Alfa, Ferrari und Lancia unterm Hammer
Die Sammlung des Nürnberger Alfa- und Ferrari-Händlers Fritz Neuser kam am 15. März 2026 unter den Hammer. Artcurial hat Autos, Motoren und Teile versteigert.
Fritz Neuser, am 14. April 1932 in Nürnberg geboren, hatte mehrere Karrieren: Von 1948 bis 1957 einer der besten deutschen Radsport-Amateure, später Goggomobil-Verkäufer und dann Händler von Luxusautos. Gelernt hat Neuser Radiotechnik, später machte eine Ausbildung zum Autoverkäufer. Sein erstes Geschäft an der Nürnberger Maxtormauer ist nicht viel größer als eine Doppelgarage.
Autohändler und Rennteam-Betreiber
Neuser hat Erfolg, wird Vertragshändler von British-Leyland, Alfa Romeo und Ferrari. Medien schreiben über ihn als "ungekrönten König der Luxusautos" oder nennen ihn kurz und knackig "Ferrari-Fritz". Der Autohändler unterhält ein Rennteam. Bernd Hahne, Jürgen Zerha und Anton Fischhaber fahren für die Scuderia Neuser Titel ein, schaffen es auf der Rundstrecke und am Berg über 50-mal aufs Podium.
Über Jahrzehnte baut sich Neuser einen Ruf als einen der führenden Alfa- und Ferrari-Händler in der Bundesrepublik auf, knüpft Kontakte zu Herstellern und Prominenten. Seine persönliche Sammlung umfasst 41 spezielle Klassiker, darunter 21 Ferrari, sowie Hunderte Ersatzeile. Auch Motoren gehören dazu, vom Doppelnockenwellen-Vierzylinder eines Alfa Romeo GTA über den V6 eines Dino 246 bis zum V12 eines Lamborghini Espada. Einige historische Rennräder, teilweise von Neuser gefahren, sind ebenfalls Teil der Sammlung.
30 Autos, vom Goggo bis zum Ferrari
Unter den Autos befinden einige Raritäten: Ein Alfa Romeo GTAm, von dem es nur 40 Stück gibt, ein Ferrari Daytona in Piniengrün oder ein Abarth 2200 Allemano Spider. Doch zur Neuser-Sammlung gehören auch andere Exoten, wie etwa von Sbarro für den Genfer Autosalon gebaute Studien mit Ferrari-Technik.
Selbst vermeintlich alltägliche Klassiker wie eine Alfa Romeo Giulia oder eine Lancia Fulvia bestechen durch ihre Historie oder ihren Zustand. Ein ganz besonderes Auto kommt ebenfalls unter den Hammer: Ein Goggomobil, das Neuser 1961 als eines der letzten verkauft hat und vor einigen Jahren seinen Weg zu ihm zurückgefunden hat.
Ferrari F40-Koffer: 21.184 Euro
Das teuerste Auto aus der Sammlung, ein Ferrari Daytona von 1970, erzielte bei der Auktion einen Preis von 602.000 Euro. Relativ günstig war eine Alfa Romeo Giulia 1300 zu haben, die für 14.448 Euro einen Käufer fand. Der Schätzpreis hatte bei 15.000 bis 25.000 Euro gelegen. Einige Ersatzteile, Motoren und Automobilia waren hingegen teils deutlich teurer als erwartet: So erzielte die Motorhaube eines Ferrari F40 68.848 Euro – erwartet worden waren 20.000 bis 40.000 Euro. Ein Schedoni-Lederkoffer für den F40 kostete 21.184 Euro – mehr als das Fünffache des mittleren Schätzwerts.
Auktionserlös: 5 Millionen Euro
Insgesamt hat Artcurial bei der Auktion am 15. März 2026 in Paris 333 Lots versteigert, darunter 30 Autos. Alle Lots wurden ohne Mindestpreis versteigert. Die Auktion erzielte inklusive Gebühren einen Erlös von rund 5 Millionen Euro. Ein Teil des Verkaufserlöses fließt in die Fritz-Neuser-Stiftung, die benachteiligte Menschen unterstützen soll.
