Alko und Easydriver fordern den Truma Mover heraus
Auf dem Caravan Salon 2027 hat der Hersteller den neuen kompakten, leichten und leistungsstarken Rangierantrieb vorgestellt. Dort konnten Redakteure von promobil und Caravaning den Konkurrenten des Truma Mover shcon testen.
Das Rangieren wird 2027 schneller, leichter und automatischer. Alko und Reich fordern den Markt-Klassiker Truma heraus.
Das Ankommen auf dem Stellplatz ist für viele Caravaner immer noch einer der spannendsten Momente der Reise. Bevor der Urlaub richtig losgehen kann, muss der Wohnwagen richtig ausgerichtet und nivelliert werden. Ein Fall für einen Rangierantrieb. Eine Gerätekategorie in der Truma mit dem Mover den Markt jahrelang dominierte. 2027 könnte sich das ändern. Gleich zwei konkurrierende Rangierantriebe kommen mit neuen Funktionen auf den Markt, durch die sie den Mover-Modellen überlegen sein sollten.
Alko bringt mit dem Mammut Galaxy ein System auf den Markt, das bei Gewicht und Geschwindigkeit neue Maßstäbe setzt. Gleichzeitig präsentiert Reich mit Leveldrive System für den Easydriver einen völlig neuen Funktionsumfang: die Integration von Rangieren und Nivellieren in einen automatisierten Gesamtprozess. Mit beiden Neuheiten fordern Alko und Reich den Truma Mover heraus.
Alko Mammut Galaxy: Sieben Kilogramm weniger, deutlich schneller
Der Alko Mammut Galaxy startet mit einer Kampfansage an die Modelle der etablierten Marken. Mit nur 25 Kilogramm Systemgewicht des kompaktesten Modells (für Caravans bis 1800 kg) zählt er zu den leichtesten Rangierantrieben am Markt – drei Kilogramm weniger als der Truma Mover XT. Für Käufer bedeutet das unmittelbar mehr Zuladung.
Die Geschwindigkeit verstärkt diesen Vorsprung. Der Mammut Galaxy rangiert mit über 1,0 Kilometer pro Stunde, der Truma Mover XT schafft nur 0,6 bis 0,8 km/h. Gerade auf den etwas längeren Distanzen zwischen Auto und Parzelle direkt nach dem Abkuppeln, treibt der Mammut Galaxy den Wohnwagen schneller vorwärts. Der Wagen steht schneller an Ort und Stelle. Damit es beim Ausrichten nicht zu schnell wird, hat Alko drei Fahrmodi eingeplant, vom schnellen Fahren bis hin zum präzisen Rangieren. Steigungen bis zu 35 % schafft der Mammut Galaxy laut Hersteller-Datenblatt und würde auch damit alle konkurrierenden Rangierantriebe schlagen.
Die Fernbedienung arbeitet mit präzisem Joystick und stufenlos verstellbarer Geschwindigkeit. Das ermöglicht millimetergenaue Positionierung – ideal für enge Stellplätze.
18V-Akkus statt 12V-Batterien
Die Leistungssteigerung des Mammut Galaxy ist zwei Punkten geschuldet: Dem in die Antriebswalze integrierten Planetengetriebe und der Integration der modernen 18-Volt-Werkzeug-Akkus im CAS-Standard. Die Batterien passen auch auf Elektrowerkzeuge von Metabo und anderen Marken. Die Akkus lassen sich also nicht nur an Bord des Wohnwagens laden, sondern auch an externen Ladegeräten und sie liefern weiteren Werkzeugen Energie. Ihre Flexibilität macht sie schon wirtschaftlicher als einen fest eingebauten 12-Volt-Akku, mit dem die Konkurrenz arbeitet. Mehr Spannung bringt mehr Leistung bei gleicher Stromstärke.
Easydriver Leveldrive: Rangieren und Nivellieren in einem Zug
Klassisches Rangieren und Nivellieren funktioniert in getrennten Schritten. Reich Easydriver Leveldrive fasst den Ablauf in einen intelligenten Gesamtprozess zusammen. Das System arbeitet in vier aufeinanderfolgenden, automatisierten Phasen. Der Easydriver Rangierantrieb (Modelle Pro und Infinity) bringt den Caravan an den Stellplatz. Dann erkennt die Sensorik die Geländeneigung automatisch und zeigt an, wo ein Auffahrkeil gebraucht wird, um die Querneigung auszugleichen. Der Wagen positioniert sich millimetergenau darauf. Anschließend übernimmt das Easydriver Level-System mit Hubstützen von Knott die Feinausrichtung der Längsneigung mit kontrolliertem Anpressdruck. Ein Fingertipp in der App ersetzt zehn Minuten manueller Arbeit.
Leveldrive setzt vollständig auf elektrische Ausdrehstützen – ein Gewichtsvorteil. Die App-Steuerung via myCaravaning ersetzt die klassische Funkfernbedienung. Käufer steuern den gesamten Ankommens-Prozess vom Smartphone aus.
Nachrüstbar statt Neukauf
Leveldrive ist ein modulares System. Die elektrischen Hubstützen, die die Längsnivellierung übernehmen, müssen nicht nachgerüstet werden. Wer auf sie verzichtet, kann sich vom Easydriver immer noch die Querachse des Wohnwagens ausloten lassen und die Längsachse dann mit mechanischen Hubstützen selbst auspendeln. Wer bereit einen Easydriver Pro oder Infinty besitzt, kann das Hubstützensytem von Knott nachrüsten und kommt so zum kompletten Leveldrive
Für wen welches System passt?
Der Mammut Galaxy eignet sich für Käufer, die jedes Kilogramm zählen und moderne Werkzeug-Akkus nutzen wollen. Wer regelmäßig über Bergcampingplätze fährt, schätzt die 35-Prozent-Steigfähigkeit.
Leveldrive spricht Käufer an, die Komfort maximieren und Prozesse automatisieren wollen. Neufahrzeuge mit modernem Knott-Chassis profitieren sofort. Besitzer älterer Easydriver-Systeme finden hier eine attraktive Ergänzung.
