Nie mehr kalte Füße in diesen Komfort-Modellen
Alde-Warmwasserheizung, Fußbodenheizung, elektrische Bodenerwärmung: Wir zeigen, wo Wärme ab Werk verbaut ist und wo Aufpreise fällig werden.
Noch gibt es sie, die Hersteller, die ein Herz für Wintercamper haben und ganze Baureihen und/oder einzelne Grundrisse mit serienmäßiger respektive optionaler Warmwasserheizung anbieten.
Allen voran die beiden schwedischen Hersteller Kabe und Polar, die von der Einsteiger- bis zur Luxusbaureihe jeden ihrer zahlreichen Grundrisse mit Warmwasser- und Fußbodenheizung ausstatten und auch bei Aufbau- und restlicher Bordtechnik keine halben Sachen machen. Seit diesem Modelljahr wieder ausschließlich mit Alde-Heizung zu haben ist Fendts Topmodell Diamant.
Hier finden Sie alle winterfesten Wohnwagen in der Übersicht.
Gut zu wissen ist, dass bei den meisten Caravans mit Serien-Warmwasserheizung auch die Fußbodenheizung wasserführend konzipiert ist, was den Winterkomfort weiter steigert. Dort, wo es die Alde-Heizung als Extra gibt, muss die Bodenheizung oft zusätzlich bestellt und teuer bezahlt werden. Günstiger sind elektrische Bodenerwärmungen.
Dass nicht alle Modelle einer Baureihe optional mit einer Warmwasserheizung ausgestattet werden können, hat einen Grund: Es gibt Grundrisse, die konstruktiv auf eine Truma-S-Heizung ausgerichtet sind. In diesen Layouts fehlt oft ein Möbelkorpus oder Stauraum, in dem das Alde-Heizaggregat eingebaut werden könnte. Caravans, die serienmäßig mit einer Combi-Heizung vom Band rollen, sind ab Werk einfacher damit ausrüstbar.
Das Mobiliar ist durch Abstandhalter zur Wand und Schlitze an der Decke auf den Einbau einer Warmwasserheizung vorbereitet. Doppelte Böden in den Stauräumen kommen bei der Alde-Konfiguration dazu. Wichtig auch hier zu wissen: Eine Warmwasserheizung kann nicht nachgerüstet werden. Auch E-Heizstäbe für die Truma Combi müssen ab Werk bestellt werden.
Adria: Warmwasserheizung für drei Baureihen
An der Aufbautechnik hat Adria in den vergangenen zwei Jahren intensiv gearbeitet: Schon bisher waren die Top-Baureihen rundum mit GfK gebaut – in der Zwischenzeit sind Adora, Alpina und Astella auch noch mit höherwertigem XPS statt EPS gedämmt. Eine Warmwasserheizung samt wasserführender Fußbodenheizung serienmäßig haben alle Grundrisse von Astella und Alpina. Beim Adora verlässt ein Grundriss (663 HT) serienmäßig mit Alde-Heizung das Werk. Alle anderen acht Grundrisse sind gegen Aufpreis damit bestellbar. Der Boden kann beim Adora aber nur bei Landstromanschluss elektrisch gewärmt werden.
Das Topmodell Astella ist eine Mischung aus Tiny-Haus und Caravan, rollt serienmäßig auf 3,5-Tonnen-Chassis und verfügt über zwei gläserne (Acryl-Doppelscheiben) Eingangstüren. Die drei Grundrisse 704 HP, 754 DP und 904 HP setzen auf außergewöhnliche Raumgestaltung mit Barsitzgruppe und Sofa-Landschaften. Immer an Bord ist ein integrierter Abwassertank. Den hat auch der Alpina, der eine breitere Grundrissauswahl mit Hang zu Tandemachsern aufweist. Die Baureihe Adora spannt den weitesten Bogen vom kompakten Paar-Wohnwagen bis zur Familienvilla mit zwei Eingangstüren und separatem Kinderzimmer.
Airstream: Aluminium-Klassiker für eisige Temperaturen
Die Airstream-Europamodelle verfügen – wie die US-Modelle – über eine doppelwandige Karosserie: Hochglänzende Aluminiumbleche werden von Hand auf ein teil-selbsttragendes Alu-Gerippe genietet. Zwischen Alu-Innen- und Außenhülle kommen 40 Millimeter komprimierte Mineralwolldämmung zum Einsatz. Abgedichtete Verbindungsprofile sollen Wärmebrücken reduzieren. Der Boden ist mit 40 Millimeter dickem Hartschaum isoliert. Für das Europa-Modell International kommt serienmäßig die wasserführende Zentralheizung von Alde zum Einsatz.
Obwohl es keine spezielle Wintercamping-Zertifizierung von Airstream gibt, sollen die Wagen bis –20 Grad komfortabel sein – das haben Polarreisen, bei denen auch das Aufmacherbild entstanden ist, gezeigt. Neu im Portfolio von Airstream sind die etwas einfacheren, mit Truma-Combi-Heizung ausgestatteten, kürzeren und damit deutlich leichteren Modelle World Traveler 17 und 22. Die International-Modelle mit Echtglasfenster knacken beide die 100.000-Euro-Marke. Die neue Einstiegsklasse bleibt da deutlich drunter, ist aber alles andere als ein Schnäppchen. 121-Liter-Abwassertanks und 100-Liter-Frischwasservorrat sind Serie – Aufpreis kosten Gasflaschen-Umschaltanlage und beheizte Abwasserleitungen.
Fendt: Alde-Heizung für die Topmodelle
Warmwasserheizungen sind bei Fendt den beiden Top-Baureihen Tendenza und Diamant vorbehalten und dort auch nur einer Handvoll Fahrzeugen. Sie lassen sich am "W" im jeweiligen Modell-Namenskürzel identifizieren. Beim Tendenza beschränkt sich die Auswahl auf den 7,72 m langen und 2,50 m breiten Queensbettgrundriss 560 SFDW, der eines von drei 2,50 Meter breiten Kingsize-Modellen darstellt. Die Top-Baureihe Diamant umfasst in Summe drei Kingsize-Grundrisse, die es seit dieser Saison ausschließlich mit Warmwasserheizung gibt. Die alternativen Modelle mit Combi-Heizung wurden aus dem Angebot gestrichen, um die Produktion zu vereinfachen.
Beim Aufbau gibt sich Fendt mit Styroporisolierung im Holzfachwerk und den alternativlosen Hammerschlag-Seitenwänden unbeirrbar traditionell. Mit zwölf Jahren Dichtigkeitsgarantie auf die Aufbauverbindungen verweist man in Mertingen aber durchaus selbstbewusst auf die außerordentliche Fertigungsqualität. Spannend am Aufbau ist auch der Ansatz, dass vom kleinen Apero bis zum 8,60 Meter langen Diamant 650 GDW identische Wandstärken von 47/39/31 mm (Boden/Dach/Wand) zum Einsatz kommen. Die baureihenübergreifende Bugmaske mit besonders robusten faserverstärkten LFI-Kunststoffen (LongFibre-Injektion) rundet die Gleichteilestrategie ab. Serienmäßig in allen vier Modellen mit Alde-Heizung ist die warmwasserdurchströmte Fußbodenheizung.
Hobby: Wintertauglichkeit mit optionaler Warmwasserheizung
Das Preis-Leistungs-Verhältnis steht bei Hobby im Vordergrund. Alle Baureihen setzen darum auf den technisch und optisch identischen Aufbau, der auf konventionelle Materialien für das Sandwich setzt und bei den Wand-, Dach- und Bodenstärken keine Maximalwerte erreicht. Bei der Auflistung der optional mit Warmwasserheizung bestellbaren Caravans wird der Zusammenhang mit der Serien-Heizung deutlich: Alle Wagen in der Tabelle haben standardmäßig eine Truma Combi 6, die ähnlich viel Platz beansprucht wie die Alde-Heizung – und dieser Platz muss im Grundriss vorgesehen bzw. verfügbar sein.
Fakt ist aber auch, dass Excellent Edition 545 KMF und 650 KMFe, alle Prestige und die beiden Maxia bereits ab Werk mit 6 kW kräftig beheizt und damit wintertauglich sind – zur Combi 6 gibt es als Extra auch die elektrische Fußbodenerwärmung. Als weitere Maßnahmen zur Steigerung der Wintertauglichkeit offeriert Hobby Umschalt-Gasdruckregler und die Gasfüllstandsanzeige über optionale Sensoren und die kostenlose Hobby-App.
Kabe: Schwedische Caravans für extreme Kälte
Von Kopf bis Fuß auf den Einsatz bei tiefen Temperaturen ausgelegt sind auch die Caravans der schwedischen Marke Kabe. Das beginnt beim Aufbau: Der Hersteller setzt auf einen kräftigen Sandwichaufbau: Der Boden ist 50, das Dach 45 und die Wände sind 41 Millimeter stark. Die Seitenwände bestehen innen und außen aus Aluminium, dazwischen liegt geschlossenporiger PU-Schaum namens Ecoprim. PU-Leisten mit Hohlkammern gegen Kälteübertragung verbinden Wände und Boden; an weniger beanspruchten Stellen kommt Holz zum Einsatz. Als weitere Besonderheit haben alle Kabe eine Aluminium-Innenwand, die für gleichmäßige Erwärmung sorgen soll und die mit einem laut Kabe atmungsaktiven Teppich beklebt ist.
Das Dach ist mit Aluminium statt GfK beplankt, weil Dach und Seitenwände so denselben Wärmeausdehnungskoeffizienten besitzen und so Spannungsrisse bei starken Temperaturschwankungen vermieden werden sollen. Lüftungsklappen in den Wänden (ab der Edelstein-Serie) und sogar einstellbare Ventilationsöffnungen im Boden sorgen für Frischluftzufuhr, ohne die Rahmenfenster öffnen zu müssen. Beinahe endlos sind die Kombinationsmöglichkeiten von Grundrissmodulen in den insgesamt vier Baureihen, die sich durch Ausstattungsumfänge und Design unterscheiden – eine Warmwasser- mit Fußbodenheizung sowie beheizte Abwassertanks haben alle Kabe.
Knaus: Neuer Nordwind setzt auf Winterkomfort
Seit diesem Sommer auf dem Markt ist der Nordwind, Knaus’ Beitrag zum Thema Ganzjahrescaravan mit serienmäßiger Warmwasserheizung samt wasserführender Bodenheizung. Der Nordwind setzt trotzdem auf einen konventionellen Sandwichaufbau mit Alu und EPS-Dämmung. Dach und Wände sind 33 Millimeter stark, der Boden misst 50 Millimeter und besteht ebenfalls aus einem Sperrholz-EPS-Sandwich. Die Seitenwände tragen glattes Alu, das Dach GFK. Damit ist der Nordwind am Boden stärker gedämmt als das Schwestermodell Südwind. Die textile Wandverkleidung sorgt für Gemütlichkeit.
Fenster mit solidem Alurahmen hat der Nordwind serienmäßig, der Abwassertank im Innenraum muss aber extra bezahlt werden. Ein großes Update bedeutet die Warmwasserheizung für den Südwind, denn die Mittelklassewagen kommen serienmäßig mit der Gebläseheizung Truma S 5004; konstruktiv können "nur" zehn der insgesamt 15 Südwind Black Selection mit Alde- und Fußbodenheizung gebaut werden.
Polar: Dicke Isolierung für nordische Winter
Das dickste Sandwich bietet Polar aus Schwedisch-Lappland. Der Hersteller gönnt seinen Caravans 51 Millimeter starke Böden sowie 42 Millimeter dicke Dächer und Wände. Gedämmt wird mit EPS statt XPS. Polar begründet das mit geringerem Gewicht, leichterer Verarbeitung und der besseren Klebeeigenschaft von EPS. Die P-Fuge (umgelegtes Alu samt doppelter Abdichtung) zwischen Dach und Wänden soll das Eindringen von Wasser dauerhaft verhindern. Warmwasserheizungen haben alle Baureihen serienmäßig. Zudem baut Polar kleine Rahmenfenster ein, um Wärmeverlust zu minimieren. Die Grundrissvielfalt ist riesig. Warmwasserheizung und Batterie sind ebenso Serie wie innenliegende Abwassertanks.
Tabbert: Alde-Heizung für sämtliche Modelle erhältlich
Alle aktuellen Tabbert-Modelle lassen sich ab Werk auch mit der Warmwasserheizung bestellen. Der Aufpreis für die Heizung ist der höchste im Umfeld, dafür ist der Aufschlag für die Fußbodenheizung gemäßigter. An der Aufbautechnik ändert die Umstellung von Luft- auf Warmwasserheizung nichts. Wände, Dach und Boden dämmt Tabbert mit EPS. Der einst verfügbare TVT-Aufbau (Top-Value-Technology) mit XPS- statt EPS-Isolierung taucht aktuell nicht in den Preislisten der Modellreihen Cazadora, Vivaldi und Puccini Finest Edition auf. Cazadora und Vivaldi haben auf dem eigentlichen Dach-Sandwich noch eine dünne Zusatzschicht, die einer Trittschallmatte ähnlich ist und thermisch und akustisch dämmt. Das hinterlüftete Dach ist damit sogar begehbar. Beim Puccini liegt Mineralwolle unter dem nicht tragfähigen GfK-Außendach.
