Leapmotor schafft die 12V-Batterie ab
Die 12-Volt-Batterie gilt als häufigste Pannenursache – auch bei E-Autos. Leapmotor kündigt jetzt eine Technik an, die diese Batterie überflüssig macht.
Der chinesische Stellantis-Partner Leapmotor hat auf dem Leapmotor Tech Day 2026 im Batteriewerk Hu Zhou (China) eine neue High-Low-Fusion-Batterie vorgestellt, die in künftigen Fahrzeugplattformen die bisher obligatorische 12-Volt-Batterie überflüssig machen soll.
Hauptbatteriezellen liefern auch Niederspannung
High-Low-Fusion bedeutet, dass die Hauptbatteriezellen sowohl den Hochspannungsantrieb als auch die Versorgung des gesamten Niederspannungsbordnetzes übernehmen. Die jetzt vorgestellte Cell-to-Chassis (CTC) 3.0 High-Low Fusion-Batterie ist die neueste Generation des paketlosen Batterie- und Stromversorgungssystems der Marke. Im Vergleich zur Vorgängergeneration verfügt sie über eine siebenfach höhere Niederspannungskapazität und -funktionalität. Diese Leistungsfähigkeit soll ausreichend sein, um die seit mehr als 70 Jahren in Autos verwendete 12-Volt-Batterie zu ersetzen.
Durch die CTC-3.0-Batteriezellentechnologie sind separate Batteriemodule nicht mehr erforderlich, da die Module direkt in das Fahrgestell integriert werden. Hoch- und Niederspannungsbatterien verwenden dieselben Zellen und Module, teilen sich das Wärmemanagement und die Energieverteilung und ermöglichen so eine vollständige Neugestaltung des Stromversorgungssystems des Fahrzeugs. Der zusätzliche Bauraum für eine 12-Volt-Batterie kann eingespart werden.
12‑Volt-Batterie kann entfallen
Leapmotor verspricht zudem einen lebenslang wartungsfreien Betrieb. Der bislang regelmäßig anstehende Tausch der 12-Volt-Batterie würde damit entfallen. Das erhöht zum einen die Pannensicherheit, zum anderen spart der Kunde die Kosten für eine neue Batterie. Nicht zu vernachlässigen ist auch die reduzierte Umweltbelastung, wenn Starterbatterien nicht mehr produziert und entsorgt werden müssen.
Bislang bildeten 12-Volt-Batterien die elektrische Grundlage eines Fahrzeugs. Sie versorgten verschiedene Funktionen mit Strom, darunter den Anlasser, die Scheibenwischer, die Klimaanlage, die Beleuchtung, Infotainment-Bildschirme, Sicherheitssysteme und sogar Airbags. Die meist als Blei-Säure-Akku angelegten Batterien gelten aber als verschleißanfällig und Ursache für zahlreiche Pannen. Forscher arbeiten daher schon lange daran, diesen Energiespeicher aus dem Bordnetz zu verbannen.
Start bereits 2027
Erste Modelle von Leapmotor mit dieser Technologie sollen bereits 2027 auf den Markt kommen. Durch die Beteiligung von Stellantis an Leapmotor ist auch mit einer Einführung dieser Technologie in kommenden europäischen Modellen zu rechnen.
