Korea-Angriff auf den Fiat Tris
Handwerker und Händler sowie Privatleute, die nicht weit weg fahren müssen, aber einiges zu transportieren haben und sich nicht mit einem ausladenden Transporter herumärgern wollen
Mit dem E3W will Hyundai einen spartanischen Dreirad-Transporter bauen. Jetzt gibt es offenbar grünes Licht für die Serienfertigung des kleinen Elektrofahrzeugs im Stil der Piaggio Ape.
Es war eigentlich nur eine Randnotiz, aber eine ziemlich niedliche: Auf dem Investorentag im August 2026 bestätigte Hyundai, dass der E3W tatsächlich gebaut wird. Ursprünglich hatten die Koreaner das Lasten-Dreirad vor einem Jahr gemeinsam mit einer Vierrad-Variante noch als Studie vorgestellt. Der Dreiradler soll jetzt tatsächlich Realität werden und praktisch unverändert in Serie gehen.
Erstmal nur für Indien
Mit dem E3W (Electric 3-Wheeler) will Hyundai dieselbe Kundschaft ansprechen, die jahrzehntelang zur legendären Piaggio Ape griff: Handwerker und Händler sowie Privatleute, die nicht weit wegfahren müssen, aber einiges zu transportieren haben und sich nicht mit einem ausladenden Transporter herumärgern wollen. Die Ape ist inzwischen wegen der EU-Abgasgesetze Geschichte und, das ist ein interessanter Nebenaspekt, mit der Fertigung komplett nach Indien umgezogen. Interessant deshalb, weil Hyundai den E3W ebenfalls auf dem Subkontinent bauen und den zahllosen Nutzern knatternder Motor-Rikschas ein zeitgemäßes Angebot machen will.
Auf dieselbe Idee ist bekanntlich Fiat gekommen. Allerdings sind die Italiener schon weiter und bauen den typähnlichen Fiat Tris bereits in Serie, wollen ihn sogar definitiv in der EU anbieten. So weit plant Hyundai offenbar noch nicht; derzeit geplant ist der E3W vor allem für Indien sowie weitere Märkte in Asien und Afrika.
Elektrischer Hinterradantrieb
Der E3W ist konsequent auf die lokalen Bedingungen zugeschnitten: Geplant sind unter anderem eine höhenverstellbare Bodenfreiheit über ein anpassbares Fahrwerk, um bei überfluteten Straßen während der Monsunzeit besser durchzukommen, sowie hitzemindernde Außenfarben und eine robuste, wasserfeste Innenausstattung. Der Elektroantrieb sitzt an der Hinterachse; vorn hat das Dreirad das typische einzelne, mit einem Motorradlenker gelenkte Rad.
Innen setzt Hyundai auf moderne Ergonomie und flexible Nutzung: Es gibt Smartphone-Halterungen bzw. Ladeschalen, digitale Anzeigen, Vernetzungsfunktionen und modulare Stauraum-Lösungen. Zudem ist ein anpassbarer Innenraum vorgesehen, je nach Einsatz als Personen-Rikscha, Lieferfahrzeug, Ride-Share-Mobil oder sogar als kompaktes Einsatz-/Rettungsfahrzeug. Bei den Konzepten wurde auch eine sportlich anmutende Variante gesichtet.
Daten kommen später
Angaben zu technischen Daten und dem Antrieb gibt es noch nicht. Erwartbar ist ein an der indischen Piaggio Ape Electric orientierte Gestaltung mit rund 10 kW Motorleistung und einem Akku zwischen 8 und 10 kWh Kapazität für Reichweiten von rund 150 Kilometer. Die Elektro-Ape kostet in Indien 330.000 Rupien, umgerechnet rund 2.950 Euro. Auch das dürfte einen bestimmten Rahmen für den Hyundai E3W abstecken.
