Monster-Amphi-Panzer für überall
Der tschechische Rüstungskonzern CSG hat in Prag den Meander vorgestellt. Das Kettenfahrzeug mit Tatra-Zwölfzylinder soll Transportaufgaben an Land und auf dem Wasser bewerkstelligen.
Im Rahmen des Future Forces Forum zeigte CSG einen Prototyp in der Transportausführung, der gemeinsam mit New Space Technologies (NST), einem Unternehmen der Krill Business Partners Group entwickelt wurde. Der Ketten-Transporter ist für Flüsse, Sümpfe und Feuchtgebiete ausgelegt.
Tatra-Motor und 13 Tonnen Nutzlast
Der Meander ist mehr als elf Meter lang. Sein zulässiges Gesamtgewicht beträgt bis zu 33 Tonnen, davon entfallen 13 Tonnen auf die Nutzlast. Der Antrieb übernimmt ein luftgekühlter Tatra-Zwölfzylinder mit 598 PS bzw. 440 Kilowatt. Auf der Straße soll das Fahrzeug bis zu 48 km/h erreichen, im Gelände rund 35 km/h, auf dem Wasser zirka 12 km/h. Die Reichweiten liegen bei rund 380 Kilometern auf der Straße und etwa 300 Kilometern im Gelände. Das Fahrzeug soll Gräben von ungefähr 2,5 Metern Breite überwinden können.
Die Ladefläche kann wahlweise bis zu 70 stehende Personen, zwölf Tragen, einen mittelschweren Militär-Lkw oder einen Standardcontainer mit 20 Fuß Länge aufnehmen. Eine elektrisch betätigte Heckrampe erleichtert das Be- und Entladen und ist ebenfalls für eine Last von bis zu 13 Tonnen ausgelegt.
Ketten an Land, Propeller im Wasser
An Land bewegt sich der Meander auf Ketten. Für die Fahrt im Wasser nutzt er Propeller. Der Fahrer steuert das Fahrzeug dort wie an Land mit Lenkrad und Pedalen. CSG zufolge erfolgt die Lenkung elektronisch über ein Steer-by-Wire-System. Ein Touchscreen zeigt Fahrzeugdaten an, Kameras sollen den Überblick über die Umgebung verbessern.
Die Besatzung besteht aus Fahrer und Bediener; bei Bedarf kann ein drittes Besatzungsmitglied hinzukommen.
Vom Kalan zum Militärtransporter
Die technische Grundlage bildet das Amphibienfahrzeug Kalan, das NST zuvor für zivile Aufgaben entwickelt hatte. Aktuell erprobt die tschechische Feuerwehr den Kalan. Für den Meander wurde laut NST unter anderem der Wasserantrieb geändert; das Fahrzeug sei zudem an militärische Anforderungen angepasst worden.
CSG sieht neben der Transportausführung weitere mögliche Varianten vor, darunter Fahrzeuge mit Waffensystemen. Bei der Präsentation in Prag war eine solche Version jedoch nicht zu sehen. Angaben zu konkreten Waffenkonfigurationen, Schutzstufen oder einer Beschaffung machte das Unternehmen nicht.
