Deshalb ist die Speedweek so wichtig
Vom 3. bis 9. August findet die zweite Speedweek des Jahres statt. Die bundesweite Kontrollaktion soll das Bewusstsein für die Gefahren durch überhöhte Geschwindigkeit schärfen.
Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptursachen für schwere und tödliche Verkehrsunfälle. Je höher das Tempo, desto länger der Bremsweg und desto heftiger die Aufprallenergie bei einer Kollision. Die Polizei betont gegenüber dem NDR, dass die Schwere der Verletzungen bei einem Unfall unmittelbar von der gefahrenen Geschwindigkeit abhängt. Das Verhalten von Rasern und Dränglern sei nicht nur rücksichtslos, sondern eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer.
Ein tragisches Beispiel für die fatalen Folgen lieferte der Raserunfall von Ludwigsburg im März 2025. Zwei Brüder lieferten sich damals ein illegales Straßenrennen, wobei sie Geschwindigkeiten von über 130 km/h erreichten. Es kam zu einem Unfall, und zwei junge Frauen verloren ihr Leben.
ADAC: "Tempolimit ist keine Empfehlung"
Auch der ADAC sieht in den Aktionswochen einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Es gehe vor allem darum, die Gefahren von zu schnellem Fahren wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Ulrich Chiellino, Verkehrspsychologe beim ADAC, appelliert dabei an die Eigenverantwortung der Fahrer:
Die Geschwindigkeit ist an die Umgebung anzupassen. So gesehen ist ein Tempolimit auch als Limit und nicht als Empfehlung zu verstehen. Jeder Verkehrsteilnehmende sollte sein Verhalten immer wieder hinterfragen und falls nötig verändern. Wir alle sind aufgefordert, mehr Achtung zu zeigen.
Das erwartet Autofahrer in der Kontrollwoche
An der europaweit koordinierten Aktion beteiligen sich mit Ausnahme von Bayern, Sachsen und dem Saarland alle Bundesländer. Im Zeitraum vom 3. bis 9. August 2026 verteilt die Polizei ihre verstärkten Kontrollen über die gesamte Woche und verzichtet auf einen zentralen 24-Stunden-Blitzer-Tag, wie er im Frühjahr stattfand. Die Messungen können auf allen Straßennetzen stattfinden, konzentrieren sich jedoch auf bekannte Gefahrenstellen wie Schulen, Baustellen oder Unfallschwerpunkte. Da die Bundesländer die Veröffentlichung von Messstellen unterschiedlich handhaben, sollten sich Autofahrer nicht ausschließlich auf angekündigte Standorte verlassen. An den Konsequenzen für Temposünder ändert sich nichts: Es gelten die regulären Sanktionen des Bußgeldkatalogs mit Bußgeldern, Punkten und möglichen Fahrverboten.
