Elektro-Kleinwagen Koala als Panda-Nachfolger
Der mögliche Fiat Koala nutzt dieselbe E-Car-Plattform wie der elektrische Citroën 2CV und soll in Italien zu einem besonders niedrigen Preis gebaut werden.
Fiat arbeitet an einem neuen elektrischen Kleinwagen, der den unteren Bereich des Modellprogramms ergänzen soll. Ursprünglich wurde das Fahrzeug als Pandina gehandelt. Inzwischen gilt jedoch auch der Name Koala als möglich. Fiat hat die Bezeichnung nach Angaben des Unternehmens markenrechtlich schützen lassen. Der Name würde in die Bären-Systematik der Marke passen, zu der neben dem Panda auch der größere Grizzly gehört.
Noch ein Bärchen
Der neue Elektro-Fiat soll voraussichtlich 2028 auf den Markt kommen. Geplant ist die Produktion im süditalienischen Pomigliano d’Arco. Dort wird derzeit der Panda gebaut, der seit 2024 offiziell auch unter dem Namen Pandina angeboten wird. Die seit 2012 produzierte dritte Generation des Kleinwagens soll nach bisheriger Planung noch mindestens bis 2027 weitergebaut werden. Der elektrische Nachfolger wäre damit nicht unmittelbar mit dem Ende des Verbrenner-Panda verbunden, sondern würde zunächst parallel zu ihm angeboten.
Technisch ist der neue Fiat eng mit dem geplanten elektrischen Citroën 2CV verwandt. Beide Modelle entstehen auf der von Stellantis entwickelten E-Car-Plattform für kleine Elektrofahrzeuge. Der Konzern will damit Fahrzeuge ermöglichen, die kompakt, einfach aufgebaut und in Europa vergleichsweise kostengünstig herzustellen sind.
Im Gespräch ist eine neue europäische Fahrzeugklasse mit einer Länge von weniger als 4,20 Metern. Die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen sind bislang jedoch noch nicht endgültig beschlossen.
E-Car-Plattform
Die Plattform soll sich auf unterschiedliche Karosserien und Markencharaktere anpassen lassen. Der Fiat wird deshalb voraussichtlich Gestaltungsmerkmale des Panda aufnehmen, ohne eine direkte Neuauflage einer früheren Generation zu werden. Fiat-Designchef François Leboine schloss eine rein nostalgische Ausrichtung wie beim Citroën 2CV bereits aus und sprach von einem "sehr unterschiedlichen Ansatz, nicht neo-retro". Einzelne Anregungen könnten aus dem studentischen Designwettbewerb Ippo stammen, dessen Siegerentwurf einen kantigen Kleinwagen mit Anleihen an frühere Panda-Modelle zeigte. Fiat stellte den Entwurf später zusammen mit weiteren künftigen Konzepten vor.
Fiat-Chef Arnauld Belloni bestätigte auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2026 die enge Verbindung zum Citroën-Modell. "Wir arbeiten an einigen Fahrzeugen auf der E-Car-Plattform. Wir bereiten ein kleines Auto vor, das auf dem 2CV basieren wird", sagte Belloni in Paris. Zugleich erklärte er, dass die Bezeichnung Koala inzwischen Fiat gehöre. Der Name soll das Elektroauto vom weiterhin angebotenen Panda mit Verbrennungsmotor unterscheiden.
Gemeinsame Basis mit Citroën
Konkrete technische Angaben zum neuen Fiat-Kleinwagen gibt es noch nicht, schließlich ist selbst Citroën mit dem bereits präsentierten 2CV-Konzept noch sehr schweigsam zu den technischen Details. Im Gespräch sind Batterien mit einer Kapazität zwischen etwa 25 und 35 Kilowattstunden. Daraus könnten sich je nach Ausführung WLTP-Reichweiten von ungefähr 200 bis 300 Kilometern erzielen lassen. Als Zellchemie ist bei beiden Fahrzeugen ein kostengünstiger LFP-Akku wahrscheinlich.
Auch bei der Motorleistung ist von einer einfachen Auslegung auszugehen. Für Fahrzeuge mit Schwerpunkt auf dem Stadtverkehr werden im Zusammenhang mit der geplanten E-Car-Klasse Leistungen um 40 bis 50 PS diskutiert. Varianten für einen breiteren Einsatz könnten mit etwa 60 bis 90 PS angeboten werden. Fiat hat keine dieser Angaben bestätigt. Als Ziel für den Einstiegspreis wurde im Stellantis-Umfeld zuletzt ein Betrag von ungefähr 15.000 Euro genannt.
Der Citroën 2CV soll ebenfalls 2028 auf den Markt kommen und in Pomigliano d’Arco gemeinsam mit dem Fiat-Modell gefertigt werden.
