Was E-Auto-Fahrer wirklich über ihre Wagen denken
Der ADAC hat E-Auto-Fahrer nach der Zufriedenheit mit ihrem Auto gefragt. Ergebnis: Die meiste Kritik hat nichts mit dem Auto selbst zu tun.
Elektroautos boomen. Der Bestand und die Zahl der Nutzer legen stetig zu. Der ADAC hat jetzt über 1.000 Elektroautofahrer nach Zufriedenheit mit dem eigenen Fahrzeug, aber auch anderen Themen rund um die E-Mobilität befragt.
Die E-Auto-Technik überzeugt, Reichweite meistens
Die Zufriedenheit mit dem eigenen E-Auto fällt hoch aus. 70 Prozent sind sehr zufrieden, 27 Prozent noch zufrieden. Die Zustimmung liegt dabei in Summe also bei 97 Prozent. Nur knapp 1 Prozent äußert sich unzufrieden. Für knapp drei Viertel aller Umfrageteilnehmer ist das aktuelle Fahrzeug das erste Auto mit E-Antrieb im Haushalt. Für 84 Prozent fungiert der Stromer dabei als Erstwagen im Haushalt.
Auch der Umstieg von einem Verbrenner in ein E-Auto scheint den Menschen leichtzufallen. Für 92 Prozent der Befragten war der Wechsel einfach bis sehr einfach. Die Einstufung als schwierig nannten nur knapp 1,5 Prozent.
Beim viel beschworenen Thema Reichweite zeigen sich die meisten E-Auto-Nutzer zufrieden. Über 50 Prozent können mit den Abweichungen zwischen Herstellerangaben und den real erreichbaren Reichweiten gut leben. Nur 24 Prozent sehen darin wirklich ein Problem, weitere 24 Prozent fühlen sich dadurch teilweise gestört. Als verbesserungswürdig wurden aber die Reichweitenunterschiede bei warmen und kalten Temperaturen eingestuft. Jeder vierte Befragte empfindet die Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreichweite als störend oder sehr störend. Weitere 29 Prozent ärgern sich gelegentlich.
Ladeinfrastruktur ist immer noch verbesserungswürdig
Bei den Fragen zur Ladeinfrastruktur ergab sich ein gemischtes Bild. Hier sehen die Befragten einen Verbesserungsbedarf bei den Kosten und der Preistransparenz. In Summe sind fast zwei Drittel der Nutzer öffentlicher Ladesäulen zufrieden oder sehr zufrieden mit der vorhandenen Ladeinfrastruktur in Deutschland. Kritik gibt es allerdings an der Höhe und der Transparenz der Ladestrompreise, die rund jeder Vierte für verbesserungswürdig hält.
Bezahlt wird beim öffentlichen Laden am häufigsten mit einer Smartphone-App und/oder einer Ladekarte. Mehr als ein Drittel derjenigen, die öffentlich laden, hat auch bereits direkt an der Ladesäule mit Bank- oder Kreditkarte bezahlt. Wäre der Preis bei jeder Bezahlform gleich, so würde je rund ein Viertel am liebsten entweder mit App oder Bank- bzw. Kreditkarte zahlen; nur noch jeder Fünfte würde die Ladekarte eines Anbieters bevorzugen.
Spannend ist auch die Frage nach der Tarifwahl: Die meisten Nutzer (42 Prozent) laden "ad hoc", also ohne Tarifbindung, und 40 Prozent nutzen einen Tarif ohne Grundgebühr. Nur 14 Prozent gaben an, einen Tarif mit Grundgebühr abgeschlossen zu haben.
Viele, besonders Frauen, wollen nachts nicht laden
Ein weiteres Thema der ADAC-Umfrage war die Sicherheit an öffentlichen Ladestationen bei Nacht. Zwar ist die Zufriedenheit mit der Sicherheit an Ladestationen insgesamt gut, allerdings gaben 56 Prozent der Nutzer öffentlicher Ladestationen und sogar 67 Prozent der weiblichen Nutzer an, dass sie ihr Ladeverhalten in der Nacht aus Sicherheitsgründen verändern. Das kann bedeuten, dass sie in der Nacht gar nicht öffentlich laden, gewisse Ladeparks meiden oder nur dann nachts laden, wenn sie nicht allein sind. Zu einem verbesserten Sicherheitsempfinden können laut den Befragten vor allem zwei Punkte beitragen: Über 60 Prozent wünschen sich eine bessere Beleuchtung oder Videoüberwachung am Ladepark, unter den Frauen wünscht sich zudem jeweils knapp die Hälfte Personal vor Ort oder eine bessere Standortlage.
