China-Offroader macht mit 1.129 PS Jagd auf Defender
Geely hat überraschend einen neuen Geländewagen für Europa vorgestellt. Der Look orientiert sich am Land Rover Defender, die Leistungsdaten sind spektakulär.
Geely hat auf dem Pariser Autosalon mit dem Project KO11 einen neuen Geländewagen vorgestellt, der Ende 2027 in Europa auf den Markt kommen soll. Ganz unbekannt ist das Auto nicht, Geely hatte den Offroader bereits als Studie Galaxy Cruiser und später als Serienversion unter dem Namen Galaxy Battleship vorgestellt. Wie der Wagen letztendlich in Europa heißen wird, ließ Geely noch offen, ebenso wie die endgültigen technischen Daten der Europa-Version(en). Die gibt es allerdings bereits aus China von der dort angebotenen Baureihe, sie sind mehr als spektakulär.
Kantige Karosserie nach Defender-Vorbild
Mit einer Länge von 5,09 Metern, einer Breite von knapp zwei Metern und einer Höhe von rund 1,91 Metern sortiert sich der Galaxy Cruiser 700 bei den Fullsize-SUV ein. Der Radstand beträgt 2,90 Meter. Die kantige Karosserie mit steiler Front, senkrechtem Heck und ausgeformten Radhäusern erinnert deutlich an den Land Rover Defender. Auch die Gestaltung der Scheinwerfer und Rückleuchten orientiert sich an der britischen Geländewagen-Ikone.
Die Vorstellung erfolgte am 12. Oktober 2026 als Überraschung zum Abschluss der Pressekonferenz von Geely Auto. Unternehmenschef Aiden kündigte das Fahrzeug als zusätzliches Modell neben dem ebenfalls in Paris präsentierten Geely Monjaro EM-i an. Geely beschreibt den KO11 als neue Generation leistungsstarker Geländewagen, die ausgeprägte Offroad-Fähigkeiten mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb und neuen Fahrwerkstechnologien verbinden. Und das mit dem "leistungsstark" darf man durchaus wörtlich nehmen.
Drei Leistungsstufen mit bis zu 1.129 PS
Weil Geely mit Infos für Europa noch sehr sparsam ist, schauen wir uns das Auto in China an, dort heißt das Modell Galaxy Cruiser 700. Für den chinesischen Markt sind aktuell drei Plug-in-Hybrid-Varianten vorgesehen. Die Einstiegsversion kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit einem Elektromotor und kommt auf 350 kW (476 PS) Systemleistung sowie 605 Nm Drehmoment. Sie treibt die Vorderräder an und beschleunigt in 6,4 Sekunden von null auf 100 km/h.
Die stärkeren Ausführungen besitzen einen 1,5-Liter- und einen 2,0-Liter-Turbobenziner sowie drei Elektromotoren. Die Systemleistung beträgt hier 690 kW (938 PS) für die "schwächere" Variante und 830 kW (1.129 PS) für die Top-Version. Drehmoment-Angaben gibt es auch, sie sind nicht weniger beeindruckend: 1.165 und 1.330 Nm. Beide Varianten verfügen über Allradantrieb. Für die stärkste Version nennt Geely eine Beschleunigungszeit von glatten vier Sekunden auf 100 km/h.
185 Kilometer E-Reichweite
Alle Varianten verwenden eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie von CATL mit 47,14 kWh Kapazität. Die elektrische der Plug-in-Hybride Reichweite beträgt nach WLTP-Angaben je nach Ausführung 165 bis 185 Kilometer. Der Tank fasst 80 Liter. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Version bei bis zu 220 km/h.
Für den Geländeeinsatz besitzt der Galaxy Cruiser 700 eine aktive Einzelradaufhängung, mit der sich jedes Rad unabhängig anheben oder absenken lässt. Die Wattiefe beträgt laut den veröffentlichten Daten 80 Zentimeter. Mit der Allradlenkung kann das Fahrzeug im sogenannten Crab-Walk-Modus nahezu seitlich fahren. Der Wendekreis soll dadurch lediglich 3,36 Meter betragen.
Marktstart und Preis
Welche der chinesischen Varianten Geely in Europa an den Start bringt, werden wir spätestens im kommenden Jahr erfahren, ebenso den Preis. In China sind die Tarife ähnliche Kracher wie die Leistung. Das Einstiegsmodell mit 476 PS startet bei umgerechnet 23.700 Euro, für die Topversion mit 1.129 PS werden umgerechnet 32.500 Euro aufgerufen. Bei einem Deutschlandstart dürfte der Einstiegspreis deutlich über dem chinesischen Niveau liegen. Angesichts der Erfahrung mit anderen chinesischen Modelle dürfte eine Größenordnung von 40.000 bis 50.000 Euro als Basis realistisch sein.
Hinweis: In der Fotoshow zeigen wir Ihnen das China-Modell und die zugehörige Studie.
