Dieser Saugmotor schafft über 900 PS
Der Orion V12 setzt auf einen Bankwinkel von 65 Grad und einen Hubraum von satten 6,8 Liter.
Motorenbauer Italtecnica Engineering schwimmt mit seinem Orion V12-Motor bewusst gegen den Strom. Statt Elektrifizierung zählen hier Hubraum und Drehzahl – beides gibt es satt.
Italtecnica sieht seinen Zwölfzylinder nicht als nostalgische Hommage an eine vergangene Ära, sondern als modernes High-Tech-Manifest, das beweist, dass die klassische Verbrennungsmotorentechnik noch immer neue Gipfel erreichen kann. Entwickelt wurde der V12 unter Leitung von des ehemaligen Formel-1- und Rallye-Ingenieurs Claudio Lombardi. Entstanden ist ein Hochleistungsaggregat, das den rohen Charakter eines hochdrehenden Rennsport-V12 hat, aber dennoch die strengen Auflagen der Euro 6-Abgasnorm erfüllt.
Hightech-Einsatz
Der Orion V12 setzt auf einen Bankwinkel von 65 Grad und einen Hubraum von satten 6,8 Liter. Das Motorgehäuse und auch das Gehäuseunterteil bestehen aus Aluminium und werden aus dem Vollen gefräst. Die Pleuel werden geschmiedet, die Kolben sind mit einer reibungsmindernden Keramikbeschichtung versehen.
Die Schmierung ist als Trockensumpf ausgelegt, was die Bauhöhe reduziert und seiner Achtstufen-Pumpe eine effiziente Schmierung selbst unter extremen fahrdynamischen Bedingungen sicherstellt. Für den Nockenwellenantrieb setzt Italtecnica auf eine Zahnradkaskade. Jede Zylinderbank verfügt über zwei obenliegende Nockenwellen und vier Ventile pro Zylinder aus einer Titanlegierung, die über Schlepphebel betätigt werden. Die variable Ventilsteuerung auf der Einlass- und Auslassseite sorgt für einen breiteren Drehmomentverlauf und eine optimierte Verbrennung über ein sehr weites Drehzahlband. Der komplett aus Carbon gefertigte Ansaugbereich arbeitet nach dem RAM-Air-Prinzip.
Bis zu 950 PS
Angeboten wird der Orion V12 in zwei Varianten. Die nach Euro 6 homologierte Version, liefert eine Spitzenleistung von rund 850 PS bei 8.500/min, wobei der Drehzahlbegrenzer bei 9.200 /min einsetzt. Das maximale Drehmoment liegt bei über 750 Nm, wobei bereits bei 3.000 Touren 70 Prozent davon abrufbar sind. Die Version für den Rennstreckeneinsatz darf bis 10.200 Touren drehen und leistet bei 9.500 Umdrehungen satte 950 PS. Über 70 Prozent des maximalen Drehmoments (800 Nm) stehen bereits bei 3.500/min zur Verfügung.
Der Orion V12-Saugmotor wiegt – inklusive Ansaug- und Abgassystem – weniger als 200 kg. Jedes Exemplar wird auf Bestellung gefertigt und im Rahmen der Möglichkeiten auf Kundenwünsche angepasst.
Wo der Orion V12 künftig zu finden sein wird, lässt das Unternehmen offen. Naheliegend sind Supersportwagenprojekte mit extrem kleiner Auflage.
