Das erste SUV-Coupé der Neuen Klasse
BMW bringt 2027 den vollelektrischen iX4 auf den Markt. Das SUV-Coupé basiert vollständig auf der Neuen Klasse und kommt mit bis zu 612 PS.
Mit dem Thema SUV-Coupé kennen sie sich aus in München, schließlich hat BMW mit dem X6 im Jahr 2008 dieses Segment quasi gegründet. Mittlerweile umfasst die Palette drei solche Hochbeiner-Coupés mit Ablegern der Baureihen vom X1 bis zum X5. Nur folgerichtig, dass jetzt auch der iX3 der Neuen Klasse ein entsprechendes Geschwisterchen bekommt: den iX4.
Der BMW iX4 ist gleichzeitig das dritte Modell der Neuen Klasse. Nach iX3 und i3 übernimmt nun ein SUV-Coupé diese neue elektrische Grundkonzeption der Marke.
Gleich lang, aber niedriger
Mit einer Länge von 4.782 Millimeter, einer Breite von 1.895 mm und dem 2.897 mm langen Radstand kommt der iX4 auf exakt dieselben Daten wie der iX3. Abweichend ist dagegen die geringere Höhe, mit 1.595 mm ist er vier Zentimeter niedriger.
Die Front übernimmt der iX4 dabei vom iX3, der Unterschied beginnt aber bereits vor der B-Säule. Ab den Vordersitzen geht die Dachlinie in Sinkflug und mündet in einem kleinen Spoiler-Heckbürzel. Die Form der Heckleuchten übernimmt der iX4 vom iX3, statt der "Kombi"-Heckklappe gibt es jedoch eine themengerechte große Glasfläche. Die Heckklappe selbst ist knapp hinter der C-Säule angeschlagen, was ein relativ großes und gut nutzbares Ladetor ergibt. Ein durchgehendes Panoramadach gehört außerdem zur Serienausstattung.
Laderaum bleibt großzügig
Das Gepäckraumvolumen reicht von 490 bis 1.600 Liter. Das ist gar nicht so viel weniger als beim X3 (520 – 1.750 Liter), der allerdings in der zweiten Reihe mehr Kopffreiheit bieten dürfte. Unter der Fronthaube befindet sich ein weiteres Fach mit 58 Liter Fassungsvermögen. Auch das Coupé bekommt die (optionale) elektrisch aus- und einfahrende Anhängerkupplung, maximal zwei Tonnen dürfen an den Haken.
Große Fensterflächen und das Panoramadach bestimmen die Raumwirkung im Innenraum. BMW gibt für den Fond trotz der Coupé-Dachlinie eine "ausreichende" Kopf- und Beinfreiheit an. Die Rücksitzlehne ist im Verhältnis 40:20:40 teilbar. Je nach Ausstattung stehen unterschiedliche Interieurkonzepte mit Veganza, Leder Merino und M PerformTex zur Verfügung.
Cockpit unverändert
Ganz "Neue Klasse" ist das zentrale Element der Bedienung, das BMW Panoramic iDrive mit Operating System X. Fahrrelevante Informationen werden über das BMW Panoramic Vision in den unteren Bereich der Windschutzscheibe projiziert. Ergänzt wird die Anzeige durch ein 17,9 Zoll großes Zentraldisplay und optional ein 3D-Head-up-Display. Unterschiede zum iX3 gibt es im Cockpit nicht zu entdecken.
Technisch setzt der iX4 auf die sechste Generation der BMW-eDrive-Technologie. Alle Varianten verfügen über einen Elektromotor an jeder Achse und damit über einen elektrischen Allradantrieb. An der Hinterachse arbeitet eine stromerregte Synchronmaschine, vorn eine Asynchronmaschine.
Zwei Akku-Größen
Der iX4 40 xDrive nutzt einen 82,6 kWh großen Akku. Die Systemleistung beträgt 275 kW (374 PS), die Reichweite nach WLTP bis zu 638 Kilometer. Der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h dauert 5,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h.
Der iX4 50 xDrive besitzt eine Batterie mit 108,7 kWh nutzbarem Energiegehalt. Er kommt auf 345 kW (469 PS) und erreicht laut vorläufigen Angaben bis zu 828 Kilometer. Für den Standardsprint werden 4,9 Sekunden genannt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 210 km/h.
An Schnellladesäulen lädt der iX4 40 xDrive mit bis zu 300 kW, der iX4 50 xDrive mit bis zu 400 kW. Für beide Varianten gibt BMW eine Ladezeit von 21 Minuten für den Bereich von zehn bis 80 Prozent an. Unter günstigen Bedingungen lassen sich in zehn Minuten bis zu 301 beziehungsweise 387 Kilometer Reichweite nachladen. Wechselstrom wird serienmäßig mit 11 kW aufgenommen, optional sind 22 kW möglich.
Als Heimspeicher nutzbar
Die neue Hochvoltbatterie erlaubt zudem bidirektionales Laden. Der iX4 kann damit Strom an externe Verbraucher abgeben, als Speicher für ein Haus dienen oder in Verbindung mit geeigneter Infrastruktur Energie in das öffentliche Netz einspeisen. Für Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid sind bis zu 11 kW vorgesehen; Vehicle-to-Load ist mit bis zu 3,7 kW möglich.
Für die Fahrdynamik bündelt BMW Antrieb, Rekuperation, Bremsen und Teile der Lenkung im Rechner Heart of Joy. Ein adaptives M Fahrwerk ist für alle Varianten optional erhältlich und beim M60 xDrive serienmäßig.
Auch als M-Modell
Das zunächst nicht zum Marktstart verfügbare M-Modell nutzt ebenfalls den großen 108,7-kWh-Akku. Mit 450 kW und 875 Nm soll der iX4 M60 xDrive in 3,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und 240 km/h erreichen. Die vorläufige WLTP-Reichweite wird mit bis zu 777 Kilometern angegeben. Zum M-spezifischen Umfang gehören unter anderem ein geregeltes Sportdifferenzial, ein adaptives Fahrwerk und eigene Anzeigen.
Marktstart und Preis
Die Markteinführung ist für März 2027 vorgesehen. Zum Start stehen der iX4 40 xDrive und der iX4 50 xDrive zur Wahl. Das leistungsstärkere Topmodell iX4 M60 xDrive soll kurze Zeit später folgen.
Der BMW iX4 40 xDrive wird in Deutschland ab 70.900 Euro erhältlich sein, der iX4 50 xDrive ab 75.900 Euro. Damit liegt er jeweils 5.000 Euro über dem vergleichbaren iX3-Modell, was auch gleichzeitig einen Ausblick auf den später folgenden M60 xDrive erlaubt. Produziert wird das Modell im ungarischen BMW-Werk Debrecen.
