslässe für hinten dazu. Zu den zusätzlichen Optionen je nach Ausstattungslinie (zu denen es noch keine genauen Infos gibt) zählen eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Panorama-Glasschiebedach und eine duale Ambientebeleuchtung für den Innenraum.
Neuer Hybrid als Top-Motor
Fehlt noch das Antriebs-Thema. Der aktuelle Bayon ist nur noch mit dem 90 PS leistenden Einliter-Dreizylinder-Benziner erhältlich, der übernimmt auch künftig die Rolle des Basismotors. An seine Seite tritt gleich zum Marktstart eine kräftigere Version auf gleicher Basis, die 115 PS aktiviert und das Maximaltempo von 171 auf 180 km/h anhebt. Beide Maschinen sind mit einer Sechsgang-Handschaltung und einem Siebengang-DCT im Angebot.
Ergänzt wird das Duo später – wann genau, erzählt Hyundai noch nicht – durch einen 138 PS-Hybrid mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Der wird einen 1,6-Liter-Benziner mit entsprechender Elektro-Unterstützung verbaut haben, Fahrleistungsdaten gibt es auch noch keine. Verbrauchsdaten ebenso wenig, aber aus den bereits veröffentlichten CO₂-Daten lassen sich vorläufige Werte von 6,1 Liter/100 km für den 90-PS-Benziner, 5,9 Liter für den 115-PS-Dreizylinder und 4,5 Liter für den angekündigten Hybrid ungefähr herausrechnen.
Marktstart und Preis
Noch im ersten Quartal 2027 soll der neue Bayon bestellbar sein, wann die Auslieferungen beginnen, steht noch nicht fest. Preise gibt es entsprechend erst im kommenden Jahr, aber auch einen Anhaltspunkt: Losgehen wird es sehr wahrscheinlich unter 25.000 Euro. Aktuell startet der Bayon bei 23.900 Euro in der Select-Ausstattung.
